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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 294 (sequence 4)
Language
German
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294 Ewiger, mein Gott1, durch Deine Wunder und Deine Fürsorge für .uns“), 8612 (10926 ,(אדני אלתי, ferner I K 1721, Jona 27, Esra 96. Gunkel hat sich dabei offenbar vom Gedanken an ein Metrum leiten lassen, aber er selbst gibt den beherzigenswerten Rat: ״Möge sich die zukünftige Wissenschaft von der allzugroßen, ja manchmal pedantischen Gleichmäßigkeit. . . wieder abwenden und einsehen, daß das hebr. Stilgefühl, der Gotik vergleichbar, auch in der Metrik vielfach die Unregelmäßigkeit vor zieht.“2 V. ״Als der huldreiche Erhalter und Regent der Welt“ wird Gott besungen in Ps 23, 33, 91, 103, 107, 113, 117, 121, 127, 145, 146. Mit Bezug auf Ps 23 haben S m e n d (ZAW 1888) und Baethgen die Anschauung vertreten, daß das Ich die Gemeinde ist, dieses mit der Begründung, daß nach Y. 2 und 4 die Herde sich auf der Wanderung befindet (bzw. V. 2 trifft dies nicht zu, da ינחניי במעגלי צדק sittliche Lebensführung ist) und (nach V. 6) der Rückkehr in das Haus Gottes entgegensieht. In individuellem Sinne deuten Duhm, Gunkel, Kittel, Budde u. a. den Psalm. K. bemerkt richtig, daß auch der einzelne Mensch sich während seines Lebenslaufes auf der Wanderung befindet und hält den Psalm mit gutem Grunde für davidisch. — Die Ablehnung der Konjekturen zu Ps 919 (אברת oder nnp für אתה, obwohl auch LXX 06 hat!) ist gut begründet. VI. ״Von der Störung der ursprünglichen Gottes- und Menschenbeziehung durch das Dazwischentreten der S ü n d e“ sprechen Ps 12, 14, 36 und 53. Bei Ps 14 und 53 kommt auch König nicht über die gewohnte, aber unseres Erachtens verfehlte Auffassung hinaus, wonach V. 1 vom Atheismus der Zeitgenossen spricht. Kittel (Die Psalmen, 1914, S. 43) schränkt dies schon ein, indem er annimmt, daß es sich um praktischen Atheismus handle, d. h. um ein Verhalten, als ob es keinen Gott gäbe; er erkennt auch den großen Widerspruch zwischen der Betonung der Allgemeinheit des Bösen in V. 2—3 und der folgenden Erwähnung einer Gruppe der Gerechten (V. 5). König sucht auf Grund der Vorstellung, daß zur Zeit des Dichters Atheismus und praktischer Materialismus die Majorität Israels beherrscht, die Abfassungszeit, und meint, sie in der Exilszeit zu finden (S. 217), obwohl doch sonst angenommen wird, daß gerade im Exil sich unter dem Einfluß Ezechiels ein geläutertes Gottesbewußtsein gebildet hat (nicht klar ist auch dabei, warum Verf. zu ״Gesprochen hat“ S. 212 bemerkt: nämlich in den schlimmen Zeiten vor dem Exil). Mit Recht weist K. Gunkels (von Baethgen übernommene) Deutung ab, wonach die Anklage sich nur auf Israel beziehe; dem steht klar entgegen: ״Gott schaute auf die Menschen“. Ebenso klar ist nun aber auch, daß wenn V. 3 die Bedeutung hätte: ״alles ist verdorben, es ist nicht einer, der Gutes täte, auch nicht einmal Einer“, unmöglich noch von Gerechten, sei es auch leidenden und bedrückten, im selben Psalm die Rede sein könnte. Es ist nicht mit Jer 5! zu vergleichen (Gun kel S. 232), denn dort wird in prophetischem Zorn lediglich vom öffentlichen Leben in Jerusalem gesprochen (בחוצות ירושלים), während hier Gottes Auge von den Höhen das ganze Menschengeschlecht überblickt. Der wirkliche Sinn des Psalmes erschließt sich, wenn man den verwandten ethischen Ideengang des folgenden Gedichtes (Ps 15) ins Auge faßt, daß wahre Verehrung Gottes nur in einem rechtschaffenen und edlen Wirken in der Welt besteht. In umgekehrter Form sagt Ps 14 dasselbe. נבל ist nicht, wie schon die alten Uebersetzungen irrtümlich angenommen haben (atppwv, insipiens, שטיא), der Tor oder ״die Toren“ (Kittel — um das folgende allgemeine Urteil zu rechtfertigen), sondern der sittlich tiefstehende, ehrlose Mensch, der פעל און des V. 4, der Gegensatz zu 152 (so ist er ja auch Jes 326 und Prov 177 dem נדיב gegenübergestellt und so ist I Sam 2525 der Eigenname gedeutet; in Prov 1721 ist nicht etwa נבל intellektuell, sondern in der Parallele כסיל als der ethisch Minderwertige zu verstehen. Dt 326 ist ולא חכם eine 1 Der Satz ist offenbar mit Ps 10424 verwandt; עשית ist die Schöpfung und die Betonung אתה, nur Du, bildet"einen Gegensatz zu den vorher erwähnten hochmütigen Menschen (רהבים), es liegt daher kein Grund vor, mit Kittel u- Gunkel ״ אתנוan uns“ zu lesen. Die zweite Parallele, Ps 926, spricht auch von מחשבותיך. 2 Psalmen, 1926, Vorwort, S. XII.

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