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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 4
Article
Zur Pluralbildung im Hebräischen
Date
1930-01-01
Page
Seite 264 (sequence 6)
Language
German
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264 Entwicklung der Dual zuletzt obsolet wird und verschwindet, scheint sehr für meine Ansicht betreffend die Bildung des Plurals aus dem Dual zu sprechen. Daß dies im Arab. nicht der Fall war, könnte für den ersten Moment stutzig machen. Aber nur scheinbar, wenn man nämlich bedenkt, daß das Arab. als ausgebildete Sprache verhältnismäßig sehr jung ist, so daß hier die Resultate verschiedener Sprachstufen nichtdifferenziert noch nebeneinander liegen. Auf Grund der bisherigen Forschungsergebnisse wird sich dies jedoch nicht klarstellen lassen. Daß im Indogermanischen Aehnliches vorliegt, beweist m. E. der Dual im Griechischen. Ursprünglich an der natürlichen Zweiheit der proportionierten Körperteile haftend, entwickelt er sich in einer späteren Zeit zum Plural schlechthin und verschwindet fast als Dual, wobei er noch durch den gewöhnlichen Plural vollkommen ersetzt werden kann1. Was die Lautgebilde dieser zwei Pluralendungen betrifft, so besteht die Wahrscheinlichkeit, daß sie beide miteinander eng Zusammenhängen. Vgl. Gen. Du. zdev ״der beiden“, Gen. PL rä*v (durch Kontraktion entstanden), Gen. Du. zifidh ,,der Ehren“, Gen. PI. rificov u. ä. Eine nähere Untersuchung, wie namentlich hier die Entwicklung vor sich gegangen ist, gehört in das Gebiet der indogermanischen Sprachwissenschaft2. Im übrigen verweise ich auf die nahe lautliche Aehnlichkeit der griechischen Dual- bzw. Pluralförmen mit denen des Sem., besonders des Arab. IV. Die Endung ים" wurde im Hebr. nach wie vor einsilbig dim ausgesprochen. In späterer Zeit wurde das intervokalische י zu einem Gleitlaut wie etwa im syr. idas. Man vergleiche bei Hieronymus Ididia für 1TTT, igar für יגר, ferner איסיי (I Chr 213) für "יעיי 11) ערביאים ehr 17U) für 1) דעריאים ,ערביים ehr 519.20) für הגדיים, und schließlich ist noch auf den Verlust des Konsonantenwertes des י in סיהוד־ה ,מידי u. ä. hinzuweisen. Um nun die Lautbarkeit des י bei aim anzudeuten, setzte man darunter das Hirek. Hierbei ist zu bedenken, daß selbst die idealste Vokalisation letzten Endes doch nur ein Notbehelf ist. Damit soll einem naheliegenden Einwand betreffend die Unbestimmheit der Vokalisierung der in Rede stehenden Form begegnet sein. Die babylonische Punktation zeugt dafür, wie die Masoreten hierin in ihrer Hilflosigkeit geschwankt haben. So wird in der bab. punktierten Sifrä-Handschrift des Vatikan Ebrco 66 das vokallose י am Silbenanlaut teils mittels י, teils aber auch durch י mit darübergesetztem Hirek — *־— י wieclergegeben, , was nebenbei die Vermutung wahrscheinlich macht, daß das Swa mobile bereits zur Zeit der Masoreten, ebenso wie in der gegenwärtigen aschkenazischen Aussprache vokallos ausgesprochen wurde. 1 Vgl. K. Brugmann, Griechische Grammatik3 S. 230 f. und S. 231 Anm. 1. 2 Dem Sem. analoge Entwicklungserscbeinungen bieten noch andere idg. Sprachen, jedoch kann ich mich hier darüber nicht verbreiten. Siehe K. Brugmann, Kurze vergleichende Grammatik der indogermanischen Sprachen (Straßburg) 1904 § 25ל f. 3 Vgl. Philippi, ZDMG 40 (1886), S. 639, 51 (1897), S. 66 ff.

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