Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 4)
- Language
- German
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nur als Beispiel für eine Kette (auch sonst unwahrscheinlicher) Unglücksfälle gewählt wurde. Daher ist K.s Auffassung, daß der Dichter der Dialoge die Erzählung schriftlich fixiert bereits vorgefunden habe, keinesfalls richtig. Die zahlreichen dunklen Stellen im Buche werden sprachlich unter Benutzung der alten Versionen, des rabbinischen Schrifttums und der besten neuesten exegetischen Arbeiten erklärt. Im Rahmen dieser Kollektivbesprechung kann leider auf Einzelheiten nicht viel eingegangen werden. Die Kommentare, welche in leichtem, schönem Hebräisch geschrieben sind, sind ein Gewinn für die alt testamen tliche Wissenschaft und gehören zugleich zu den besten Erzeugnissen der neuhebräischen Literatur. Sie können Lehrern und Studierenden der Bibel als vorzügliche Wegweiser empfohlen werden. Hiersei nur eine Erklärung des allgemein mißverstandenen Satzes 67 hinzugefügt. Was• Hiob am meisten erregt, ist, daß ihm sein qualvolles Dasein sinnlos erscheint (תפל) und daß er den ersehnten Tod nicht finden kann. סאנה gehört zu 64 חמתם (allenfalls kann מאני gelesen und auf חצי שדי bezogen werden). ״Sie treffen mit ihrer Wucht mein Leben nicht (vgl. 2<5;אך את נפשו שמור), während sie mich mit ihren Stichen täglich (לחמי wie Ps 424) martern! Möchte er doch meinen Wunsch erfüllen und mich vernichten!“ Der Schluß 62830־ in demselben Sinne zu verstehen: ״Schauet mir doch ins Gesicht, ob ich euch als Lügner erscheine; betrachtet mich von welcher Seite immer (הפך בה והפך־בה ־=־ שבו — ושבי) — es gibt keine Verfehlung, an ihrer Stelle ist nur meine Gerechtigkeit. Oder sollte etwa dies eine Verfehlung meiner Zunge sein, daß ich keinen Sinn entdecke (Geschmack finde חב* ל^ן יבין) an meinem Unglück?6־‘ Aus derselben Serie sind in diesem Jahre ferner veröffentlicht worden: die Kommentare A. KaKanas zu E s r a und N e c h e m j a, welche an anderer Stelle besprochen werden, und Zwölf Propheten, zweiter Teil: Micha, von J. Wijnkoop, Nach um von G. Hirschier, Habakuk von D. S. Lewinger, Zefanja von Max Margolis, Chaggai und Secharj a von A. Kahana und Male ach i von Max Margolis1, endlich der Band ,,Fünf Rollen“, den wir später behandeln werden. Die deutsche altt. Wissenschaft wurde, was die Hiob-Forschung betrifft, durch zwei gleich hervorragende und groß angelegte neue Kommentare bereichert, die in mancher Beziehung einander er- 1 Zu diesem, nicht in die Hagiograplien-Literatur gehörenden Bande seien hier nur ein paar Bemerkungen gestattet. Micha 54 sollte doch, ob zustimmend oder nicht, wenigstens erwähnt werden, was ich bereits 1924 (Hatekuplxa XXII 232, dann REJ LXXX 57) dargelegt habe, daß צעיר nicht Adj. zu בית לחם sein kann, sondern Subjekt des Satzes ist: Der Jüngste (wie einst David, כ]מקדם]), nicht der Stärkste, wird aus dir hervorgehen, um Herrscher zu werden. — S. 45, im Sabbath-Tischlied “״נשמת בל חי“ וגם ״נעריצך sind Schlagworte für Morgengehet und Keduscha und nicht ונם אנחנו נעריצך zu verstehen. — S. 85 zu Hab 2חמס לבנון ,7נ ist im Sinne von Jes 3724 zu verstehen; vgl. 147; יחיתן auf שד als Subj. und בהמות als Obj. zu beziehen: der sie in Schrecken gehalten. — Sehr zu begrüßen ist S. 93 Margolis’ Stellungnahme gegen die tendenziöse unwissenschaftliche und die Texte in späte hellenistische Zeiten verlegende Exegese.