Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Hebräische Fragmente aus dem jüdischen Urtext der Apokalypse des heiligen Johannes
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 5)
- Language
- German
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Parasangen zählen (א״ר יוחנן עתיר הקב״ה להגביה את ירושלים ג׳ פרסאות 1(למעלה. Eine talmudische Parasange zählt vier Meilen, drei Parasangen stellen demnach zwölf millia, d. h. zwölftausend Maß•־ einheiten dar. Die Uebereinstimmung des Maßes in den drei Dirnen•־ sionen war das architektonische Ideal der Rabbinen, wie ja auch vom Allerheiligsten im Tempel zu Jerusalem in der Mischna berichtet wird, daß es in Länge, Breite und Höhe hundert Einheiten maß1 2. Das Kapitel 20 der Johannesapokalypse hat im Talmud eine ganze Anzahl von Parallelsätzen. Doch spricht hier R. Jochanan statt von einem Kampfe gegen den heidnisch ammitenden kosmischen Urörachen Satan, der in der von den Christen rezipierten Schrift des Apokalyptikers erscheint, von einem Niederringen eines ge״ waltigen Fabelfisches, des Leviathan, durch den Erzengel Gabriel, dem Gott selbst hilft. Das Schlachten des Leviathan hat hier nicht den Zweck, das kosmische Böse zu vernichten — das wäre zu sehr im Sinne der Religion Zarathustras — sondern es dient den Gerechten, der messianischen Zeit, für die aiis dem Fleische des durch übernatürliche Kräfte erlegten gewaltigen Fisches eine Mahlzeit bereitet wird. Die Verschiedenheit zwischen den beiden Stellen über den Drachenkampf der Endzeit im Talmud und in der Johannesapokalypse zeigt deutlich die puristische, antiheidnische Tendenz des Rabbinismus. Der große heidnische Schöpfungsmythos in persischer eschatologischer Gestalt der Johannesapokalypse wurde, in den Bruchstücken des Talmuds ins märchenhaft Bizarre verwandelt. Eine solche Umbildung von Mythen in Märchen ist übrigens auch später im germanischen Norden nicht unbekannt. Betreffend die großen Fische, die in der biblischen Schöpfungsgeschichte erwähnt werden, sagt Rabbi Jochanan, daß unter ihnen Leviathan, die Ringelschlange, Leviathan, die krumme Schlange, zu verstehen ist. Als Rabbi Dima aus Palästina (nach Babylonien) kam, berichtete er im Namen des Rabbi Jochanan: ,,Gabriel wird einst einen Jagdkampf mit dem Leviathan ausfechten, und wenn ihm der Heilige, sein Name sei gesegnet, nicht helfen würde, möchte der Engel dem Leviathan nicht beikommen können. Weiter sagt der Talmud, daß Rabbi Dima im Namen des Rabbi Jochanan mitteilte: ,,Wenn der Leviathan Hunger hat, entläßt er aus seinem Rachen einen Hauch, und sämtliche Gewässer des Ozeans sieden.‘6 Rabba sagt im Namen des Rabbi Jochanan: ״Der Heilige, sein Name sei gesegnet, wird einst aus dem Fleische des Leviathan den Gerechten eine Mahlzeit bereiten . , .; mit dem, was übrigbleibt, wird auf den Märkten Jerusalems gehandelt werden". Ferner sagt Rabba im Namen des Rabbi Jochanan: ״Gott wird einst den Gerechten eine Hütte aus dem Felle des Leviathan machen; . . den Rest breitet Gott auf den Mauern Jerusalems aus und sein Glanz leuchtet von einem Weitende bis zum anderen; denn es steht geschrieben, es werden Völker bei deinem Lichte gehen und Könige beim Glanze deines Scheinesכי אתא ר‘הימי אמד ר, יונתן(יוחנן! עתיד הקב״ה לעשות) ״ 1 Baba Bathra 75b. 2 Middoth IV 6.