Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Erforschung des Jelamdenu-Problems
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 8)
- Language
- German
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273 der Jeruschalmi (Ber. IX 1) bringt die Formel מחדש חדשים. In der Tefilla wurde nach R. Jose ben Nehorai מקדש ישראל מחדש חדשים nach R. Hyja b. Aschi מקדש ישראל וראשי חדשים gesagt. Nach einer dritten Quelle (Mas. Soferim c. 19) wurde am Neumondstage der Kiddusch bei der Nachmittagsmahlzeit mit der Eulogie geschlossen, die R. Hijja b. Aschi erwähnt. Dieser Kiddusch findet sich noch in einer Anzahl von Genizafragmenten, welche beweisen, daß sich der Brauch im palästinensischen Ritus noch lange erhalten hat1. Im Midrasch zum vierten Buch Moses ist vor allem ein Unterschied zwischen den ersten 14 Kapiteln des Werkes und den übrigen festzasteilen.. Diese stimmen mit dem Tanhuma überein, während jene viele Spuren eines großen Sammelfleißes und einer späten Redaktion zeigen. Unsere Beobachtungen beschränken sich daher auf den ersten Teil. Num. r. 2, 4 hat zweimal אלהים. Die Homilie ist auch in Tanhuma, B. IV 10 erhalten. Sie ist da etwas gekürzt, aber die Vorlage hatte auch Elohim, wie aus dem Satze אלהינו fl כגדולה שנתן לנו zu ersehen ist. Diese Bezeichnung für Gott ist undenkbar im Munde eines Predigers in einer freien Rede in älterer Zeit, offenbar ist die Stelle aus dem Jelamdenu. In 2, 6 finden wir היאך נצלן שאמר האלהים למשה, Tanh. ebd. s. 13. שאמר הקב״ה למשה, und 2, 8 hat zweimal האלדדם, während 2, 9 seinen Jelamdenucharakter durch תניק תמן verrät. Tatsächlich haben die Tanhumarezensionen einen jelamdenu dieser Art aufbewahrt (s. ed. Buber IV 8 [191B]). Der erste Midrasch hat noch das charakteristische Merkmal des Jelamdenu bewahrt, indem er וכן אתה מוצא כשאמר האלהים sagt, obwohl in Tanh. ed. und Num. r. הקב״ה steht. Hingegen zeigt Num. r., daß im Tanhuma der Jelamdenu gekürzt ist. Alle drei Midraschim sind daher vom Jelamdenu abhängig. Auch 4, 3 läßt sich als Jelamdenu feststellen (vgl. Tanh. B. IV 18). Hier ist ebenfalls die Einleitung fortgelassen, uncl die Homilie beginnt mit תמן תנינן. Tanhuma hat לפיכך אמר הקב״ה, was hier fehlt. Hingegen hatte der Jelamdenu eine ursprüngliche tannaitische Quelle, die noch in שלא צוה המקום למנות etc. enthalten ist. Gemäß dem Gebrauche von Elohim dürfen wir 4, 6 dem Jelamdenu zuschreiben. Der Sprachgebrauch אמרו רבותינו ist ein Zeichen der Jugend, und die griechischen Worte ויטמא ,טרפסיטים ,פרוקיפי und קטבלטון zeigen, daß der Jelamdenu seine Quellen wörtlich abschreibt. Ebenso bezeugt die Erwähnung des R. Jehuda b. Schalom den späten Ur- Sprung. Desgleichen scheint mir 4, 13 ein Jelamdenufragment zu sein. Einmal wegen der ושנו לבותינו, zum anderen wegen der האלהים im Satze des R. Charna b. R. Chanina. Das gleiche gilt für 4, 19 und eine große Anzahl anderer Steilen, welche hier nicht einzeln aufgeführt werden können2. 1 Siehe darüber Marmorstein, קידושי דירחי די- פנדם, Budapest 1921 (Sonderabzug aus Häzofe), lind besonders כטפדדם, ebd. 1922, besonders S. 5 nach einem Genizafragment. 2 Zu nennen wären u. a. 5, 1; 5, 5; 5, 9; 7, 1; 7, 2; 7, 3; 7, 4; 9, 4; 9, 5; 9, 12; 9, 41. Monatsschrift, 74 1ahrgang. 18