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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 338

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 338 (sequence 18)
Language
German
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338 stündlichen Untersuchungen zu Daniel entgegennelimen. Das Buch, das von der Clarendon Press mit bewährter Korrektheit und Sorgfalt gedruckt ist, erscheint zugleich als eine würdige Krönung der fast vierzigjährigen ruhmreichen Forschertätigkeit des Verfassers auf dem Gebiete der apokalyptischen Literatur. Unter den Auspicien von Charles C. T o r r e y (Yale University) hat Sidney S. Tedesche, Rabbiner am Union Temple in Brooklyn, eine außerordentlich gelehrte kritische Edition des griechischen Textes von I. Esdras (Drittes Buch Esra der Vulgata und der deutschen Apokryphen-Ausgaben) veranstaltet1. Fritzsches Edition (1871) hat sich als unzulänglich erwiesen. Der häufig benutzte Cod. B ist vielfach korrupt und Cod. A bietet wenig Hilfe. Angesichts der inhaltlichen Verworrenheit des apokryphischen Esra und der vielen Rätsel, die die Kompilation hinsichtlich der Abhängigkeit von Chronik-Esra-Nehemia darbietet, ist die mit kritischem Apparat versehene Edition, die auch von Thackeray und Norman M c L e a n in Cambridge gefördert wurde, sehr zu begrüßen. Der Herausgeber betont unter Hinweis auf Torreys Ezra Studies, daß nicht nur der Hauptteil des Buches auf ein hebr. -aramäisches Original zurückzuführen ist (was auch Nestle, Schürer, Guthe u. a. behaupten), sondern auch die Geschichte vom Wettstreit der Pagen (3463—ג). Torreys Buch ist mir leider nie zu Gesicht gekommen. Er führt sicherlich gute Gründe an. Aber das von Tedesche S. 24 und S. 48 angeführte Beispiel, wonach S3 xai e£uTcvo<; qsvexo auf ein Original ואתערו באדין תלתה עלי&יא zurückgehe lind der griech. Uebersetzer irrtümlich den letzten Buchstaben von ואתערו zum folgenden באדין gezogen hätte, ist nicht überzeugend. Josephus, der den Text des Buches vor sich hatte, sagt (Antt XI 32): e£07cvos Y1V6TÄ1, xal xaxaxoi^TjÖTjvai ^ü’vajievoc, eiq 6|xtX 1 <xv xpsicexai x<£v xpuov cjcu^axocpykäxcDv; das Wachsein bezog sich also auf den König2.’ Zum Schlüsse sei auf einige hierhergehörende vielfach lehrreiche zusammenfassende Arbeiten hingewiesen, die in den bis jetzt erschienenen Bänden der Encyelopaedia Judaica und des Jüdischen Lexikons enthalten sind. Der groß angelegte Artikel ,,B i b e Y\ der in zahlreichen Abteilungen viel Schönes bietet (Bd.HV d. J. E.) wurde in diesen Blättern (oben S. 150) bereits kurz angezeigt. Daß Bernfeld trotz seiner sonst radikalkritischen Einstellung die Deutung der Stelle b. Batra 14b über die Ordnung der Propheten als Zeugnis für die Hypothese von einer späteren Autorschaft von Jes 40—66 ablehnt, ist anzuerkennen. Aber ganz rätselhaft ist S. 499 die Angabe, die Forschung hätte ,,auch von dem dem ersten Jesaja verbleibenden Teil wichtige Bestandteile (Jes 1—12, 15—33 und 35) dem Propheten abgesprochen (Marti, Bemfeld u. a.)‘\ Das würde ja, nachdem die Authentizität von 13—14 und 36—39 ohnehin angefochten wurde, bedeuten, daß einfach alles, das ganze Buch dem armen Jesaja stückweise vom Leibe gerissen wird. 1 ״A Gritical Edition of I Esdras“, by Sidney S. Tedesche (Doctor-Dissertation der Universität Yale), 1928. 181 S. Bloch Publishing Co., New York. 2 Von sonstigen Schriften zu den Apokryphen wäre: En och, by H. Odeberg, Cambridge 1929, zu nennen. Das Werk ist dem Ref. nicht zugegangen.

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