Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 7)
- Language
- German
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Anhöhen und Altäre vernichtet!‘‘): Sie denken sich: ,,wir werden sie alle־ samt von ihrem Erbe verdrängen, denn sie haben ja alle heiligen Stätten im Lande verbrannt, wir sehen ja (wie sie glauben) keine Zeichen mehr, haben keinen Propheten . . . wie lange noch, Gott, darf der Feind so lästern?“ Daß s£oö(oo axrjvrj; in der Ueberschrift von Ps 30 schwerlich etwas mit dem 8. Tag des Laubhüttenfestes zu tun hat (S. 336), sondern, wie nach der armenischen Ueberschrift zu schließen ist, das Fragment einer Ueberschrift etaöooü xai axy]v־/j<;, otcöts sotdÜrj 70 ןx7^7) sein dürfte, welche (mit Recht oder Unrecht) unter Bezugnahme auf I Ghron 16 zu Ps 29 gehörte, habe ich zuerst ZAW, 1901, 124—125, dann in RfiJ, XLIII (1901), 269—272 dargelegt. Kittel zitiert diese Vermutung in seinen Nachträgen (Die Psalmen, 1914, S. 520) im Namen von Torczyner, der später 1912, ZDMG 66, 402 unabhängig von meiner armenischen Stütze auf diesen Ge^ danken kam. — 1ממתקוממים בימינך 7ל kann nicht heißen: die sich gegen deine rechte Hand erheben; בימינך gehört zu מושיע. V. 14: ,,Vor Männern mit Deiner Hand . . . vor Weitangehörigen Männern, deren Teil schon im Leben eingeschlossen ist, und mögest du ihren (wessen?) Bauch mit Deinem Aufgesparten füllen“ gibt keinen logischen Sinn, auch der Anschluß von V. 15: ,,ich möchte in Gerechtigkeit schauen“ ist nach den üblichen Erklärungen unverständlich. Das Richtige dürfte sein: ,,Mehr als die Menschen aus dem Volke, 0 Gott, als die Menschen dieses Erdendaseins, von Deiner Hand ihr Teil an Lebens־ gutem erhalten und Du mit Deinen Schätzen ihre Begierden stillest, daß ihre Kinder noch satt werden und sie ihr Vermögen den Jungen hinterlassen — schaueich gesättigt mit frommem Sinne Dein Antlitz (vgl. 636!) und während ich noch wach bin (d. h. so lange ich lebe; vgl. 1610f,!) Deine Erscheinung.“ (ידך ist מידך oder T™; Gottes Hand gewährt alle Lebensgüter, 145t6; אשבעה antithetisch zu ישבעו בכים; zur Konstruktion ״ מmehr als“ vgl. 48 מ;!ת). XI. ,,Danklieder für Errettung des speziellen Gottesreiches und seiner treuen Bürger“, Ps 46, 48, 68, 76, 124, 129, 135; der Betende zugleich das ganze Volk vertretend: Ps 18, 66, 75, 118. XIL ״Lieder über Gotteshilfen und Gottesverheißungen“ (m e s s i a ־ nis che Psalmen), 2 (20, 21), 45, 72, 89, 110. XIII. ״Dulderpsalmen“, 16, 20, 40, 56, 57, 62. Sie werden zum Teil auch als Hinweise auf den leidenden Messias gedeutet. XIV. ״D roh- und Racheps alme n“, 59, 69, 94, 109, 137. Daß 69, ganz von Klagen über unsägliches Leid und von erschütternden Gebeten erfüllt, wegen, einzelner in der Erregung eingeschalteter Sätze (V. 23—26, 28—29) zu dieser Gruppe gezählt wird, ist nicht berechtigt. Noch weniger ist die Einreihung für den sanften und herzergreifenden Ps 137 zulässig, das Lied eines aus assyrischer Kriegsgefangenschaft glücklich heimgekehrten Leviten. K. kennt (S. 558) meine Erklärung des so gründlich mißverstandenen letzten Satzes, wonach er sich auf II K 147, II Ghr 2512 bezieht (Jeschurun, 1926, 104 f., s. auch MGWJ, 1927, 293), bleibt aber bei der ־irrigen Deutung auf ein Zerschmettern junger Kinder am Felsblock. Er wendet gegen meine Gleichsetzung: ע1ללי.ןי — kämpfende Kriegsschar ein, das Wort könne gemäß seiner sonstigen Bedeutung nicht ,,deine Jungmannschaft“ heißen. Aber dieser Sinn tritt ganz deutlich Klagel 15 hervor, wo עולליה die kämpfenden Jünglinge sind, und Ps 1714, wo von der jüngeren Generation, nicht gerade von kleinen Kindern die Rede ist. XV. ,,Protest gegen pessimistischen Unglauben“, 37, 52, 86 (?), 102 u. a.; und ein ״Echo von Selbstgerechtigkeit und Tugendstolz“: 26. Der letztgenannte Psalm steht schon seit de Wette unter der besonderen Anklage, der Dichter spreche mit einer Selbstzufriedenheit, die an den Pharisäer Luc 189 erinnere, die erkläre sich durch die Vor־ herrschaft der ״Gesetzlichkeit“. Gegenüber den gnädig ״entlastenden“ Urteilen bleibt K. dabei (S. 617), daß hier Selbstgerechtigkeit nnd Tugendstolz vorliegt (Kittel schwächt den Vorwurf wenigstens dadurch ab, daß er nach Zimmern und Ungnad auf die babylonische Sitte hinweist, der Gottheit seine Verdienste vorzurechnen, ferner auf Aeußerung über den Lohn auch im NT und das Wort von Lotze: ,,Wir halten eine Weltansicht für unvollständig, die ein unvergoltenes Verschwinden des Guten für möglich hält“). König meint, daß derartige Aussagen der Selbstgerechtigkeit auf der ״vorbereitenden Stufe der Offenbarungsreligion zwar erklärlich, aber trotzdem