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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zur Erforschung des Jelamdenu-Problems
Date
1930-01-01
Page
Seite 272 (sequence 7)
Language
German
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272 dürfte gelautet haben: ילמדנו דבינו אדם שרואה עמוד נאה או נאה העולם מהו מכרך. Die Antwort ist erhalten: שנו רבותינו אדם ראה צמוד נאה אומר ברוך המחצב שנחצב ממנו, ברוך המק׳ם שחצבו ובראו בדבר. אשריך הצולם שהקב״ה מלך בך. Es wird gefragt, welchen Segensspruch man sprechen muß, wenn man eine schöne Säule oder die Schönheit der Welt sieht. Die Quelle, aus der die Antwort geschöpft ist, ist unbekannt. Sie wird wohl späten Ursprungs sein. Nach der Antwort gibt der Prediger eine Reihe von Beispielen, die einen Unterschied zwischen Gott und Mensch feststellen, in sechs von ihnen wird Gott mit אלהים bezeichnet. Bei der Methode des Redaktors ist es gar nicht zu verwundern, daß er auch andere Quellen verwertet hat. Eine zweite Jelamdenuhornilie zu diesem Seder können wir jetzt aus dem schon erwähnten Oxfordfragment als aus dem Jelamdenu stammend feststellen. Es ist nicht auffallend, daß wir zu diesem Seder drei Homilien haben, denn der Abschnitt wurde im Zyklus mehr als einmal gelesen1. Zwar läßt sich kein strikter Beweis führen, es ist jedoch wahrscheinlich, daß in 16, 2 eine Jelamdenuhomilie vorliegt. Allerdings ist die Einleitung ותניק בכל מתרפאין חוץ סגזןע וש״ד וכר keine Mischna; denn der Satz wird in b. Pes. 25a von R. Abin im Namen des R. Jochanan gelehrt. Aber daß die Prediger die Lehrsätze der Amoräer als Mischna zitierten, hat sich bereits gezeigt. Und der Gebrauch von Elohim findet sich auch in diesem Teile. Schließlich sei hier noch auf c. 22, 3 verwiesen. Da heißt es: שנו רבותינו הקורא את שמע צריך להוכיר קריעת י״ם ובכת בכורים באמת ויציב וכף. Die Quelle ist jer. Berachoth I 6 nach R. Jehoschua b. Levi. Ginzberg verzeichnet zu diesem Seder keinen Jelamdenu. Trotzdem existiert noch neben den zwei genannten Jelamdenuhomilien (Ex. r. 15, 22 und Ms. Oxford) noch eine dritte, welche in Ex. r. .15, 24 vorliegt. Die Frage ist uns noch erhalten: הרואה את הלבנה היאך צריך לברך. Welcher Segenspruch muß beim Anblick des Mondes gesprochen werden? Der Fragesteller fügt hinzu: in der Zeit, in der man den Mond heiligte, d. h. vor der Kalenderbestimmung und -fixierung in der Zeit des Patriarchen Hillel. Diese Hinzufügung ist ein neuer Beweis für das späte Datum des Jelamdenu. Wie spät man auch den Traktat Soferim ansetzen will, so muß man doch den Dichter Phinchas, Rosch Jeschiba berücksichtigen, dessen Dichtungen beweisen, daß um die Wende des siebenten Jahrhunderts, oder in der ersten Hälfte des achten der Neumond geheiligt wurde. Unser Fragesteller scheint den Brauch nicht mehr zu kennen, oder nur als der Vergangenheit angehörig. Die Antwort nennt drei Euiogien: מקדש חדשים ,מחדש חדשים und מקדש ישראל. Die erste war den Amoräern des fünften Jahrhunderts als die palästinensische Formel bekannt. Eine längere Fassung wird im Namen des R. Jehuda (b. Ezekiel, 3. Jhdt.) erwähnt (b. Sanh. 42a). Auch 1 Ausführliches darüber unten in der Einleitung zum Fragment.

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