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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zur Erforschung des Jelamdenu-Problems
Date
1930-01-01
Page
Seite 267 (sequence 2)
Language
German
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267 werfen. Und alte bisher bekannte Stücke in den Midraschim sollen dem Jelamdenn zugewiesen werden. I. Der Gebrauch des Gottesnamens •אלדדם im Jelamdenn. Abraham Epstein1 war meines Wissens der erste, der die Wahrnelimung machte, daß der Gebrauch des Gottesnamens אלהים ein charakteristisches Merkmal des Jelamdenu ist. Die von Ginzberg neuentdeckten Fragmente bestätigen diese Tatsache. Sie ist von großer Wichtigkeit für die Feststellung des Alters des Midrasch. Von allen anderen Namen abgesehen lassen sich unsere Quellen nach dem Gebrauche der göttlichen Namen in drei Gruppen teilen. In der Mischna steht המקום für den Gottesnamen, nur sehr selten הקב״ה. Dasselbe Verhältnis läßt sich für die Tosefta und die halachischen Midraschim feststellen. Die Stellen mit המקום sind zahlreicher als die mit הקב״ה. Genesis rabba, die Pesikta des R. Kahana, Cant, rabba und Tanhuma gebrauchen הקב״ה. Der Name המקום wird entweder gar nicht oder nur sehr selten gebraucht. In den beiden Talmuden findet sich einer dieser beiden Namen gemäß dem Ursprung oder der Korrektheit der Quellen. Aehnliche Beobachtungen kann man auch in den übrigen größeren und kleineren Schriften der talmudischmidraschischen Literatur machen, welche hier aufzuzählen viel zu weit führen würde. Man darf auf Grund dieser Beobachtungen die Tatsache feststellen, daß המקום der übliche Gottesname in der tannaitischen, הקב״ה der der amoräischen Periode gewesen ist2. Wie steht es nun mit האלדדם, dem Namen, der im Jelamdenu geläufig ist? Können wir ein Schriftwerk dieses Charakters zu einer der beiden Gruppen zählen? Sicherlich v7eüer zur einen noch zur anderen. Denn in beiden Perioden wird in Bibelzitaten Elohim gebraucht, im Schwur, im Gebet, wenn Heiden von Gott sprechen, oder wenn von heidnischen Göttern die Rede ist, aber niemals wenn ein Prediger Gott erwähnt3 *. Und daß ein Prediger in seinem öffentliehen Vortrag gegen Brauch und Sitte den Namen אלהים gebraucht hätte, ist unmöglich. Diese Feststellung allein würde genügen, die Altersbestimmung des ursprünglichen Jelamdenu durch Ginzberg umzustoßen. Der Gebrauch des Namens אלהים gehört entschieden der nachamoräischen Zeit an, wie die ersten nachtalmudischen hebräischen Schriftsteller beweisen, welche statt הקב״ה oft אלהים setzen. Auf diese Weise verfahren nicht nur Karäer wie Daniel Alkumissi oder Benjamin aus Nehawend, sondern auch Rabbaniten. Wir sind daher berechtigt, den Jelamdenu der Zeit nach in die dritte Gruppe der Midraschim zu setzen. Auch die sonstigen sprachlichen Indizien sprechen nicht für das Alter des Jelamdenu. Dies Bestreben, hebräische Ausdrücke 1 מקדמכיות s. 6ל, auch S. 62 f.; vgl. auch das Midraschfragment bei Wertheimer, כתי מדרשות, I 41. 2 Zur Stelle Mechilta 52 B. vgl. jetzt• Lauterbach, Studies in Jewish Bibliography and related subjects, New-York 1929. S. 148. Siehe meine Bemerkungen zur Stelle in REJ 85, 1927, 138 f. Hierher gehört auch die Stelle Mech. 90 a, wo statt וכגנב לב בית דין ביק zu lesen ist דנגנב לב ב" ת. 3 Ueber das Gesagte vgl. ausführlicher mein: The Old Rabbinic Doctrine of God, I, London 1927.

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