Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 6)
- Language
- German
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296 IXi ״D es Gesetzes positive Wirkung e'n“ sind hervorgehoben a) auf religiös-sittlichem Gebiete in Ps 5,101, '131, 138, b) auf dem Gebiete des K iil t U s Ps 15 122 ,87 ,84 ,63 ,43 ,42 ,27 ,24 ,(!)׳ u. a. Hier ist die Verschiebung bezeichnend, zu welcher der Verf. durch sein Schema gezwungen wird. Weil Ps 15, der ganz ethisch orientiert ist, in dichterischer Weise mit der Frage nach dem Weilen in der Nähe Gottes anhebt, wird er in das Gebiet des Kultus versetzt. König würdigt (mit‘ Kittel) erfreulicherweise die sittliche Höhe dieses Psalmes und bemerkt scharf gegen' Duhm, der in ihm nur ,,niedrig gehaltene Beichtsprüche“ findet, daß er auf dem Wege sei, ״ein zweiter Thersites“ zu werden. — Ps 4 (S. 326 f.) ist nicht inindividuelleiri Sinne, sondern am besten in Anlehnung an Deut 3328 mit Bezug auf die Berufung Israels zu erklären1. — Ps 81 als Passah-Psalm־ zu betrachten (S. 331), ist ohne jeden Anhaltspunkt in der Tradition, welche die Festgesänge der Tempel zeit genau kennt. Der Psalm gehört zum Laubhüttenfest, das auch vorzugsweise חג genannt wird (I kön 82, II Chr 53, wo es auf den ganzen 7. Monat bezogen wird). Symmachus Uebersetzüng von בכסה sv rcavastojvfl, im Vollmond, zeigt, daß חגנו ebenso verstanden wurde. X. Bittpsalmen mit der Bitte um Gottes Hilfe, und zwar um Errettung a) von äußeren Feinden, 9, 44, 60, 74, 79, 80, 83, 85, 108123 י14-ד, 126, 144; b) von israeli tischen• Feinden, 7, 13, 17, 25, 54, 71, 125 u. h. In die erste Gruppe fallen u. a. die Psalmen, die von zahlreichen Bibelforschern mit besonderer Entschiedenheit als makkabäische bezeichnet werden. K. spricht sich schon in der Einleitung bei einzelnen Stücken (S. 60 bis 61) gegen diese Datierung aus. Er hält z. B. 44 für einen Rückblick auf die Schlacht bei Megiddo. (Näherliegend ist die Beziehung* * auf Josaphat, vgL II Chr 2Q7, ]9.) Dagegen folgt er, seiner eigenen sonstigen Tendenz untreu* bei Ps 74 dem Strome der. radikalen Exegese, indem er den Psalm auf die Glaubens Verfolgung zur Zeit des Antiochus Epiphanes bezieht. Es sei davon abgesehen* daß der Satz 8b vom Verbrennen der Heiligtümer nach der LXX ganz anders gelesen und verstanden werden muß (xaTaitauacu^Ev xdc, £op7a<; xupioo cbco von den Festen; כו״פד. בל מועדי אל oder נ$בית). Der Hinweis auf I Mäkk 146,56 stimmt nicht. Dort heißt es nur: xd juavai aitaöjiö xat a'ftou(;, Verunreinigen des Heiligtums und der Heiligen, und ״die Büchei‘ des Gesetzes, die sie fanden, verbrannten sie“ — wovon sich im Psalm kein Wort findet. Aber viel wichtiger ist noch, zu überlegen : warum blieb, wenn dieser u. a. Psalmen zu gleicher Zeit wie etwa I Makk verfaßt sind, vom hebräischen Urtext־des Makkabäerbuches nicht eine Zeile erhalten? Und wie ist es möglich, daß in diesen Psalmen nicht eine Spur jener zahlreichen Neuhebraismen zu;finden ist, die schon Sirach ein Menschenalter früher zeigt? Ferner: Konnte ein Dichter zur Zeit des Antiochus wie in Ps 74 mit der Klage beginnen,: daß Gott sein Volk verlassen hat, während in Wirklichkeit.die, griechisch ,gesinnten Priester und die abtrünnigen Vornehmen des Volkes ihren Gott verlassen und die Feinde der Frommen ins Land gerufen hatten — ,wovpn': aber wieder um Gedicht nichts steht? . Der, ganze* Gedankengang von Ps .74 erhält seinen richtigen Sinn, wenn man Jes 103233־ gegeniibers.tellt und den Psalm in die Zeit des Königs Hiskia setzt, als der größte Teil des Landes. Israel verwüstet war und das Heer Sanheribs sich lästernd und höhnend bereits in der Nähe Jerusalems befand. Im Sinne der Jesajanischen Schilderungen (!ינופף ידו הד בת ציו) ist V. 5 zu verstehen: Der Feind droht gleich einem, der die Axt schwingt, um einen Baum zu fällen, und wie jemand, der mit Zerstörungswerkzeugen kostbares Schnitzwerk zerhauen will (vgl. II Kön 1923, Jes 3 724 ♦♦♦ ביד. מלאכיך חרפת זלחו .(ואברח קומת אדזיו־£ ist Perf. confidentiae (Ges.-K. § 126,4) im Sinne der D r 0 11 u•n g; V. 4b : sie rüsten sich in der Erwartung, daß sie Dein Heiligtum verbrennen2,/V. 7—8 kann im Sinne von Jes : 367 erklärt werden (״Du wirst vielleicht.sagen:. wir vertrauen auf den Ewigen? Aber Hiskia hat ja seine a Darüber ausführlich MGWJ 1927,'290.־ 2: Durch die Zusammenstellung der beiden Texte wird auch Jes 1033 erst verständlich־:• Der Feind schwingt seine Hand, wie wenn er mit einer Axt einen* Bannt fällen wollte .(= Ps 745) — aber der wahre Herr, der Ewige, von seinen Schären mrngeben, e r wird• die stolze Baumkrone abhauen, die Hochragenden niederreißen (die Assyrer). -