Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Pluralbildung im Hebräischen
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 5)
- Language
- German
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263 d) In den aram. Dialekten ist bekanntlich nebst in, das sicherlieh auf aiii bzw. ln zurückgeht, die Endung ai bzw. e die gebrauchliehe Pluralform1. Daß nun die Endung ain {an) bzw.• en sich zu in bzw. i verschieben mochte, beweist neben dem Arab. und Aram. auch das Aeth., wo i als gebräuchliche Pluralendung im flektierten Nomen erscheint. Dieser Lautwandel liegt nun auch in der hebr. Pluralform vor (s. w.). e) Abgesehen von hi-na-ia in den Amarriabriefen (vgl. o. S. 262 Z. 17 v. o.), läßt sich diesbezüglich aus den jüngeren kanaanäischen Dialekten (Moab., Phön.), sowie aus den altaram. Sprachzeugnissen nichts Bestimmtes sagen. Denn überall da, wo das י im Plural geschrieben ist, mochte er ebensogut alm bzw. ain wie em bzw. en gelautet haben2; wo dagegen das י fehlt — und dies ist bekanntermaßen meist der Fall — konnte er aber auch äm bzw. an ausgesprochen worden sein (vgl. zu äg. aram.^מועא mand. מלואניא und die bibl.-aram. LA מאוניא Dn 527 für מאוכיא). Aehnlich dem Aram. wurde also auch im Hebr. — abgesehen von der flektierten Form — die jüngere kontrahierte Pluralendung im die gewöhnliche und die weitaus häufige, während die ältere Endung aim sich bei den Körperteilnamen erhalten und von da aus auf andere Nomina zwecks Bezeichnung der wirklichen Dualität Anwendung gefunden hatte (vgl. אלפים ,,zwei Tausend'', שנתי ם ,,zwei Jahre" u. a.). f) Die wenigen Wortformen mit im(a)~ Suffixen in den Tel-el- Amarna-Glossen, wie die Ortsnamen Gitti rimunima (vgl. ר0ון T& Jos 1944), Urusalim für ירושלים können meines Erachtens nicht als Pluralformen angesprochen werden3 * *, da durch diese -Endung, insbesondere die des ersteren Ortsnamens, wie man bereits vermutet hat, der Lokativ bezeichnet sein könnte. Scheinbare Dualformen biblischer Städtenamen sind שמרין (Esr 410. 17) für גתים ,שמרון (II Sam 43; Neh 1133) ftdda!1 des Onomasticon, צמרים (Jos 1822; II Chr 134) neben der gewöhnlichen Pluralform צמריים in der bab. Ueberlieferung (s. Kahle, Der masoretische Text 79). III. Die somit im Hebr. nachgewiesene ursprüngliche Erweiterung des namentlichen Dual der proportionierten Körperteile -zum allgemeinen Plural scheint auch noch in den übrigen sem. Sprachen vorzuliegen. Ueberhaupt ist es ja auffällig, daß abgesehen vom Akk. aus den meisten sem. Sprachen allein das Arab. den Dual in reichlichem Maße ausgebildet hat. Denn gerade der Umstand, daß in allen anderen sem. Sprachen mit einer verhältnismäßig langen 1 Man könnte hier vielleich auf westsyr. biro — ostsyr. berä ״Brunnen‘6 hin weisen. 2 Das spätere alonim (Götter) des Plautus kann hier natürlich nicht in Betracht gezogen werden. 3 S. jedoch Bauer-Leander, Grammatik § 2 m. Ebensowenig dürften m. E. die keilschriftlich überlieferten Ortsnamen Na§ibina, Hulalina (GR I, § 242d) als Pluralformen angesehen ־werden.