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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 333 (sequence 13)
Language
German
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333 schwärmerischen Hoffnungen handelt. 48 ist nicht eine Einladung an die Braut, ihrem Freunde in das öde Gebirge zu den Raubtieren zu folgen, sondern, wie• durch ähnliche lyrische Ergüsse klassischer Dichter gezeigt wird (Horaz, Carm. I 22: Sive per Syrtes iter aestuosas . . . leonum arida nutrix; Vergil, über Orpheus, Georgica IV 465: Te, dulcis conjux, solo in littore secum . . . Taenarias etiam fauces . . . ingressus; Ovid, Amor. II 16: Tum mihi, si premerem ventosas horridus Alpes, Durum1, cum domina, molle fuisset iter) eine Form überschwenglicher Liebesbeteuerung. Die von allen Kommentaren abweichende Auffassung des Inhaltes und des logischen Zusammen״ hanges der Teile des Hohenliedes stützt sich im einzelnen auch auf eine von der üblichen wesentlich verschiedene lexikalische und grammatische Erklärung einzelner entscheidender Worte und Rede- Wendungen. So wird in meinem Kommentar zu 2! die Uebersetzung empfohlen: ich bin für die Narzisse des Saron, die Lilie der Täler (Gegensatz zum Hinweis des Königs auf seinen Palast, das ist בית ארזים Jer 2214, II Sam 72); syntaktisch wie Ps 1094 אני שילום 1207 ואני תפלה. — Wäre es die Hervorkehrung einer wichtigen Eigenschaft der Redenden — ein geschmackloses Selbstlob — so hätte es heißen müssen: חבצלת השרון אנכי, wie Gen 2434). — 31& מבנות ירושלם ist ,,comparatio decurtata“: der König wird in seiner maßlosen Prunksucht geschildert; von Gold und Purpur umgeben, brennt er in einer Liebe (zur Macht), die mehr ist als die Liebe zu den Töchtern Jerusalems (wie Jes 1010 ופסיליהם מירושלים, Ps 48 דופק 52 — .(שמחה מעת bedeutet, woran schon Parchon erinnert, nicht ,,an die Tür pochen“ (bereits LXX, xp0621 haben nach dem späteren Sprachgebrauch, das Wort mißverstanden), sondern wie Gen 3313: drängen. Der Freund ist nicht, nachdem die Träumende ihm geöffnet, verschwunden, sondern er war niemals da; sie glaubte nur seine bittende Stimme zu hören; dann schien es ihr im Traum, als wenn das Schlüsselloch sich erweiterte und eine Hand hineingelangte. — מה יפו 2ל ist nicht: wie schön sind, sondern (wie Jes 527 מה נאוו): wie schön werden sie in den Schuhen sein (die ich dir kaufen werde; vgl. Ez 169 שם 713 — .(ואנעלך תחש ist hier nicht lokal zu fassen,sondern ideell komparativ, wie Ps 3613, Gen 4924und an mehreren anderen Stellen. — Unter dem Bilde des Siegels S6 ist nicht das Drücken an das Herz zu verstehen (wie es später die Agada gedeutet hat), sondern der Abschluß, das Endgültige und Unveränderliche, daher damit parallel: der Tod, der abschließt und unwiderruflich ist. Die Anwendung des Bildes Jer 2224 und Haggai 223 ist jünger und bereits in der Bedeutung modifiziert. Für die Beziehung der Evangelien zum rabbinischen Judentum ist (S. 5—6) von Wichtigkeit, daß die Macht der Liebe 8S (xpaxatä äyd7t7] bei LXX, in Hab 34 für 1TS יןVOH 1שם efraro dyaizr^iv xpazmdv) auf dem Wege durch die Schule Hillels zu Paulus gelangt ist, der sie I Kor 1348־ als erhabenen religiösen Gedanken glorifiziert. Die Forderung Hillels, man sei אוהב את הבריות erhält ihren vollen Sinn, wenn man erwägt, daß xrloic; für die Gesamtheit der Menschen, denen die Lehre verkündet werden soll, zuerst bei Markus 16i5 vor״ kommt, daß aber mehrere Jahrzehnte vorher das hebräische Aequi״ valent בריות für die universalistische. Ausbreitung der Lehre im Sinne: ,,menschliche Kreatur“ gebraucht wird. Von R. Jochanan b. Sakkai wird (Mischna, Sota V) überliefert, er habe ,,sein ganzes Leben lang“ (also nicht zufällig einmal, sondern als grundlegenden Gedanken) gelehrt: ,,Hiob könne Gott niemals aus Liebe gedient haben“. Die Tragweite dieses Gedankens ward erst verständlich, 1 oder: Dumnaodo.

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