Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 274

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zur Erforschung des Jelamdenu-Problems
Date
1930-01-01
Page
Seite 274 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829967-2829972-2836254--49907-2836318
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

274 Auf Grund dieser Stellen darf behauptet werden, daß auch Exodus Rabba und Numeri rabba den Jelamdenu benutzt haben. Sie sind ebenso wie die übrigen Midraschim, die aus dem Jelamdenu geschöpft haben, jünger als dieser. Dagegen sind die alten Midraschim (Genesis Rabba etc.), abgesehen von einigen Glossen, vom Jelamdenn vollkommen unbeeinflußt. Auch auf diese Weise ergibt sich, daß der Jelamdenu zur jüngeren Gruppe der Midraschim, wenn auch nicht zur allerjüngsten, zu rechnen ist. Es zeigte sich bereits, daß die Jelamdenufrage auf Grund der bisher bekannten Midraschim nicht gelöst werden kann und daß diese über Umfang des Jelamdenu keine genaue Auskunft geben können. Das gleiche lehren die folgenden drei Fragmente, von denen zwei unbekannte Midraschim za Exodus, das dritte einen Midrasch zam vierten Buche darstellen. Alle drei enthalten aufschlußreiche J elamdenuhomilien. II. Jelamdemi-Fragmente. Ein Midrasch zu Exodus III 18 (MS. Adler, 3004). Das Fragment hat 2 Seiten zu je 32 Zeilen und enthält ein Bruchstück eines verlorengegangenen Midrasch zum zweiten Buche. Der Midrasch lag noch dem Kompilator des Exodus rabba vor (vgl. Anm. 7). Der Redaktor hat hier drei Quellen benutzt, welche teilweise von den bekannten Versionen verschieden sind. Hier interessiert uns besonders die zweite, nämlich der Jelamdenu. Auch ohne Ginzbergs Entdeckung hätte man Grund genug, dieses Stück dem Jelamdenu zuzuweisen, jetzt aber besteht die Gewißheit, daß Nr. 2 der Jelamdenugruppe angehört. Ein Vergleich des Textes mit Ginzbergs Fragment zeigt eindeutig, daß Ginzbergs Fragment nicht den Ur-Jelamdenu darstellt, sondern eine gekürzte Form, deren Lücken deutlich sichtbar sind und mit Hilfe unseres Fragmentes ergänzt und verbessert werden können. Ohnedies sind die sprachgeschichtlichen Argumente Ginzbergs nicht stichhaltig. Abgesehen davon, daß etwa ותדע לך שכן (S. 30) ein charakteristisches Merkmal späterer Schriftstellerund Prediger ist, beweist ,,״גנב לב gar nichts, denn unser Text hat גנב דעת. Uebrigens wechseln לב und דעת auch sonst (vgl. עלתה על דעת und עלתה על לב im Sifre Dt. und öfter). Bezeichnend für unser Fragment ist, daß es Lehrsätze von Agadisten anführt, die in bisherigen Quellen im Namen anderer gebracht werden (s. Anm. 0 und 20). Die Namen der Agadisten, die im Fragment Vorkommen, sind 1. R. Jehoschua b. Nehemja, 2. R. Jehuda b. Schalom ha Levy (3 mal), 3./4. R. Jehuda und Nehemia, 5./6. Pappus und R. Akiba, 7. R. Bibi im Namen des R. Reuben und 8. R. Phinchas b. Hama. Damit fällt auch Ginzbergs Argument für den Ur- Jelamdenu, denn 2—4 werden im Jelamdenu erwähnt (s. Ginzberg, S. 32). נע״א] ד״א וילך משד.1 זה הוא2 באשר דבר מלך ושלטון3. ככל מקום שדברו שלו4 הולך הוא מחייב שילוטו. למה? שאין מי שיאמר לך מד, 1 Ex. 3, 18. 2 Zu ergänzen ist 3 .שאמר Eccl. 4, 4. 4 1. של שלטון, vgl. die Peticha des R. Abun in Gen. r. 55, 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.