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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 332 (sequence 12)
Language
German
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332 Kolicletli von Ä. Kaliana, Klageliedei von F. Perles und Esther von G. Hirschler1. Aus m einer Einleitung und Erklärung des Hohenliedes (S. 3—69) sei liier erwähnt, daß ich die seit Wetzsteins Aufsatz uber die syrische Dreschtafel beliebt gewordene Wazf-ITypothese, die dazu geführt hat, daß Budde das Buch geradezu als ,,Textbuch einer palästinisch-israelitischen Hochzeit<f bezeichnet hat, für unannehmbar halte. Es ist ein Mißverständnis, daß man noch um 100 n. Chr. über die Aufnahme des Hohenliedes in den Kanon gestritten hätte. Die ältesten Tannaim, wie R. Elieser und R. Josua, befassen sich bereits mit der agadischen Auslegung von Zitaten aus dem Buche, und in derKontroverse(MischnaAb.z.II5), wie23 dasWortדדיך zu lesen sei, zeigt sich, daß R. Ismael das Wort דדלד — LXX.//«aw gelesen hat. Die griechischen Uebersetzer (wohl im 2. vorchr. Jahrh.) hatten ihrerseits bereits den Text als einen heiligen betrachtet und allegorisch aufgefaßt, wie sich z. B. aus der Uebertragung von מראש אמנה dirb äpyjjs ttiotsws zeigt. Auch von Volksliedern im Buche kann keine Rede sein. Der Stil ist der einer erhabenen Kunstdichtung, der Sinn vieler Sätze ist aber mißverstanden worden. Desgleichen wird Graetz' Hypothese von einem Einflüsse der Idyllen Theokrits durch Eingehen auf den Charakter dieser Idyllen5 sowie ihrer Nachahmung in Vergils Eklogen, widerlegt, und der Einfall, daß אפריון das griechische (von LXX aus Ünkenntnis der Bedeutung gebrauchte) <popetov, und תלפיות das ganz vereinzelt und in anderem Sinne bei griechischen Autoren vorkommende ty)1(07u'k wäre, wird als dem Textinlialte nicht entsprechend und philologisch unzulässig erwiesen. Der erste Abschnitt (1!—27) enthält allerdings kleine Liebesgespräche aus der Zeit Salomos (es gibt altägyptische Liebeslieder mit ganz ähnlichen Rede- Wendungen). Der folgende größere Teil des Buches aber hat zusammenhängende Visionen einer leidenschaftlichen Liebessehnsucht zum Inhalte. Sein Verfasser ist ein späterer großer Dichter der Königszeit, der die älteren Lieder Salomos benutzt hat. 16 ist nicht die Frage an einen leibhaftigen Geliebten, sondern ein Sinnen der Sehnsucht, wie der Zukünftige wohl sein werde (איכה ist nicht: wo? sondern: wie?), in seinem Tagewerke und in seiner Muße und Ruhe (תרעה־־־־תדביץ ist wie Ps 1393 ארחי ורבעי und Num 23עפר יעקב־־־רבע ישראל 0ב, Wanderung und Lager). Aehnlich ist in der erweiterten Dichtung 28—35 nicht von einem wirklichen Freund, sondern von einem bei Tag und bei Nacht ersehnten idealen Geliebten die Rede; 3ג meint: in meinen Träumen schien es mir, als suchte ich den, dem meine Sehnsucht gilt, als stünde ich auf und ginge, um ihn in den Straßen zu suchen. Die Seltsamkeiten hier und besonders in der zweiten Naclitvision 52-711 werden verstündlich, wenn man sich vor Augen hält, daß es sich nicht um Wirkl^chkeit, sondern um die dichterische Schilderung der Einbildungskraft einer Liebenden, ihrer inneren Hemmungen (53) und ihrer חמש מגלות, מפורשות*. שיר השירים ע״י א׳ קמיכקא, רות ע~י א' כדינא, איכה. ע״י 1 316 s., Preis) פ׳ פרלס, קהלת ע״י א׳ כהנא, אסתר ע״י ר הירשלר. תל אביב׳ תר״צ .(2 y2 Dollar

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