Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 7)
- Language
- German
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327 ein Knecht Gottes blieb und als solcher von ihm anerkannt werden konnte‘‘ (427) möchte ich in aller Bescheidenheit auf die oben (bei Kaliana) von mir dargelegte abweichende Auffassung hinweisen. Die Frage der Geschichtlichkeit der Grunderzählung, der K. einen sehr lehrreichen Abschnitt widmet, führt ihn (übrigens auch Peters, S. 13*) zu der Behauptung: So urteilte allerdings ״der Talmud“ B. Bathra 15 a (bei Heranziehung des bibelexegetischen Materials aus dem rabbinischen Schrifttum sollte man ganz besonders auf den Autor und sein Zeitalter achten, da davon der Wert des Zeugnisses abhängt I) ,,Hiob hat nicht existiert und ist nicht erschaffen worden, sondern ist ein Maschal“, wozu K. noch bemerkt, die ,,doppelte negative und die positive Aussage des Talmud“ sei entschieden. An der betreffenden agadischen Stelle sind jedoch in Wirklichkeit nebeneinander allerlei geistreiche Vermutungen angeführt, von denen keine einzige eine autoritative Bedeutung beansprucht. Hiob 1 e b t e: 1. nach Levi b. Laclima (Schüler des Chama bar Chanina, Sepphoris, 3. Jh.) im Zeitalter Moses; 2. nach Raba (Babylonien, 4. Jh.), im Zeitalter der Kundschafter (Wüsten Wanderung); 3. nach R. Jochanan und R. Eleasar (Galiläa, 3. Jh.) im Zeitalter der Rückkehr aus dem Exil und sein Lehrhaus war in Tiberias (dies ist nach jer. Sota 20d möglicherweise nur so zu verstehen, daß R. Jochanan von Hiob 120 einen Trauerbrauch abgeleitet hat!); 4. nach einer anonymen Quelle, als einer von sieben Propheten, die den Völkern erstanden sind; 5. nach R. Eleasar, im Zeitalter der Richter; 6. nach R. Josua b. Karcha (Tanna, 2. Jh., hervorrag. Schriftausleger), im Zeitalter des Ahasverus; 7. nach R. Nathan (Tanna, 2. Jh.), im Zeitalter der Königin von Saba; 8.—9. nach anderen Gelehrten, im Zeitalter des Auftretens der Chaldäer (17) oder im Zeitalter Jakobs. Dazu kommen jer. Talmud 1. c. die Vermutungen: 10. nach Bar Kapara, im Zeitalter Abrahams; 11. nach Jose b. Clialafta und R. Ismael, während des ägyptischen Exils; 12. nach N. Jose b. Jehuda, in der Richter־־ zeit (— R. Eleasar). Neben diesen zahlreichen positiven Meinungen kommt die einzige negative eines Schülers des Samuel b. Nachmani (Beresch. r. 57: Resch Lakisch) vor, er habe überhaupt nicht gelebt, das Buch sei nur eine Dichtung. Der Meister tritt dieser Ansicht mit dem Hinweis entgegen, daß das Buch damit beginnt: Es w a r ein Mann im Lande Uz! — Die Redewendung לא כ בלא — אלא ist überdies in der Agada überhaupt keine entschiedene Negation, sondern mit ou vfy äUd verwandt. Der Kommentar selbst bietet überall eine reiche Fülle lexikalischer und stilistischer Belehrung. Die von Peters gegeißelten Konjekturen werden von K., der sie in der Regel anführt, mit noch größerer Konsequenz zurückgewiesen. Zum Inhalt und Zusammenhang der Reden werden häufig lichtvolle Erläuterungen gegeben. Es sei gestattet, zu einigen Stellen von beiden Kommentaren abweichende Bemerkungen zu machen. 3a ist weder ,,die Nacht, die da sprach“ (warum soll die Nacht die Geburt verkünden?) noch ,,D as ist ein Kerl!“ (P., nach Gr. ihoö) einleuchtend. Besser scheint mir, גבר als Subj. zu nehmen: da dem Mann in den Sinn gekommen, schwanger zu machen