Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Erforschung des Jelamdenu-Problems
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 6)
- Language
- German
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271 lebte, Israel nicht unterdrückt wurde, das sei erst nach Levis Tode geschehen. Die Veränderung des Textes stammt aus einem anderen Midrasch, nämlich dem Jelamdenu. Ex. r. 1, 12 enthält ein Midraschfragment über die Verordnungen Pharaos. Der Redaktor hat diesen Midrasch ordentlich zerstückelt1. Kann es Zufall sein, daß diese Teile, mit einer oder zwei Ausnahmen, אלהים statt הקב״ה lesen? Man kann leicht die fremden Stoffe ausscheiden und die ursprüngliche Gestalt wiedergewinnen. Hier nur in aller Kürze: a) ד׳ גזירות גזר פרעה עליהם bis מיד וכאשר יענו אותו; b) schließt sich daran sehr gut an, und zwar ist כשראה אותם שהם פרים ורבףם die logische und ganz natürliche Fortsetzung; die Homilie des R. Akiba stammt aus einer andern Quelle; c) die dritte Verordnung ist mit einer Agada des R. Jose b. Hanina verbunden. In allen Teilen kann man einen überwiegenden Gebrauch des Gottesnamens Elohim wahrnehmen. Ex. r. 15, 8 ist besonders lehrreich. Der Passus כך נתן האלהים לאברהם hat weder mit dem Voraufgehenden noch mit dem Nachfolgenden die rechte Verbindung. Die alten Erklärer, R. David Lurja und Zeb Wolf Eichhorn, wundern sich nicht wenig über diese Stelle. Alle Fragen und Antworten fallen weg, wenn wir uns die Mühe nehmen, die Stelle literarkritisch zu betrachten. 15, 7—8 sind Fragmente des Jelamdenu, wie wir auf Grund des Gottesnamens festzustellen in der Lage sind. Scheiden wir die Fremdkörper aus, so haben wir den folgenden Zusammenhang, welcher die Stelle ins richtige Licht setzt. Wir ordnen die Homilie nach den Anfangs- Worten: כי מראש צורים אראנו אלו האבות וכו אמר הק׳ על אלו אני מכונן העולם וכו*. כך נתן האלהים לאברהם העולם וכו׳. Das gibt einen ausgezeichneten Sinn. Vor der Parabel ist eine Lücke, welche der Redaktor aus einer anderen Quelle ergänzt hat. In 15, 10 können wir eine ähnliche Erfahrung verzeichnen. Auch hier haben ernste und gewissenhafte Exegeten wie מתכות בהלנה, RDL urja und Eichhorn die Schwierigkeit empfunden, aber nicht gelöst. Der Redaktor hat die alte Jelamdenuhomilie einfach in Stücke zerlegt. Die Duplikate, hier und 5, 14 zeigen deutlich die Benutzung mehrerer Quellen. Die Entdeckung des Jelamdenu (Oxford II) läßt keinen Zweifel mehr darüber, daß wir es mit einem Jelamdenufragment zu tun haben2. Ex. r. 15, 22 und 24 bekräftigen unsere Theorie in besonderem Maße. Exodus rabba bietet nämlich zwei vollständige Jelamdenustücke, so weit es bei der Art unserer Texte und der Kompilationsmethode des Redaktors möglich ist, von Vollständigkeit zu sprechen. Ginzberg hat keine von beiden verzeichnet. Die erste ist der Form nach und inhaltlich sofort als ein Jelamdenu zu erkennen. Die Frage 1 Und zwar liier, 1, 13; 1, 18; 5, 18; 6, 4; 9, 11; und 26, 1- Wir übergeben in unserer Besprechung־ Stellen, wie 15, 6; 15, 7; 15, 20; 16, 1; 17, 2—5 u. a. m. Es würde zu weit führen, hier alle Stellen mit אלהים anzuführen, geschweige denn zu behandeln. Jeder Leser kann sich nach dem Gesagten ein Bild von der Abhängigkeit der Ex. r. von Jel. machen. 2 Vgl. auch Tanhuma **5 ואד, Alphabeth des R. Akiba, ed, Wertheimer, S* 51, und Abchir im Jalkut § 175.