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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 186

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 186 (sequence 3)
Language
German
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186 -f- 261 S. in jiddisch, 34 S. in deutsch, 8°) herausgebracht. Ueberwiegend wird Ostjüdisches behandelt, Handel, Kreditwesen, Privilegien, Bevölkerungsprobleme, Zünfte, Ethnographie, Wirtschafts־ geschichte, Soziales, Eugenik, Schulwesen, Statistik, Bildungswesen und Kulturelles. Der Weg führt von Kiew bis Riga und vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit. Niemand, der an Ostgeschichte inter־ essiert ist, darf an diesen Forschungen vorübergehen. Inzwischen schreitet die organisatorische und Sammeltätigkeit rüstig voran. Dessen sind Zeugen die י ידיעות פון יידישן וויפנשאפטלעכן אינסטיטוט Kundmachungen, die bis Nr. 30 fortgeführt sind, und der באריפט פ ון דער קאנפערענץ פון דעם "־דישן וויסנשאפטלעכן אינסטיטוט, Proceedings of the Conference of the yid. scientif. inst., Wilna 1930, der von der Grundsteinlegung des Institutsbaues in Wilna Kunde gibt und wertvolle wissenschaftliche Vorträge enthält, die aus diesem feierlichen Anlasse gehalten worden sind, sowie Mitteilungen über neue archivalische Funde (z. B. Litauen 14, Jahrhundert, Innungsbücher des 18. Jahrhunderts u. v. a.). Die deutsche wissenschaftliche Zeitschrift für Polen, Herausgeber Dr. Alfred Lattermann, Posen 1929 und 1930, im Verlage der Iiistor. Gesellschaft für Posen, bringt wiederum wichtige Beiträge zur jüdischen Ostgeschichte. In einem Briefe aus Lissa d. d. 23. Dezember 1743 (Heft 16 S. 45 ff.) erfahren wir Einzelheiten über die Geschichte des Talmuddruckes Frankfurt a. O. 1734/9. Danach hat der Berliner Hofprediger Jabionski, der mehr als 15 000 Taler in das Unternehmen steckte, 1739 gehofft, durch eine Lotterie oder eine Versteigerung der Talmudexemplare wieder zu seinem Gelde zu kommen. Aber er verlor hierbei sein Vermögen, und seine Familie geriet ,,in große Betrübnis und Verlegenheit". Sein Geschäftsteilhaber Professor Grillo in Frankfurt a. O. wurde 1741 nach dem Tode Jabionskis bankrott. Das aus einer englischen .Kollekte stammende von Jabionski verwaltete Vermögen der evangelischen Unität Großpolens schwebte noch Ende 1743 in Gefahr, gleichfalls verloren zu gehen1. Walter Maas bringt (S. 144 ff.) ,,Studien zur Wirtschaftsgeschichte des Posener Landes" mit Nachrichten über das jüdische Handwerk, die aus Lukaszewicz entnommen sind. Die Mitteilung (S. 157), daß um 1600 in Posen eine jüdische Druckerei bestanden habe, ist irrig. Seit 1594 besaß die Wolrabsche Offizin hebräische Lettern2. S. 188 wird von dem Missionsunfug berichtet, den noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Grundherr v. Rappard auf Schloß Pinne gegenüber den Juden dortiger Stadt sich erlauben durfte3 4. Heft 17 S. 153 bringt die Nachricht, daß 1524 in Obornik die eine der beiden Wasserzollstätten an der Warthe in den Händen von Juden gewesen ist, 1 Vgl. Geigers Zeitschr. f; d. Gesch. der Juden in Deutschi. III 265, Lewin, Gesch. der Juden in Lissa, Pinne 1904, S. 152 f. 2 Wachstein, Katalog d. Salo Cohn’schen Schenkungen, Wien 1911, I 83, MGWJ 1929 S. 179. 3 Vgl. Bickerich, Evang. Leben unter dem weißen Adler, Posen 1925, S. 43. 4 Vgl. Lewin, Die Landessynode der großpoln. Judenschaft, Frankf. a. M. 1926, S. 8. ■ ,

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