Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Bemerkungen zu Jesaja
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 3)
- Language
- German
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- Manoah 1× ep/1005864
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für die Totengeister) und die Wisserischen!“ und entgegnet ihr mit der Frage: ,,— Die Zirpenden, die Murmelnden?!י‘ (== So etwas soll befragt werden?!), er laßt die Auffordernden dagegen Vorbringen: ,,Soll nicht ein Volk seine Götter beförschen?“ und antwortet wieder mit der entrüsteten, endgültig abweisenden Frage: ,,Für die Lebenden die Toten?!“ — aber die solchermaßen Abgewiesenen sollen eben auch auf die noch verborgene Weissagungswahrheit hingeleitet werden, die die sechs ersten Verse des 9. Kapitels verkündigen. Denn wer so fragt, wird bald der Verzweiflung verfallen (V. 20b—22) und die unzuverlässigen Götzen verwünschen (כמלכו geht nicht auf den irdischen König, sondern auf den ״Molech“). 95 אל גבוד אפי עד Die vielberedete Schwierigkeit von אל גבוד und אבי עד überwindet sich, wenn man פלא in den richtigen Zusammenhang einstellt. Jud 1S18 antwortet der Gottesbote dem Manoach auf die Frage nach seinem Namen: Warum doch fragst du nach meinem Namen, והוא פלאי (das א des כ׳ ist durch Ps 139ß hinreichend unterstützt)! Er begnügt sich also nicht damit, die Frage — wie Gen 3229 — zurückzuweisen, er begründet die Zurückweisung damit, daß der Name, nach dem gefragt wird, ein ,,Entrücktes“ sei, etwas Transzendentales. Ebenso ist שמו פלא (appositioneile Konstruktion) zu verstehen: der folgende — nicht vierfache, sondern dreifache — Name ist geheimnisvoll, in seinem Sinn und Wesen nicht (oder noch nicht) zu erfassen. Der Vers ist etwa so zu übersetzen: ״Seinen Namen, einen entrückten (eigentlich: ein Entrücktes), ruft man: Ratsmann Gottes, Held des Ewigvaters, Fürst des Friedens.“ ioוחבל על מפני שמן ״ Man hat den Schluß des Verses emendieren zu müssen geglaubt (,,es bleibt nur der Weg der Konjektur“), weil das Bild ,,eine unvollziehbare Vorstellung“ und ,,außerdem nach dem Vorhergehenden, da das Joch schon abgenommen ist, höchst überflüssig und störend“ (Dillmann-Kittel) sei. Die Bedenken verlieren ihre Beweiskraft, wenn man in וחפל וגד nicht eine Aeußerung des Propheten selber, sondern ein umlaufendes Sprichwort erblickt, das er in dem Sinne zitiert, daß man es dann, פיוס ההוא, auf den Fall anwenden würde; dann würde man sagen: ״Am Nackenfett kann ein Joch zermürben“, d. h.: Liier sehen wir wieder einmal, daß der alte Spruch recht behält, daß nämlich ״Hartnäckigkeit“ die stärkste Feindesgewalt überwindet. Solche Sprichwort-Zitate werden gewöhnlich durch כי eingeleitet, vgl. z. B. 2820, oder den herrlichen Mütterspruch II Sam 144נ; oder auch durch p על, so II Sam 5S, wo יאמרו nicht dazu gehört, sondern den Anfang des zitierten Spottspruchs bildet, der sich von der erzählten Begebenheit herleitet: ,,Daher heißts: ,Ein Blinder, ein Hinkender sprechen: Der kommt uns nicht ins Haus!“ — d. h. sie führen so großsprecherische Rede im Mund, aber in Wirklichkeit haben sie gar keine Macht zur Abwehr. — An unserer Stelle wird das Zitat, wie 78b, durch ein bloßes 1 eingeleitet, wie es der Zusammenhang erfordert. Monatsschrift, 74. Jahrgang. 13