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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 311

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Altsinaitische Schrift und Inschriften [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 311 (sequence 3)
Language
German
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311 Zeichen.) Zu Jod I sei bemerkt: Sieht man sich das Bild näher an, so fehlt dem Settier auch der Kopf, allein auch dies erklärt sich leicht; ist doch das Schrift Zeichen nichts anderes, als das Schema der H an d mit gespreizten Fingern. Erklärte doch Gr. seinerzeit ,,die Gleichsetzung vom semitischen Jod-Jaman mit dem ägyptischen Gotte Set(eh) ist zwar nur geraten“3, jetzt ,,ist“ Jod gleichbedeutend mit Set. In Grimmes Aufsatz ״Alphabet“ in Ency cl. Judai ca, II, 403, wird Jod kurz und bündig ,,Gottesname“ erklärt. Auf welche Weise und unter welchen Umständen hat sich das ,,Geratene“ zu ge־ sicherten! Wissen (denn nur um solches kann es bei Angaben in einer Enzyklopädie handeln) emporgeschwungen? Die Antwort hierfür in einer von Gr. 1926 veröffentlichten Arbeit; dort heißt es : ,,gewissenhafte Semitisten“ könnten nicht ohne weiteres Jod mit ,,Hand“ erklären, ,,da das Wort ,,jad“in keiner semitischen Sprache mit dem Vokal ,,0“ auftritt“1 2 Allein diese scheinbare Schwierigkeit ist längst behoben. Zu T und דם גי1ד und ים יאד1ם und י1ם genügt es, auf Nöldekes diesbezügliche Ausführungen hinzuweisen3. Somit, scheint mir, sind Grimmes Bedenken betreffs des 0 in jod behoben; der Name dürfte selbst von ,,gewissenhaften Semitisten“ mit ,,Hand“ und nicht mit ,,Gottesname“ übersetzt werden. Zur Erklärung von Kaf gelangt Gr. auf dem Wege reinlogischer Deduktion. Nachdem er die Gleichsetzung Jod-Set ,,geraten“ hat, bemerkt er: ,,Wenn Jod nicht ,,Hand“ ist, so fällt damit eine Hauptstütze für die Annahme, daß Kaph ,,hohle Hand“ bedeute“4. So war es im Jahr.e 1923. Im Jahre 1929 folgt der Rückschluß, ünd zwar: ״jod“ ist ,,Gottesname“; ״für diese Deutung (von jod) spricht vor allem der Umstand, daß der auf Jod folgende Buchstabe Kaf — ,Rispe‘ mit dem Pflanzensymbol für Oberägypten“ geschrieben wird5. Bezeichnend ist die Bemerkung zu Kaph: ״Die Biegung am oberen Ende des hieratischen Zeichens fehlt dem sinaitischen Zeichen“6. Ohne jegliches Bedenken heißt es dennochin derEncycl. Jud.: Kaf-Pflanzenrispe. Das Schin-Zeichen leitet Gr. nach wie vor vom ägyptischen Ideogramm ״Ast“, ״Rute“, ״nämlich des Urins, also Phallus“ ab. Also Ast, Rute im übertragenen Sinne. Will man das As t-Ideogramm mit dem sinaitischen Schinzeichen in Verbindung bringen, muß man die Einbildungskraft zu sehr in Anspruch nehmen, um eine Aehnlichkeit zu finden. Nimmt man aber das ägyptische Ideogramm für penis erectus, dann stimmen das Scrotum und das Schinzeichen vollständig überein. Wir haben dann das reale Bild und keinen übertragenen Sinn. P ״Koph gleich Bauchhöhle“; so Gr. AS, S. 13. Der Grund hierfür? — Koph, meint Gr., sei ״dasselbe wie arabisch gauf ״Bauchhöhle“ (was wohl die Urbedeutung von hebräisch נרפה 3גוף sein wird), und finde dann das hieratische Zeichen für ,Bauchhöhle‘ leicht im Sinaitischen wieder.“ Es sei dahingestellt, ob die Urbedeutung von גוף wirklich ״Bauchhöhle“ war, allein wie bringt man diese Ableitungsmethode mit dem von Gardiner ausgesprochenen und von Gr. so sehr in Ehren gehaltenen Prinzip der Akrophonie? Auf dem Wege der Akrophonie gelangt man — und dies scheint mir ersichtlich genug — von גרף nur zu ג, keinesfalls zup. — *pp (so zu vokalisieren) kommt eben nur von רףp rund sein; vgl. להקופת ד»שנדי‘ nach K r e i s umlauf des Jahres7. Gr. spricht von ״Kolben“, ״Knauf“. ל^פא ist das Nadelöhr; die abgerundete Seite eines Werkzeuges. (Krauss, 1 AH, S. 30. 2 G r i m m e, Die Lösung des Sinaischriftproblems. Die altthalmudische Schrift, S. 9. 3 Nöldeke, Neue Beitr. z. semit. Sprachwissensch., S. 116 f.; das. S. 133 f. für Edöm und ״ דםBlut“ das. S. 118. S. ferner Eisler, a. a. O., S. 37. 4 AH, S. 30. 5 AS, S. 8. 6 Das. S. 19. — Prof. B u ti n ist seiner Sache weniger sicher. Er meint Sethe und Grimme ״are pirobably right in deriving the sign from a plant-sign in Egyptian“, S. 16. 7 Die ostjüdischen Volksmassen bezeichnen den Buchstabennamen heute noch mit ,,Küf“ und nicht mit ״Kojf“; bei der Inversion in die sefardische Sprache erhalten wie g u f.

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