Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur wissenschaftlichen Talmudpflege [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 13)
- Language
- German
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184 die Teilung des deutschen und z. T. auch des auswärtigen Judentums in liberale und konservative Richtungen zur Folge hatten. Ein interessantes Dokument ist der Sammlung unter dem Titel מגילת הארי und וכדון מעשה נסים beigeschlossen, eine kurze Beschreibung der Belagerung und Erstürmung der Stadt Hanau durch Napoleon im Jahre 1813 und ein Hinweis auf manche Auswirkungen, die sich daraus für die Judenheit der Stadt ergeben haben. Die gesammelten Aufsätze von M. F. Behr לברי משלם! קובץ מאמרים והערות תנ״ך תלמוד וסברות שאחר התלמוד (Frankfurt 1926) enthalten nur zum Teil Talmudisches (S. 34—81). Besondere Hervorhebung verdient der Aufsatz מספר שנים בתלמוד I und II. B. weist mit Recht darauf hin, daß gewisse Zahlen sich einer besonderen Volkstümlichkeit erfreuten und im Talmud in uneigentlichem Sinne gebraucht werden. Eine solche Zahl ist 22 besonders für eine Periode von mehreren Jahren. Das hängt mit der Zahl der hebräischen Buchstaben zusammen. Die Beliebtheit der Zahl ist schon vortalmudisch. Josephus in seiner Schrift gegen Apion (1, 8) kennt 22 Bücher der heiligen Schrift, was man sich so zu erklären sucht, daß er Richter und Ruth, ebenso Jeremias und Klagelieder als je ein Buch angesehen hat. Hieronymus schwankt zwischen 22 und 24 (vgl. Blau, Zur Einleitung in die heilige Schrift, S. 6 ff.). — Im Teil Ildes Aufsatzes wird auf den häufigen Gebrauch der Zahl 3*4 hingewiesen. — Die kritischen Aufsätze über die hebräische Uebersetzung Grätzens von S. P. Rabbinowitz und die halachisch-geschichtlichen Aufsätze von Tschernowitz gehören ebenfalls in den Kreis talmudisch-rabbinischer Studien. (Fortsetzung folgt) Aus ostjüdischer Geschichte V1. Von Louis Lewin in Breslau. Die Juden und die Judengemeinden Mährens in Vergangenheit und Gegenwart. Ein Sammelwerk, herausgegeben von Hugo Gold. Jüdischer Buch״ und Kunstverlag, Brünn 1929, Adlergasse 9. XII + 623 S. Groß-Quart (Halbleinen Mk. 45,—). Ein Werk, das in seiner Art in der jüdischen Literatur einzig dasteht, und dessen kein anderes Land sich rühmen kann. Bewunderungswürdig ist die Hingabe des Herausgebers, der das Erscheinen des Buches mit den größten finanziellen Opfern ermöglicht und seiner Heimat dieses schöne Denkmal unter unsäglichen Mühen geschenkt hat. Mehr als vierzig Mitarbeiter standen ihm zur Seite, Männer, die zum Teil seit Jahrzehnten der Wissenschaft des Judentums dienen, wie Jakob Freimann, Max Grunwald, Bernhard Wachstein und andere; aber auch nicht jüdische Historiker wie Josef Fi§er, Rudolf Hruschka u. a. arbeiteten wacker mit. Das mährische Landesarchiv stellte seine Schätze zur Verfügung und förderte das Werk auf jede Weise. Vielfach ist urkundliches Material zum ersten Male hier abgedruckt. So wird denn ein jeder Leser das Buch mit Genuß, Freude und Gewinn zur Hand nehmen, der 1 Vgl. MGWJ 1926 S. 75 ff., 1928 S. 6 ff., 33ל ff., 1929 8. 177 ff.