Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Pluralbildung im Hebräischen
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 4)
- Language
- German
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262 Belege dafür erbringen, daß in denjenigen Sprachen, in welchen noch eine Dualform vorhanden ist, diese in verhältnismäßig größerem Maße als im Hebr. bei Pluralbezeichnungen schlechthin anzutreffen ist (s. w.). a) Für das Arab. ist ohne weiteres einleuchtend, daß die ursprüngliche Endung ä sowie ihre erweiterte Form än (äni) mit den hebr. Endungen ים ,"יי" auf einer und derselben Lautstufe sich befinden. Vgl. arab. aina ״wo", ,,wohin", hebr. מאין ,,woher‘׳ neben לאן ׳*ז ,,wo״, ,,wohinבתים ,בית ,״, dazu בת (viermal) anstatt בית in der Mega'inschrift, sowie den biblischen Ortsnamen רינים (Gen 3814. 21) neben DJ*W (Jos 1534). Dies beweist vollends die Endung aln (ajni) in den obliquen Kasus, deren Zusammenhang mit der obenerwähnten Endung än (äni) im St. abs. nur in dieser Weise erklärlich erscheint1. Die Pluralendung ln (Ina) in den obl. Kasus stellt wahrscheinlich eine Kontraktionsstufe der Endung aln (aina) dar (vgl. im Akk. Mtu für baitu ,,Haus", in den Amarnabriefen hi-na-ia ,,meine Augen" — enaila<.alnana, malt, bib für arab. bäb ,,Tor" und siehe auch unten beim Hebr.). Ob sich dagegen die Pluralendung ün (üna) im st. abs. etwa aus än (aln) entwickelt hat (vgl. hebr. söfet, pun. süfet <* säfit ,,Richter", ostsyr. katolä, westsyr. kotülö ,,Mörder", Ortswie Personennamen fTO Ez 47]7 neben עינן Nu 11S. 349f. u. ö., die Pluralendung öth im Hebr. imd ät im Aeth.) oder aus einer heterogenen Sprachstufe herrührt, bleibe dahingestellt. Die häufige Dualendung än findet sich indes im Arab. oft auch in Wörtern, die einen gewöhnlichen Plural bezeichnen. So cibdän ,,Knechte", girän ,,Nachbarn", fursän ,,Reiter",tihuän ,,Brüder"u.ä. b) Im Aeth., wo .kein Dual vorhanden ist, bildet än ebenfalls die Pluralendung in Wörtern, wie kasisän ,,Priester", hadlsän ,,neue" und dergleichen mehr. c) Im Akk,, wo die Endung än (bzw. ä) ebenso wie im Arab. als Dualendung auftritt, wie z. B. apsän ,,zwei Seile", inäsu ,,seine Augen", ist sie gleichfalls im gewöhnlichen Plural anzutreffen; vgl. iläni ,,Götter", duppänu ,,die Tafeln" u. a. Daneben bildet hier e (kontrahiert aus ai =־־ ä bzw. ain=än) die gewöhnliche Pluralendung, wie z. B. rakbe ,,Boten", beWa ,,meine Herren"2 (vgl. hierzu oben beim Hebr. S. 260 Z. 3 v, u.). 1 Schon im Altaram. erscheint in der Dualform die Endung en (< ain) neben ä (<Z ai); im Aeth. findet sich in den vereinzelten Ueberresten e neben ä und im Amhar. en. Die neuarab. Dialekte dagegen weisen nur noch die ׳kontrahierte Form en statt an « ain) auf, abgesehen vom Magrib., wo diese bereits zu In (bzw. I) wurde (GR I, § 244a—g). 2 Während in den obl. Kasus des Altbab. gleichfalls die Pluralendung e auftritt, erscheint hier im St. abs. die Endung ü. Daß diese nun mit der arab. Endung ün (üna) zusammenhängt, ist ohne weiteres sicher (vgl. altarab. ׳alähü ,,Götter״(GR I, § 162b). Die Endung ün ihrerseits wiederum ließe sich vielleicht, wie. bereits oben gesagt, als Wandlung des än über ön erklären, ü — neben ä bzw. a — erscheint überdies im Sem. in der 1. Pers. PI. des pers. Pron. und in dem gleichartigen Pron. suff., sowie in der 3. m. PI. des Perf: bzw. Impf. Vgl. die betreffenden Paradigmen bei B., Semitische Sprachwissenschaft, S. 98 ff. u. S. 132־ f.