Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 10)
- Language
- German
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330 nachempfindet und richtig wiedergibt, einen ästhetischen Genuß bereitet und bestens empfohlen werden kann1. Paul Humbert behandelt in seinen von der Universität in Neuchätel (französisch) herausgegebenen Untersuchungen über die ägyptischen Quellen der Weisheits-Literatur Israels2 die Bücher Proverbia, Hiob, Koheleth, Sirach, Tobias, III Esra und Achikar in ihrer Abhängigkeit von älterer ägyptischer Literatur. Die allgemeine Abhängigkeit und direkte Entlehnungen aus der gnomischen Literatur Aegyptens hält Verf. für sicher. Er geht davon aus, daß die ,,Maximen des Ptahhotep“, des Wesirs eines der Könige der 5. Dynastie (nach Breasted. Gesch. Aegypt., um 2750—2625 vor Chr.) mindestens um 2000 v. Chr. entstanden sind und ebenso wie die ,,Maximen des Kaqimna“ (beide Sammlungen sind im Papyrus Prisse, aus der Zeit der 12. Dynastie, enthalten) und die ,,Lehren Amenemhats für seinen Sohn“ (nach Erman, um 1995—1790), ferner die ägyptischen ,,Klagen des Bauern“ (von Vogelsang 1913 kommentiert), ,,das Gespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele“ (von Erman 1896 herausgegeben) und die wiederholt erwähnten ,,Maximen des Amenemope“, Lebensregeln, Moralgedanken und Reflexionen über die Gerechtigkeit in der Welt bieten, die in Israel lange vor Abfassung der ältesten hebräischen Weisheitsschriften infolge des ägyptischen Kultureinflusses bekannt gewesen sein müssen. Die didaktischen Schriften des Pharaonenlandes reichen bis in das dritte Jahrtausend v. Chr. hinauf. Angesichts des bekannten regen Handelsverkehrs zwischen Kanaan und dem Nilland lange vor der salomonischen Zeit und in Anbetracht der großen Aehnlichkeit zwischen hebräischen Sprüchen und ägyptischen nach Inhalt und Stil kann kein zufälliges Zusammentreffen angenommen werden. Entlehnungen scheinen namentlich durch so frappante Stellen wie Prov 2220 bewiesen zu sein. Aber man darf deren Umfang nicht überschätzen, und der Verf. gibt zum Schluß selbst zu, daß der Einfluß der ägyptischen Weisheit die Originalität der hebräischen nicht beeinträchtigt und daß jedenfalls über den Gegenstand noch genauere systematische Untersuchungen unternommen werden müßten. Es ist daher unseres Erachtens auch nicht richtig, auf Grund der Präsumption einer weitgehenden Abhängigkeit künstlich den überlieferten ׳Text etwa nach Amenemope zu ändern, wobei nicht einmal konsequent vorgegangen wird. Proy 22-, 9 will Humbert auf Grund der LXX (ryjv ooov aou) mit Sellin statt •ה״ום אף אתר die Konjektur דרכי דדים annehmen. Wenn 1 Während des Druckes dieses Berichtes ging dem Ref. der Versuch einer anderen, deutschen Uebersetzung zu, eine Broschüre von 16 8. ,,Menschenleid oder Sünde? Das Buch Hiob im Lichte neuer Kommentare, übersetzt und bearbeitet von E 1 i e s e r b e n M e i r“ (Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1930). Der Druckbogen enthält in Wirklichkeit nichts als eine etwas freie und nicht immer richtige Uebersetzung zu Kap. 1—4, einsreleitet durch eine sicher gut gemeinte, mehr homiletische Uebertragung von Ps 24. Es ist nicht ersichtlich, daß Verf. irgendwelchen guten neuen Kommentar benutzt hätte, oder auch nur einen alten mit Erfolg. 3n ,,Warum ist meinem jetzigen Leben das Weilen auf meiner Mutter Kniee vorausgegange ntc! — 414 ״m eine großen Knoche n“! 2 Recherches sur les sources egyptiennes de la Litterature Sapientiale d’Israel, par Paul Humbert, Professeur ä PUniversite. Memoires de PUniversite de Neuchätel, T. VII, 1929. — 194 S. (Fr. 15.—).