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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 295

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 295 (sequence 5)
Language
German
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295 Steigerung: und־ nicht einmal vernünftig). Der Dichter meint: Ein. sittlich tiefstehender, verdorbener Mensch handelt so, wie wenn es keinen Gott in der Welt gäbe (vergl. Prov 26אמר עצל שחל בדרך 3נ); diejenigen, welche unwürdige ־and abscheuliche Taten begehen (handeln so), wie wenn nicht ein gütiger Weltschöpfer wäre, ein Gott, der vom Himmel auf alle Menschenkinder herniederschaute und wahrnähme, wo es einen Einsichtigen gibt, der das Göttliche sucht; als wenn alle Wesen entartet und insgesamt verdorben wären — als wenn es keinen gütigen Weltschöpfer gäbe, auch nicht den Einzigen! Der Dichter setzt als bekannt voraus: 1. die Schöpfungsgeschichte mit der nachdrücklichen Hervorhebung der Güte aller Schöpfungen und dem als sittliche Norm für den Menschen gedachten Satz Gen l31 וירא א* את כל אשר 2;עשר. וחנה טוב מאד. den daran geknüpften, Ps 10435, Ps H466-8 ausgedrückten Gedanken, daß in der Welt, die Gott erschaffen, kein Platz für Sünde und Bosheit und nur Raum für Wahrheit und Menschenliebe ist; 3. den einzigen Gott, Dl 64. — Danach ist die Wiederholung אין עושה טיב (Gott) mit der Ver- Stärkung אין גם אחד ganz im Sinne von Aboth 5! zu verstehen, daß die bösen Menschen Gottes herrliche und vollkommene Welt zerstören, und Y. 4—5 wäre zu übersetzen: ״Es sollten doch alle Uebeltäter wissen, die Tag für Tag an meinem Volke zehren (Ps יד9ל Mich 33, Jes 102), daß sie den Ewigen (in Wahrheit) nicht anrufen, wo auch immer sie ihre Gottheiten verehren mögen (Ps 360, Gen 3168); denn Gott ist nur im Geschlecht der Gerechten.“ VII. ,,Die Begründung des speziellen Gottesreiches, in welchem die religiös irregeleitete Menschheit schließlich wieder versammelt werden soll“, Ps 47, 99, 100, 105, 111, 114, 129, 147—149. In dieser Reihe unterscheidet sich Ps 105 durchseinen historischen Inhalt wesentlieh von den anderen. Auch kann er sicherlich nicht von Ps 106 getrennt werden. Aber dieser mußte vom theologischen Gesichtspunkte des Verf. aus in eine ganz andere Gruppe, die der ,,Bußpsalmen“ (S. 647) versetzt werden. — Ps 1495 gibt K. wieder: ,,Mögen Fromme aufjauchzen in der Seele (בכבוד), mögen jubeln auf ihren Lagern“. Perl es’ Einfall, das letzte Wort habe vielleicht במשמרותם gelautet, lehnt er mit Recht ab, da auch, schon LXX i7ul tc5v xoltäv au־o>v liest. Wahrscheinlich ist jedoch,. daß בכבוד — על משכבותם zu verstehen ist wie ממחחו כבוד, Jes 1110 vom •;Sproß Isa’is, der .sich nicht der Gewalt bedienen, sondern durch den Geist Gottes sich die Völker unterwerfen wird. על משכבותם ist die beschauliche Ruhe, die auf den Kampf :verzichtet. Die Lobpreisung Gottes in ihrer Kehle ist allein wie ein scharfes Schwert in ihrer Hand (כ ו vgl. Prov 26g, 2621, 2717); damit werden sie Vergeltung üben usw. Das bedauerliche Mißverstehen dieses Sinnes hat einerseits zu der literarhistorisch ganz unmöglichen Verbindung des Psalmes mit den späteren Makkabäer kämpfen, andererseits zu seiner verhängnisvollen kirchlichen Verwendung im Interesse der Entflammung kriegerischer Leiden schäften bei katholischen wie bei protestantischen Fürsten geführt. VIII. Verherrlichung der im speziellen Gottesreiche enthüllten Gesetzgebung“, Ps 78, 119, 112, 128. Mit Bezug auf 119 verwirft K. die Theorie, wonach der Dichter alle Stichworte für das ,,Gesetz“ aus Ps 19 entlehnt hätte und, wo eine genaue schematische Verwendung der Synonyma im Texte nicht durchgeführt erscheint, durch Korrekturen nachgeholfen werden müßte (was besonders bei Briggs mit großer Willkür geschieht). Mit Schl ögl nimmt er an, daß aus Ps 19 nur sechs Synonyma für die Lehre entlehnt sind, die sich fast alle in der 6. Strophe und alle in der 8., 10., 11., und 18. Strophe finden. — V. 89: ״Für immer, 0־ Ewiger, steht dein Wort im Himmel fest“ ist ebensowenig einleuchtend, wie bei Ehrlich, Kittel und Perles die Uebersetzung ,,wie der Himmel“. Der •Satz ist vielmehr mit dem folgenden zusammen eine Amplifikation des prophet. Wortes Jes 408 ודבר א׳ יקום לעולם, wobei ״Himmel und Erde‘V den Begriff .,,Weltall“ darstellend, aus stilistischen Gründen auf die beiden Sätze verteilt wird (ebenso wie Ps 7325: ,,wen habe ich außer Dir im Weltall?“). לעולם entspricht אמונתך — דבדך «לדוד ודור, (Gottes Bund), ארץ ist für בארץ und ותעמד bezieht sich nicht auf die Erde, sondern auf אמונתך wie נצב auf דברך). Der Satz enthält daher nichts Transzendentales, sondern er besagt: Deine Botschaft ist für ewige Zeiten dem Universum gegeben, wobei noch zu be- ,achten ist, daß der Psalmendichter Gottes ״Wort“ (wie 1471?).auch im Walten •der Natur sieht (vgl. 1486).

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