Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 9)
- Language
- German
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daß diese also unter den in den Psalmen häufig votkommenden פועלי און zu verstehen sind. Nicolsky, der über eine vorzügliche Kenntnis des hebräischen Bibeltextes verfügt, hat zwar erkannt, daß zahlreiche von Mowinckel zum. Beweis angeführte Zitate unrichtig ausgelegt sind; daß z. B. Ps 364 און neben מרמה (ebenso 5e) ein Verbrechen und kein Zaubermittel ist und dies auch von פועלי און Ps 283 u. a. St. gilt. Nichtsdestoweniger ist er der Meinung, daß Mowinckels Untersuchungen das ganze Psalmenproblem auf eine völlig neue Grundlage stellen und vielversprechende neue Wege zeigen. Im Grunde sei ja in jedem religiösen Ritual etwas von Magie enthalten. Jede offizielle Religion habe volkstümliche magische Riten und Formeln aufgenommen, was z. B. die Aufnahme heidnischer Bräuche durch das alte Christentum zeige. Die vielen Texte magischen Inhaltes, die wir von Assyrien und Babylonien kennen, beleuchten ihrerseits manche primitiven israelitischen Riten und Formeln, wie das Bestreichen der Türpfosten mit Opferblut in der Passahnacht, die Besprengung des Deckels der Lade und die Uebertragung der Sünden auf einen in die Wüste getriebenen Bock am Versöhnungstage, der Ritus bei der Reinigung vom Aussatz, die rote Kuh und das magische Ritual bei der einer Untreue verdächtigen Frau. In letzterem Falle (Num 5n-23) liege der Typus einer volkstümlichen Zauberformel vor, die vom offiziellen Ritual übernommen und umgearbeitet worden sei, indem die Anrufung Jhws als Richters hinzugefügt werde. So sei anzunehmen, daß der offizielle Kult sich noch andere Formeln zu eigen gemacht hat, und man müsse sie im Psalmenbuch suchen, wo sie sich als Kernstück oder Bestandteile einzelner Psalmen erhalten konnten, Sie aufzuzeigen, ist die Hauptaufgabe der Arbeit, Es muß, meint der Verfasser, die Frage nach der ,,Entfernung der Resultate einer vielhundertjährigen Redaktionsarbeit“ für ganze Psalmen gestellt werden; in ihnen finden sich alte volkstümliche Formeln umgearbeitet oder neue offizielle ,,Beschwörungsgebete“ unter Benutzung älteren Materials vor. In diesem Sinne versucht er Ps 91, 58, 141, 59, 109, 69, 35!-!(), 7 zu analysieren und kommt zu dem Ergebnis, daß 91 und 141 nach Form und Inhalt ganz ,,aus Sammlungen magischer Formeln“ stammen; 58, 59 ,,in Priesterkreisen bearbeitet“ sind, dabei 59 als ״talismanisches Gebet um Bewahrung vor nächtlichen Heimsuchungen“ Erzeugnis der Königszeit ist; 141, ,,von jeder Redaktion unberührt“, stelle ein Konglomerat magischer Formeln dar (S. .94). . Ich habe mir Mühe gegeben, die These des Verfassers unvoreingenommen zu prüfen. Es ist richtig, daß babylonische und assyrische Kulte auf den israelitischen einen großen Einfluß ausgeübt haben. Dies hat zur Erklärung des Opferrituals und verwandter Einrichtungen niemand einleuchtender dargelegt, als Maimonides in seinem Führer1. Ferner gebraucht die dichterische hebräische Sprache gerne Ausdrücke, die den ältesten Kultusformen und dem Volksglauben entnommen sind, wie ,,Entsündige mich mit Ysop“ בפי טבע האדם שהוא נוטה תמ״ד למורנל ► .. ומפני זד, השאיר השם מיני העבודות ג .More III32 ההם והעתיקם..♦ והניע התחבולה בזאת הערמה האלהית שנמחה דבד ע״ז