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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
Urkundliches über jüdische Handwerker in Mähren
Date
1930-01-01
Page
Seite 216 (sequence 20)
Language
German
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kirchen1 beim Prerauer Kreishauptmann um Erlaubnisscheine. Sie legen Prüfungszeugnisse bei, erhalten aber keine Erlaubnisscheine, weil dieses Gewerbe laut Patent vom 13. II. frei ist. Kürschner. Jakob K., Kojetein 16572; Israel Jakob K., Butschowitz 17493. Im Jahre 1650 leben in Kremsier David und Bernhard4 Perlhefter. — Der erste jüdische Schlosser in Mähren ist Raphael König in Mißlitz; er wird im Jahre 1831 von der Schlosserzunft der kgl. Stadt Znaim aufgenommen5. — Schniermacher (Schnurmacher) Jakob in Austerlitz J. 16506. Aus dem Jahre 1574 kennen wir Abraham Schuster aus' Nikolsburg7. Der Judenschuster Elias Löbl in Pullitz wird 1753 genannt8. Ueber den aus Böhmen mit Weib und einer großen Kinderschar nach Kostei gekommenen Schuster Samuel Herschi beschwert sich die Kostier Schuhmacherzunft9. Samuel H. schreitet dagegen ein, und die Ausübung seines Handwerkes wird ihm bewilligt. Im Jahre 1574 betreibt Jakob Schwertfeger sein Handwerk in Nikolsburg10; im Jahre 1560 sind drei Messerschmiede in Proßnitz ansäßig11. Seifensieder. Die christliche Seifensiederzunft in Nikolsburg bringt •im Jahre 1782 gegen Samuel Reis eine Beschwerde vor, um ihm die Ausübung seines Handwerkes behördlich verbieten zu lassen. Samuel Reis weist nach, daß er schon seit 1768 geprüfter Seifensieder ist und daß die jüdischen Seifensieder seit 30 Jahren ihre Waren auf dem Wochenmarkte verkaufen. Der Butschowitzer Seifensieder Bernard Philipp beschwert sich über Motke (Mordechai) Maretschek, weil dieser mit 16 Jahren das Handwerk betreibt12. Steckei macher (Stöckelmacher) ist Härtzl Herschel 1751 in Kanitz13. Aus dem Jahre 1780 kennen wir in Boskowitz einen Absatzmacher, später findet sich Familienname Steckelmacher14. Im Jahre 1784 bitten Jakob Kollrnann und Frau Sara, jüdische Eheleute, in Holleschau wohnen zu dürfen und sich daselbst, wie der verstorbene Schwiegervater des Ehemanns Salamon Haas, durch Absatzpappen und Stöckelschneiden ernähren zu dürfen15. Steinmetzer, Steinhauer (auch Steinschneider, in Tobitschau16 ist eine Familie dieses Namens schon vor 1700 bekannt). Ein großer Teil der Grabsteine vom 15. bis zum 19. Jahrhundert stammen aus jüdischer Hand. Das schöne Meseritscher Synagogenportal, eine besonders schöne Steinmetzarbeit, wurde von Jakob b. M. ha־Levi 1 M. L. A. J. 42. 2 Judengem. S. 281. 3 Judengem. S. 173. 4 1. e. S. 295. 5 Judengem. S. 393. 6 Judengem. S. 112. 7 Judengem. S. 421. 8 Judengem. S. 506. 9 M. L. A. J. 42. 10 Judengem. S. 418. 31 Heilig, 1. c. S. 7. 12 M. L. A. J. 42. 13 Flesch, Jahrb. d. traditionstr. Rabb.-Verb. i. d. Slovakei, Jahr 1923, S. 78. 14 Judengem. S. 135. 15 M. L. A. J. 42, Z. 267. 16 Totenprotokoll Tobitsclaau, Mscpt. Moravia B. B. Brünn.

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