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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 298

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 298 (sequence 8)
Language
German
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durchaus nicht notwendig oder verzeihlich sind.“ Der Standpunkt des Psalmes sei ,,unterchristlichen Ranges“ (S. 618). Demgegenüber ist zu bemerken, daß der Verf. sich auch hier durch die gekünstelte Gruppeneinteilung das Verständnis für Ps 26 erschwert hat, da er den vorhergehenden, mit dem er (wie schon Delitzsch gezeigt hat) innig zusammenhängt, losgerissen und in Gruppe X verlegt-hat. In Ps 25 ist aber dreimal demütig die Bitte um Nachsicht für die eigenen Sünden vorgebracht, so daß von einem Pochen auf eigene Tugend am wenigsten die Rede sein kann. Das ״Wandeln in Gottes Wahrheit“ (nicht ״in Treue gegen dich“) 263 (vgl. 2510) zeigt auch schon ein so hohes religiöses Ideal, daß das Gerede von der ״Gesetzlichkeit“, für welche im Ps nicht der geringste Anhaltspunkt gegeben ist, deplaciert erscheint. Der Anfang des Gedichtes ist aber auch insofern unrichtig aufgefaßt, als die Beäeutung von שפט verwalten, regieren (I Sam 820; Jes 3322; Rieht 310) übersehen wird. Weit entfernt von Stolz und Selbstsicherheit, fürchtet der Dichter gerade seine menschliche Schwäche und die Verlockung durch das Beispiel des großen Haufens, der unwahrhaftigen, heuchlerischen und bösen Menschen (נעלמים ist Gegensatz zu באמתך), Er sucht in Gott eine Stütze: ״Leite du mich . . . daß ich nicht wankend werde; ich bin immer in meiner Einfalt gewandelt“ (und möchte auch so weiter in meiner Einfalt wandeln — V. 11, der V. 1 ergänzt). Ganz verfehlt ist K.s Uebersetzung von 2 b: ,,meine Nieren und mein Herz sind geläutert“ (auch in Widerspruch zum Texte). בחנני ist hier keine Herausforderung und Selbstzufriedenheit, sondern eine Ver- Stärkung der Bitte um göttliche Führung (durch Veredlung und Läuterung der sonst mit Schlacken behafteten menschlichen Natur), wie ganz ähnlich Hiob 239 f. בדוכני ♦ ♦ . באשרו אחוה רגלי. Endlich werden in einer letzten Gruppe XVI die ״Bußpsalmen1‘ 6, 32, 38, 51, 106, 130, 143 zusammengestellt. Zusammenfässend kann gesagt werden, daß der Kommentar viele beachtenswerte Erklärungen dunkler Stellen und Widerlegungen mangelhaft begründeter Konjekturen enthält, wenn auch die durchgehende theologische Auffassung und die weitläufige Gliederung, die sich an dogmatische Vorstellungen anlehnt, mitunter den Weg zum natürlichen Sinn der Gedichte verlegen. — S. 100 ist mißverständlich aus Mischna, Berach. I 2 zitiert: ״Bis die Sonne ihren Glanz entfaltet hat (nnd man infolgedessen genau lesen kann)“, während dort הנץ החמה Ende der mit dem ersten Hellwerden beginnenden Zeit des Lesens ist. — S. 386 wird sonderbar zitiert : ״In Abodath Israel (ed. Baer 2, 10 [.?]) steht: Ich danke dir, daß du mir meine Seele wiedergegeben hast.“ Es handelt sich um das in Baers Siddur wie in jedem Gebetbuch stehende, aus b. Berachoth 60b stammende Gebet, das in einer wissenschaftlichen Arbeit doch nur aus dem Talmud angeführt werden kann. In einer der theologischen Exegese ganz entgegengesetzten Richtung bewegt sich eine fleißige, an moderne Untersuchungen über Volksreligion und orientalisches Zauberwesen anknüpfende Arbeit des Professors an der weißrussischen Universität in Minsk Mkolaj Nicolsky:?,Spuren magischer Formeln in den Psalmen“1. J irku hat bereits über die Dämonen im AT und die Volksreligion Israels geschrieben, die Psalmen hat aber besonders Mowinckel nach ״magischen Elementen“ durchsucht, wobei er das Kriterium gefunden hat, daß der Terminus pH jedesmal auf eine vorsätzliche magische Einwirkung von Zauberern und bösen Geistern hinweist; 1 Verlag A. Töpelmann, Gießen 1927 (Uebersetzung des russ. Manuskripts von G. Petzold). Beihefte zur ZAW 46, 100 S.

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