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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zur Erforschung des Jelamdenu-Problems
Date
1930-01-01
Page
Seite 269 (sequence 4)
Language
German
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269 ממה שקרינו בענין verbunden. Diese Schlußformel kann als ein absolut sicheres Charakteristikum der Jelamdenuhomilie angesehen werden. In unserer Homilie wird die Frage' gestellt: Wie lautet der Segensspruch für den Regenbogen? Die Antwort wird als Mischna gegeben. Wir müssen sie hier wörtlich wiedergeben, denn sie ist ein lehrreiches Beispiel für viele andere Homilien. Tanh. B. liest: כך שנו רבותינו מי שהוא רואה הקשת בענן צריך לכרך, מאי מברך כרוך ווכר הברית ונאמן בבריתו וקיים במאמרו, Tanh. ed. Frankfurt a. 0. hat nicht צריך, sondern מברך בא״י אמ״ה זוכר הברית usw. Ginzberg liest: הרי זה צריך לברך עליה ברוך אתה יי זוכר הברת. Buber verweist auf b. Berachot 59a. בך אמר ר׳ יהושע בן לוי הרואה את הקשת בו׳ מאי מברך ברוך זוכר את הברית, במתניתא תנא ר׳ ישמעאל בנו של ר יוחנן בן ברוקא אומר נאמן בבריתו וקיים במאמרו. J. Hirsch Weiß, Beth Talmud V. 44, meint, daß der Jelamdenu bereits die Vorstellung des R. Papa kannte, welcher ebendaselbst sagt, daß man beide Eulogien, die des R. Jehosch.ua ben Levi und die des R. Ischmael b. R. Jochanan ben Beroka zusammenfassen soll. Ginzberg verweist auf Tosefta VII, 5 (ed. Zuckermandl, S. 15, Z. 7), wo aber weder seine LA, noch die des Tanh, verzeichnet ist, dort heißt es הרואה קשת בענן אומר ברוך נאמן בבריתו וווכר הברית. Wir sind nicht berechtigt, mit Ginzberg zu behaupten, daß sein Jelamdenu die ursprüngliche Tosefta oder Ur-Tosefta zitiert, denn seine Formel spricht klar gegen ihn. Sein Jelamdenu zitiert den Segensspruch nach R. Jehoschua ben Levi und nicht nach der Tosefta oder Barajta. Der Redaktor des Talmuds würde doch nicht nach einer Barajta bringen: ובמתניתא תנא. Auch im Jeruschalmi wird nach הרואה קשת die Ansicht des R. Jochanan im Namen des R. Hijja b. Abba angeführt, welche allerdings mit der Tosefta übereinstimmt. Wie dem auch sei, das Zitat ist weder eine Mischna noch eine Tosefta, sondern ein Lehrsatz der Amoräer. Es gibt auch keinen Beweis dafür, daß er den von R. Papa eingeführten Brauch nicht kannte, denn bei seiner Art zu kürzen kann der Schreiber des Fragments vorausgesetzt haben, daß jeder Leser den Wortlaut des Segenspruches kennt. Der Ausdruck Mischna darf also hier nicht im eigentlichen Sinne verstanden werden, sondern nur als mündliche Lehre im allgemeinen. Der Abschreiber hat auch die Worte מן המשנה und מן התורה weggelassen, was ebenfalls auf seine Nachlässigkeit oder seine Liebe zur Kürze weist. Obwohl wir früher gezeigt haben, daß sich auch im dritten Jahrhundert1 eine Opposition gegen die mündliche Lehre findet, ist es nicht gut denkbar, daß man in jeder Predigt auf sie Rücksicht genommen hat. Hingegen ist dieses Verhalten durchaus möglich in einer Zeit, da die Opposition gegen eie mündliche Lehre gar zu sehr erstarkte und größere Schwierigkeiten verursachte, etwa im siebenten Jahrhundert, zur Zeit Anans. 1 Vgl. Jeshurun 12, 1925, 34—53. Zur Piska, die ich dort veröffentlicht habe, gehört Fragment 3 bei Ginzberg, Ginze Schechter I, S- 21 f.

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