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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 334

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 334 (sequence 14)
Language
German
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wenn er durch Paulus* Hymnus auf die Liebe ergänzt wird. ״Hiob, der immer aufgeregt, unzufrieden, selbstgerecht, fordernd, ungeduldig, anklagend, erbittert und hoffnungslos ist, war nie von Liebe zu Gott erfüllt“, denn (Paulus): ״Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, bläht sich nicht, ist nicht ungebärdig, fordert nicht ihren Lohn, läßt sich nicht erbittern, erträgt alles, erhofft alles, duldet alles“ (Einleitung, S. 6). A. Kaliana erklärt (S. 70—96) das Buch Ruth. In der Ein״ leitung vertritt K. die Anschauung, Ruth sei keine Proselytin, sondern eine Ausländerin gewesen; in jener Zeit habe es überhaupt noch keine religiöse Bekehrung gegeben, ״ger“ habe nur den Landes־־ fremden bezeichnet und Ruth sei Jüdin nur in dem Sinne geworden, daß sie sich entschloß, Noemi bei der Rückkehr nach Judäa zu folgen. Er stützt sich dabei auf R. Meir im Midrasch rabba zu 14: לא גיירום ולא הטבילו אותן. Aber R. Meir macht es gerade zum Vorwurf, daß die halachische Frage מואבי ולא מואבית gar nicht aufgeworfen wurde (das ולא היו נענשים עליהם fehlt in Jalkut und ist zu streichen) und daß eine Bekehrung, von der erst später die Rede ist, bei der Vermählung nicht stattfand. R. Meir selbst legt ja zu 12 die Namen Machion und Kiljon als göttliche Strafen aus □שנמחו, שכלו סן העול und es kann kein Zweifel sein, daß der Begriff קהל ה׳ (wie גחלת ה׳ I Sam 2619) ein religiöser war. Ueberdies sagt R. Meir (b. Sanhedrin 39b) vom Propheten Obadja auch: גר אדומי היה. Daher ist die mit seinem Ausspruch übereinstimmende Auffassung des Targum ganz richtig, daß die beiden Söhne wegen Verletzung des religiösen Verbotes und wegen der Verschwägerung mit Heiden früh starben. Ganz unerwähnt läßt K. die von einer Reihe von Forschern von Geiger bis Kautzsch festgehaltene, wenn auch von anderen mit guten Gründen abgelehnte Anschauung von Ruth als einer Tendenzschrift gegen das Mischehe-Verbot (s. MGWJ 1927, 303). In der Einleitung zu Koheleth bespricht der Herausgeber zunächst die Frage nach dem Verfasser und der Entstehungszeit. Natürlich schließt er sich der allgemeinen Ansicht an, daß das Buch nicht vom König Salomo verfaßt sein könne. Aber wenn man sich auch damit ohne weiteres einverstanden erklären muß, so gibt doch nicht das Argument den Ausschlag, daß der König auf seine Vorgänger in Jerusalem (116) und die Besitzer von Viehherden, Häusern und Gärten vor ihm in Jerusalem (247־) Bezug nimmt. Es ist nicht richtig, daß Salomo dies nicht hätte sagen können, weil David sein einziger Vorgänger als König über Israel in Jerusalem war. Er spricht ja gar nicht, und absichtlich nicht, von früheren Königen über Israel, sondern von Herrschern in Jerusalem, und solche hatte es vor David viele gegeben (schon bei der Eroberung des Landes erwähnt Josua 1212 einen König in Jerusalem). Ja an der zweiten Stelle ist nicht einmal von Herrschern die Rede, da מכל שהיו לבני 27 בירושלים und 29 (nicht על ירושלים) offenbar reiche und mächtige Männer überhaupt sind, die sich alle Genüsse gönnen konnten. Der spätere Autor fällt also nicht aus der Rolle, wenn er Salomo so sprechen läßt.

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