Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Hebräische Fragmente aus dem jüdischen Urtext der Apokalypse des heiligen Johannes
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 4)
- Language
- German
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künftige Stadt werde dreitausend Türme besitzen; zwischen jedem Turme erstreckt sich ein Raum von 20 Stadien und 5000 Ellen, der mit Smaragden, Edelsteinen und Perlen voll besetzt ist. In einem anderen Midrasch aus dem frühen Mittelalter (Midrasch Petirath Moscheh Rabbenu, ib. 384) vernehmen wir, daß der Erzvater Jakob zu Bethel in seiner Vision sowohl das irdische Jerusalem wie auch das im Himmel erbaute schaute. Eine ähnliche Mitteilung bringen die ,,Othioth de rabbi Akiba“ (ib. 412): Bereits heute befindet sich im Himmel ein Jerusalem, das aus verschiedenen Edelsteinen, Perlen, Saphieren und dergleichen erbaut ist. Neben dem Glauben an ein himmlisches Jerusalean lassen sich andere Parallelen zwischen der Johannesapokalypse und Aus״ sprächen Rabbi Jochanans im Talmud feststellen. In der Johannesapokalypse heißt es (2121) von den zwölf Toren des zukünftigen Jerusalem, das vom Himmel herunterkomrnt: ,,Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen und ein jegliches Tor war von einer Perle"". Rabbi Jochanan sagt: ,,Gott wird einst Edelsteine und Perlen bringen, die dreißig auf dreißig sind und eine Gravüre von zehn auf zwanzig besitzen und sie in die Tore Jerusalems stellen'" אמר רבי יוחנן עתיד ה׳ להביא אבנים טובות ומרגליות שהן ל' על ל׳ וחקוק) .1 2 3 4(הן י׳ ברום ב׳ ומעמידן בשערי ירושלים Einige Verse weiter steht in der Apokalypse (2124): ,,Und die Heiden, die da selig sind, wandeln in diesem Licht (der Herrlichkeit Gottes), und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit in sie bringen"". Das Gegenstück hierzu bilden zwei im Talmud referierte Aussprüche des Rabbi Jochanan: ,,An der Stelle, da der Heide sich bekehrt, bekommt er seinen Anteilאמר רבי יוחנן ממקום שנתגייר שם) ״״ 3(הוא נוטל חלקו שנא׳ והיה בשבט אשר גר דגו־ שם תתנו נחלתו, und: ,,Jerusalem wird einst die Metropolis aller Länder werden"" (א״ר יוחנן 8(עתידה ירושלים להעשות מטרופולין לכל המדינות. Vom zukünftigen Jerusalem sagt die Johannesapokalypse (21a7), daß kein Unreiner oder Lügenhafter Zutritt zu ihm haben wird. Aehnliches lehrt Rabbi Jochanan: ,,Nicht wie das Jerusalem des gegenwärtigen Aeon, ist das Jerusalem des zukünftigen Aeon; in das Jerusalem des gegenwärtigen Aeon kommt jeder, der kommen will, in das Jerusalem des zukünftigen Aeon kommen nur die Ge״ ladenen (,א״ר יוחנן לא כירושלים של העה״ו ירושלים של העה״ב ירושלים של עה״ז כל הרוצה לעליית עולה, ירושלים של הפה״ב אין עולים 4(אלא המזומנים לה. Im selben Abschnitt der Johannesapokalypse (211s) heißt es vom zukünftigen Jerusalem: ,,Und er maß die Stadt mit dem Rohr auf zwölf Tausend Feld Weges, die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich"". Im Talmud kündet Rabbi Jochanan an, das Jerusalem des zukünftigen Aeon werde nach oben drei 1 Baba Bathra 75b. 2 Sanhedrin 100a. 3 Midrasch Koheleth Rabba I 1. 4 Midrasch Schir haschirim Rabba I 5, Exodus Rabba XXIII.