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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 229

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 229 (sequence 3)
Language
German
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229 führbar — sie unterbleibt, wo eine benachbarte Silbe bereits ein i hat, tritt sonst in den Verbalstämmen aber regelmäßig ein. Nicht zustimmen kann ich dem Verf. ferner in seiner Erklärung des Imper. Kal. Hier soll die Grundform ursprünglich zweisilbig gewesen sein: qu-ful, qafal. Die letztere Form soll im Kontext, weil unbetont, zu qefal, in Pausa zu qätäl, qafaU usw. entwickelt sein. Wenn die Formen jetzt כןטלי-כןטל lauten, so sollen sie das Sch©wa teils der Kontextform קטל, teils den parallelen Pausalformen קטלי «קטל verdanken. Die Unbetontheit des Imper. im Kontext scheint mir eine willkürliche Annahme zu sein, die Ansetzung ursprünglich zweisilbiger Grundformen die Erklärung des Fortfalles des ersten Radikals bei einigen Verbis |״ö und פ״ו unnötig zu erschweren und durch das Arabische widerraten zu werden. Richtiger scheint es mir, daß die Imper.-Formen -von den Imperf.־ (Jussiv-) Formen aus gebildet und die so sich ergebende Doppelkonsonanz im Anlaut durch einen Hilfsvokal beseitigt wurde, der naturgemäß stets so kurz wie möglich gesprochen wurde; vgl. die analoge Bildung im Niphal und Hitpael, wo die Doppelkonsonanz durch Vorschlag eines Vokals überwunden wurde: (M)nqaiil und (hi)tqaffal aus tinqafil und titqaffal (Bergsträsser § 16 k, 18 lc). Die Abwertung des ersten Radikals im Imper. und Inf. Kal bei einem Teil der Verba פ״ן erklärt B. in üblicher und gewiß richtiger Weise daraus, daß diese Formen direkt vom Impf, aus gebildet wurden, jiggascji: gasch, jitten: ten. Daß sich diese Bildung nicht bei Verben mit o-Imperf. findet, erklärt er daraus, daß hier die Analogie der Verba V'ö maßgebend war, bei denen schwache 0-Impe1\ nicht Vorkommen. Diese Erklärung leuchtet nicht recht ein; für einen Imper. pol von jippol hätte man eine scheinbare Analogie in סב : י&ב gehabt. Die Abwertung des w bei einem Teil der Verba FS erklärt der Verf. mit Ungnad und Brockelmann, indem er von dem Imper. wischib ausgeht, der durch ,,dissimilatorischen Silbenschwund“ zu schib wurde. Diese Erklärung sei immer noch die wahrscheinlichste, ,,da sie den Zusammenhang zwischen ^-Imperf. und schwacher Flexion“ erldäre. Ich stehe dieser Erklärung mit größerer Skepsis gegenüber, weil zu diesem ,,dissimilatorischen Silbenschwund“ sonstige Beispiele so gut wie ganz fehlen. Brockelmann führt im Grundriß der vergleichenden Grammatik § 95 außer arabischem wahwa und fahja statt wahuwa und fahija, die doch wesentlich anderer Art sind, nur noch aramäisches had und hätä für *ahcod und 5afiätä an. In der Erklärung der Verba ע״ע stimme ich dem Verf. im allgemeinen zu, wenn er die Annahme einer Kontraktion ursprünglich dreiradikaliger Formen ablehnt. Daß jedoch die Formen mit Schärfung des ersten Radikals nicht aus Vortonverdoppelung erklärt werden könnten, weil das bei ו*קד unmöglich sei, und daß darum ein Aramaismus der Punktation angenommen werden müsse, kann ich nicht einsehen; warum sollte aus jaqud entstandenes jaqqud nicht durch Verdünnung zu jiqqud: קד^ haben werden können, zumal da die Analogie von פל^ mitgewirkt haben dürfte? Mit Recht scheint mir der Verf. zu sagen, daß die Geschichte der Verba ע״ו und ע״י ,,in wichtigen Punkten noch ungeldärt ist“. Doch scheinen mir die Schwierigkeiten, die einer Erklärung durch Kontraktion entgegenstehen, doch nicht so groß zu sein als B. meint. Die Annahme, daß auch silbenanlautendes w vokalisch gesprochen und, eventuell unter Assimilation an ein i, mit dem folgenden Vokal zusammengeflossen sein könne (jaqwum-: jaqüm-; jaqwim-: faqjim-: jaqhn-) scheint mir nicht unmöglich zu sein; das Niph. naqöm־׳ läßt sich aus ursemitischem naqawameinwandfrei erklären; Analogiebildungen zwischen Perf. und Impf, erklären auch jiqqöm- und hiqim-. Wirkliehe Schwierigkeiten bleiben eigentlich nur in den 3. Personen des Perf. Kal, aber hier bleiben Schwierigkeiten auch für die Erklärung, die B. bevorzugt, daß nämlich die Y'V Verba von einem zweiradikaligen Stamm aus mit Vokal- Steigerung gebildet worden seien, denn danach müßte das Kal קם eine jüngere Bildung sein als das Niph. נקוים. Bezüglich der Verba .ל״ד kann ich dem Verf. abgesehen von Kl einigkeiten zustimmen, wenn er die Formen nicht von zweiradikaligen Stämmen aus erklärt, sondern sich lautgesetzlich aus dreiradikaligen entwickeln läßt. Breslau. Q. Steuernagel.

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