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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
Urkundliches über jüdische Handwerker in Mähren
Date
1930-01-01
Page
Seite 211 (sequence 15)
Language
German
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211 im Zuschneiden des Tuches eines Manneskleides, teils in der Her- Stellung einiger Knopflöcher. Dabei hat er sich so geschickt und fähig gezeigt, daß wir ihn der erforderlichen incorporation oder Einverleibung bei einer christlich-ehrsamen Schneiderzunft für würdig erachten. 18. XII. 1875. Johann Michel Müller, Johann Hüssl, beide geschworene Zechmeister. Am 8. 3. 1776 bewilligt das Gübernium den Schein. Um 1790 lebt in Kromau der Schneider Markus Schwab1. Von seinen Söhnen kennen wir Löb Schwab2 (geb. 1794 in Kromau, 1834 Rabb. in Gewitsch, später in Prossnitz, stirbt als Oberrabbiner von Pest). Sein zweiter Sohn ist Aron Schwab (von 1829 bis 1869 Rabbiner in Hotzenplotz, stirbt am 19. Dezember 1875 als Rabbiner von Kromau)3, ein dritter, Wolf Sch., (stirbt 1856 in Kromau)4. IY. Glaser. Aus den Lahnenregistern des 17. und Konsignationen des 18. Jahrhunderts kennen wir zahlreiche jüdische Glasermeister. In Austerlitz finden sich Mandl Glaser5 (1672), in Kanitz Hirsch Glaser1581) 3׳), Moses Glaser7 (1597), Muschel Glaser (1609), Marek Glaser (1628), Benedikt Glaser (1674)6, Moses Josef Glaser (1751)7; in Kostei Jakob Glaser8 (1667); in Kojetein David Glaser9 (1657), früher Pinkas Glaser; in Nikolsburg10 Jakob Glaser, Moses Glaser, Josef Glaser (1574), Gerstl Glaser, früher Hirschl Glaser (1657); in Ung.-Ostra11 Salamon Löbl Glaser (1680), Löbl Salamon Glaser (1720). Doch nicht immer war es diesen Glasern vergönnt, ihr Gewerbe ungestört auszuüben. So wurde gegen die Eibenschitzer acht Judenglaser die Anzeige erstattet, daß sie bei den Christen auf den umliegenden Ortschaften arbeiten, was ihnen verwehrt werden soll. Eine hohe Landesstelle informierte am 30. April 1770 den Znaimer Kreishauptmann dahin: Derselbe habe der Eibenschitzer Grundobrigkeit und dem Stadtrat daselbst aufzutragen, ,,daß, nachdem die Anzahl derer bis auf acht angewachsenen jüdischen Glasern daselbst übersetzet“ und denen christlichen Glasern größter Nachteil erwachsen sei, besorgt werden solle, daß die jüdischen Glaser nach und nach bis auf vier absterbeten, und niemals mehr als vier gestattet würden.“12 Auch die Ung.-Ostraer Glaser werden in der Ausübung ihres Handwerkes behindert, worauf die Judenrichter und Geschworenen namens der ganzen Judengemeinde im April 1771 folgendes Gesuch 1 Flesch, Jahrb.‘ d. jüd. liter. Gesellsch. XVII, S. 71. 2 Freimann, Jahrb. d. j. liter. Gesellsch. XV, S. 39. 3 Flesch, 1. c. S. 67. 4 Flesch, 1. c. S. 83. 5 Judengem. S. 112. 6 1. c. S. 274. 7 1. c. S. 275. 8 1. c. S. 289. 9 1. c. S. 281. 10 1. c. S. 421. 11 1. c. S. 565. 12 M. L. A. J. 215. 14*

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