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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 326

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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Sorgfalt heranzieht. Der Hypothese von Wutz steht er skeptisch gegenüber (S. 80*). Mit Konjekturen ist P. sparsam und es ist sehr erfreulich, daß er selbst die von ihm zugelassenen Textänderungen als ,,unter allem Vorbehalte gesetzt“ zu betrachten bittet. Es verdient besonders für jüngere Textkritiker das Bekenntnis dieses anerkannten, in der Textforschung und Literarkritik der altt. Schriften mehr als viele andere erfahrenen Meisters weiteste Verbreitung: ,,Noch mehr als in meinen jungen Tagen“ (in seinen Beiträgen z. Text״u. Literarkritik der Bücher Samuel, 1899) ,,betone ich in meinen alten den Grundsatz:vAptcrroz xpirtys b zayiax: filv cmvieic, ßpadicoz Si y.pivmv. Schuldbares Nichtverständnis des überlieferten Textes konnte ich übrigens oft genug als Ursache mancher voreiliger Textänderung feststellen. Die Durcharbeitung der Textüberlieferung des Tob hat mich noch vorsi chtiger gegenüber allen reinen Koniekturen gemacht . . . Ich mache deshalb die Parforcejagd der Mode nach Konjekturen, die gerade den lobtext in der wüstesten Weise zusammen gestampft hat, in keiner Weise mit . . . Gegenüber den Orgien iuvenilen Absprecbens und selbstbewußter Willkür ist heute die Ehrfurcht vor den Tatsachen der Ueberlieferupp־ besonders nötig. Diese vernachlässigen und dafür geistreiche Einfälle vortragen ist alles eher als wissenschaftliche Methode.“ (S. 94*—95*). — Besonders dankbar werden Studierende für das überaus reichhaltige Literaturverzeichnis sein, das mehr als 300 Werke (meist neuere Forschungen) umfaßt. Die Vorzüge, die Königs altt. Kommentare in reichem Maße auszeichnen, sind bereits oben bei den Psalmen angeführt. Er legt auch in der Erklä.rung zu Hiob Gewicht auf eine genaue grammatische Erfassung des Textes und kämpft gegen mangelhafte Berückrichtigung von Verbalformen. Ebenso tritt er der Neigung zur Mvthologisierung entgegen (z. B. bei A. Jeremias). Er weicht nie den Ansichten anderer Forscher aus, erörtert sie eingehend und ordnet übersichtlich seine Gegengründe. So bemerkt er gegen Pfeiffers Hypothese von einem edomitischen Ursprung des Buches (ZA W, 1926): Der Vergleich mit Prov 30 und 317-9 stimme nicht, da dort die aus־ ländische Herkunft in der Ueberschrift ausdrücklich angegeben sei; daß der Held in U z wohnt, beweist ebensowenig einen edomi tischen Ursprung der Dichtung, wie Ruth einen moabitischen oder ,,Die Braut von Messina“ einen sizilianisehen Ursprung. Ebenso werden alle anderen Argumente der Reihe nach widerlegt. Zur Theorie von einem früheren ,,Volksbuche“ führt K. einzeln widerlegend die geltend gemachten Gründe vor. Sehr zu begrüßen ist, daß er in der Einleitung auch ausführliche Stücke der von Zimmern, Jastrow, Dhorme, Ungnad, Landersdorfer und Rogers herausgegebenen babv- Ionischen Tafeln behandelt, in denen manche Gelehrte eine Quelle zum Buche Hiob sehen wollen. K. weist nach, daß von einer Entlehnung im biblischen Buche nicht die Rede sein könne, die äußeren Verhältnisse und die innere Situation seien ganz anders geartet (ein Urteil, zu dem auch Landersdorfer und Dhorme gelangt sind). Mit Bezug auf die von K. angenommene Idee des Buches, wonach der Held, trotz aller Leiden, ,,sich nicht von Gott losreißen ließ, sondern immer kühner an ihn appelliere, deshalb

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