Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 2)
- Language
- German
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228 ist ebenso oft - wie , vereinzelt * u, so gilt das doch nur für die 3. Sing, m., und auch da nur für die suffixlose Kontextform. Es ist geradezu irreführend, wenn der Verf. als Beispiele für ,,ebenso oft "תד wie T“ in Klammern anführt ,,רן^ל neben קטלת;קטל. usw.cc; denn der noch nicht genauer Unterrichtete kann schließen, daß er auch קטלת bilden könne, da es nicht heißt ,,jedoch nur קטלת usw.“. Ob die suffigierte Form nun קטל?״ oder *קטלני heißen dürfe (vgl. entsprechende Kal־Formen), darüber belehrt ihn der Yerf. nicht. Für das Impf. Piel gibt er an, der Vokal der 2. Stammsilbe sei *T bei Enttonung, und zwar vor Maklcef und vor den Suffixen ״דך usw.; wie aber vor einem Suffix wie ־זד־ד? In formeller Beziehung scheint mir, namentlich im Hinblick auf den Unterricht, die Neugestaltung der alten bewährten Grammatik nicht glücklich. Es wäre m. E. wohl möglich gewesen, die formelle Anlage der früheren Auflagen im wesentlichen beizubehalten und nur die Erklärung auf das Niveau moderner Sprachwissenschaft zu heben. Das Verdienst der Neubearbeitung liegt hauptsächlich auf dem Gebiete der sprachgeschichtlichen Erklärung. Hier charakterisiert den Verf. weniger das Aufstellen neuer großzügiger Theorien, die dann doch vielleicht an vielen Punkten der Prüfung nicht standhalten, als vielmehr das sorgfältige Abwägen und kritische Stellungnehmen zu den verschiedenen vorliegenden Erklärungsversuchen, und ich habe bereits in meiner vorigen Anzeige ausgesprochen, daß ich seine Art im allgemeinen für glücklicher halte als die von Bauer- Leander. Ich möchte das ausdrücklich hervorheben, damit die folgende Erörterung einiger Punkte, an denen ich Bedenken habe, nicht den Anschein weitgehender Ablehnung erwecke. Bei dieser Erörterung muß ich zum Teil auf die erste Hälfte der vorliegenden Lehre vom Verbum zurückgreifen. Bei der Erklärung der Stammformen der einzelnen Konjugationen vertritt der Verf. gewiß mit Recht die These, daß das intransitive Impf. Kal von Hause aus jiqfal hieß, also nicht aus jaqfal verdünnt ist. Wenn nun neben dieser Form das Perf. qatil steht, in dem die gleichen Vokale in umgekehrter Reihenfolge stehen, so sieht er darin das Prinzip der Polarität wirksam. Ansprechend vermutet er, daß ebenso zu dem Perf. qaful ursprünglich ein Imperf. juqtal gehörte, und gewinnt so eine recht plausible Erklärung für יוכל : יכל. Polarität zeigt sich auch im Verhältnis der Perf.־ und Imperf.־ Stämme des Piel und Hiphil, qaffal : qattil und haqtal : haqtil (dagegen nicht des Hitpael, wo beide Formen * ursprünglich a in der letzten Stammsilbe hatten; das e stammt aus dem Piel). Dagegen scheint es mir gekünstelt, wenn der Verf. das Prinzip der Polarität auch in den passiven Formen durchführen will, die doch im Perf. wie Impf, gleichmäßig die Vokalfoige %-a zeigen. Diese Vokalfolge soll in alle Formen aus dem Impf. Kal eingedrungen sein, wo sie sich daraus erklärt, daß das Impf, juqtal die polare Bildung zu der auch als Partizip und Perf. verwendbaren Nominalform qaful war; sekundär sei vom Impf. Kal nach dem Prinzip polarer Differenzierung das Perf. qufü (analog jiqfal : qatil) gebildet worden wie im Arabischen, und nachträglich sei dann das Perf. doch wieder dem Impf, angeglichen worden. Der Umweg vpn juqtal zu qufal über qufil scheint mir abwegig zu sein, da im Hebräischen keine Spur des i nachzu־weisen ist und der Verf. anderwärts selbst es ablehnt, vollkommen unbezeugte urhebräische Formen lediglich deshalb zu postulieren, weil sie in den andern semitischen Sprachen bezeugt sind. Das Hebräische kann in manchen Beziehungen seine eigenen Wege gegangen sein. Aber auch gegen die Erklärung von juqtal aus der Nominalform qaful habe ich Bedenken. Daß die Dehnungsstufe der letzteren qaful auch als *Part, passivi Ver- Wendung fand, beweist noch nicht, daß *auch die Form qaful als Passivum gebraucht wurde. Könnte man nicht vielleicht mit mehr Recht in juqtal das nach dem Prinzip der Polarität gebildete Passivum zum Aktivum jagful sehen und dann annehmen, daß das für diese Form charakteristische u-a alle Passivbildungen bestimmt habe? Gekünstelt erscheint es mir ferner, wenn der Verf. überall da, wo an Stelle der ursprünglichen Vokalfolge a-a die Folge i-a auf tritt, Nachahmungen der Form jiqfal sieht, also in niqtal, jinqafü, qiffal, jitqatfcil und hiqtal, mithin die Erklärung durch Verdünnung ablehnt. Mindestens* für die Perfektformen lag die Analogie des Impf. Kal doch zu fern, und die Erklärung durch Verdünnung des a zu i in unbetonter geschlossener Silbe ist einwandfrei durch-