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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 194

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
Bemerkungen zu Jesaja
Date
1930-01-01
Page
Seite 194 (sequence 4)
Language
German
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194 הן ארץ כשדים וכר 2313 Die größte Schwierigkeit des stark umstrittenen Verses bestellt bekanntlich darin, daß in einem vom phönizisclien Mutterland oder seiner zyprischen Kolonie handelnden Text unvermittelt von einer ארץ כשדים die Rede ist, von welchen כשדים zum Ueberfluß der Rätselsatz זה העם לא היה ausgesagt zu werden scheint. Die Lösung des Problems dürfte gefunden werden, wenn man danach forscht, welche Bedeutung etwa die כשדים für die Vorgeschichte Zyperns — daß das p sich auf dieses rückbezieht, ist ja von vornherein das weitaus Wahrscheinlichste — gehabt haben. Natürlich kann es sich nicht um den aramäischen Stamm handeln, der das neubaby- Ionische Reich begründete; aber — so verfehlt ein Rückschluß von dem späten Wortgebrauch wäre, wie er uns bei Berossos entgegentritt, für den schon vor der Sintflut Chaldäer regieren — dürfen wir nicht annehmen, daß Jesaia auch eine einst herrschende, ebenfalls semitische Bevölkerung des babylonischen Landes, die Akkader, mit dem geläufigen Volksnamen bezeichnet hat, zumal anscheinend kein anderer zur Verfügung stand? Von den Akkadern aber wissen wir, daß sie auf die Kultur Zyperns, das sie wohl unter Sargon I. eroberten, einen entscheidenden Einfluß gewonnen haben; und andererseits wissen wir, daß. die Phönizier erst spät nach Zypern gekommen sind. So wird es verständlich, daß Jesaia von der Insel sagt: ,,Das ist ja ein Chaldäerland“ (sc. eigentlich, ursprünglich) und daran den Hinweis knüpft: ,,jenes Volk (sc. die Phönizier!) war damals (sc. als die ״Chaldäer“ Zypern beherrschten) noch gar nicht da.“ Und jetzt, so heißt es weiter, ist Zypern den Phöniziern schon wieder entrissen (so daß sie dort also keine Zuflucht finden können: ,,auch dort wird dir nicht Ruh“) oder — wenn wir das Folgende als Perfecta prophetica verstehen dürfen — wird es demnächst werden, und zwar durch Assyrien, das es zu Flottenstützpunkten bestimmt (יפדה לציים), Wachttürme aufrichtet usw. Die Assyrer nehmen gleichsam die Oberherrschaft der Akkader über die Insel wieder auf. — Wir wissen von Sanheribs Feldzug gegen den nach Zypern geflohenen Phönizierkönig Lull nicht genug, um die geschichtlichen Tatsachen im einzelnen vergleichen zu können; immerhin wissen wir (Taylor- Zylinder II 35), daß Lull ,,aus Furcht vor dem Herrschaftsglanz“ Assyriens auf Zypern starb. Eine Abhängigkeit Zyperns von Assyrien aber hat schon einige Jahre früher bestanden, wie der Bericht der Larnaka-Stele Sargons II. über die Unterwerfungsgesandtschaft der sieben zyprischen Könige beweist. (Fortsetzung folgt) Von Max Steif in Brünn. Nachdem mein Aufsatz unter obigem Titel bereits in Druck erschienen war (MGWJ. 446 ff.), wurde ich durch die Liebens- Würdigkeit des Herausgebers dieser Zeitschrift, auf eine ähnliche Arbeit von Boehl: Wortspiele im Alten Testament,. Journal of the Palestine, Oriental Society, Vol. VI 4, 1926, aufmerksam gemacht. B. ist es aber dort weniger um jene, von mir berührte Art besonderer

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