Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 177

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
Zur wissenschaftlichen Talmudpflege [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 177 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829967-2829971-2836096--49760-2836164
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

17? von einsichtigen und unparteiischen Nachfolgern an der Hand dieses Werkes ihre Berichtigung finden. * * *- Eine mannigfache Bereicherung der talmudisch-rabbinischen Literatur sowohl in Ansehung des Quellenmaterials als der Er- Schließung zeitgeschichtlicher Beziehungen bieten uns die zwei statt־ liehen Bände der Geniza־Studien von dem bekannten Geniza-Forscher Louis Ginzbergj Professor der talmudischen Disziplinen am Jewish Theological Seminary of America in New York (גבוי שעכטער Genizah-Studies in Memory of Doctor Solomon Sch echter. I. Midrash and Haggadah, New York 1928, H, XVII, 549. II. Geonic and early Karaitic Halakah, 1929, ב\ XV, 640. Erschienen bei The Jewish Theological Seminary of America. Beiden Bänden ist ein photographischer Abdruck je einer Seite der Geniza-Hschr. und je ein ausführliches Sachregister beigegeben.) Der erste Band enthält 41 Fragmente verschiedenen Inhalts. G. faßt sie unter dem Titel Midrasch und Haggada zusammen, gibt aber beiden Ausdrücken einen engern Sinn. Unter Midrasch sind hier Texte zusammengefaßt, die agadische Schrifterklärungen enthalten, unter Haggada rein erzählende Stücke. Aus den Midrasch־ fragmenten folgt allerdings, daß die Midraschliteratur viel reicher war, als wir bisher angenommen haben. Ob aber aus den Verhältnis־ mäßig kleinen Bruchstücken, wie G. meint, der Schluß gezogen werden kann, daß sie 16 verschiedenen und verschollenen Th01־a״Midraschim entnommen sind, muß vor der Hand, so lange wir keinen weiteren Vergleichsstoff bekommen, dahingestellt bleiben. Die Fragmente gehören der agadischen Literatur an. Eine Ausnahme bildet Nr. 8, die vorwiegend halachisch ist. Hingegen ist das halachische Element in Nr. 11 (S. 99—100) nur als Einschlag zu nehmen, der in agadischen Midraschim, besonders in der Tanchuma־G.ruppe auch sonst nicht selten ist. Eine ins Einzelne gehende Besprechung der 41 Fragmente hat B. Heller (MGWJ 1928, 506—518. Hierzu noch 621—625 zu vergleichen) bereits gegeben. Hier soll bloß das Werk als Ganzes ge־ kennzeichnet und auf die Nr. 34—35 im besonderen hingewiesen werden. Die Midraschliteratur hat durch Veröffentlichung der gegen־ wärtigen Geniza-Fragmente eine erhebliche Bereicherung erfahren. Es hat aber dabei auch die literarhistorische Seite dieser Wissenschaft viel gewonnen. G. gibt nicht nur Texte, sondern auch einen ausreichenden kritischen Apparat mit einleitenden Untersuchungen zu jedem einzelnen Fragment. Seine Einzelforschungen führen die einschlägigen Fragen bis zur Gegenwart und ziehen die Schlüsse, die sich aus den bisher unbekannten Texten ergeben. Besondere Erwähnung verdient seine Studie zu dem noch immer nicht genügend geklärten Kapitel Jelamdenu. Der Wichtigkeit der Frage entsprechend begnügt sich hier G. nicht mit den Einzeleinleitungen und gibt am Ende des Werkes eine zusammenfassenae Abhandlung über den ganzen Gegenstand unter besonderer Berücksichtigung der neuen Funde (449—513). Vgl. Heller a. a. O. S. 511 ff. Monatsschrift, 74. Jahrgang. 12

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.