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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 143

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 143 (sequence 3)
Language
German
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143 Ebendort wendet sich F. gegen Reggio ״Hatora we-Haphilosophia“, dem er eine zu günstige Beurteilung der Karäer ■vorwirft. Dazu sei aber bemerkt, daß gerade Reggio der erste gewesen ist, der in Jost’s Annalen, 1840, Nr. 25, nachgewiesen hat, daß das von Firkowitsch veröffentlichte Sangari-Denkmal eine Fälschung sei. Auf Seite 105 fertigt F. den Reformer Holdheim mit folgenden Worten ab: ״גם על מבססי שיטת הריפורמה באשכנז שמואל הולדהיים ואברהם גייגר היה חביב ענין הקראים וד,קראות• הראשון עבודתו זו מעטה, כי בכל היותו בקי בתלמוד ומהרס כל המקבל ומקדש בתיי העם — לא היה בעל כשרון ספרותי". Wir wollen hier nicht darüber streiten, ob Holdheim ein literarisches Talent gewesen ist. Unbestritten bleibt aber bis heute der streng wissenschaftliche Wert des ,Werkes "מאמר האישות על תכונת הרבנים והקראים". Die Hypothesen über die Abhängigkeit der Karäer von den Sadduzäern, die von Holdheim und Geiger aufgesteilt wurden, haben durch die von Harkavy herausgegebenen Werke von Karkassani ihre Bestätigung gefunden. Zu Seite 107/108. Das Verhältnis zwischen Fünn und Firkowitsch war nur in der ersten Zeit ihrer Bekanntschaft ein gutes. Nachdem Fünn den Firkovitsch richtig kennen gelernt hatte, hat er ihn nicht mehr so für voll genommen. Siehe H. N. Maggid-Steinschneider in ,,Kirja Neemana“, 2. Aufl., Vorrede. Zu Seite 126. Firkowitsch hatte durch sein allzu scharfes Auftreten in seinem Buch חותם תכנית den Unwillen selbst der karäischen Führer erregt, die ihn dann aus ihrem obersten Beth-Din, dem er angehörte, ausgestoßen haben. Darum bedarf es der Erwähnung, daß das zweite Werk von Firkowitsch, 1838 מסה ומריבה, von diesem Beth-Din fast vollständig verbrannt wurde, so daß heute nur noch wenige Exemplare vorhanden sind. Zu Seite 136. In der Aufzählung der Werke, in denen die Fälschungen Firkowitschs nachgewiesen werden, fehlt das wichtigste und umfangreichste Werk auf diesem Gebiet, Harkavys Altjüdische Denkmäler aus der Krim, Petersburg 1876, wie auch die kleine Schrift von Markon, eine Benennung der Türkei in der jüdischen Literatur, Berlin 1926. Ebendort schreibt Fahn: נצחה האמת ולא הועילו מעשי הפיופיסור חבולסון, שהפך בזכות הקראים וצדד באמתת המצבות, לכסות עליה — ולבסוף הכרח להודות "כי בהיותו בקלעא דרש ושאל מפי אנשים רבים אחדי מעשי אבן רש״ף ונודע לו כי אמנם היה נוכל ואיש דמיה". Aus diesen Worten könnte man entnehmen, daß Chwolson ein Vorkämpfer für die karäische Sache gewesen war, während er doch ein rein sachliches wissenschaftliches Interesse an den Dingen hatte. Und wenn er auch in seinem Werk ,,Achtzehn jüdische Grabschriften aus der Krim“ voll Zutrauen den Erfindungen Firkowitschs Glauben geschenkt, so hat er nach Prüfung der Dinge durch Autopsie die Grundlagen seines ersten Werkes in ,,Corpus Inscriptionum Hebraicarum“, Petersburg 1882 (Russische Ausgabe Petersburg 1884), widerrufen und zugegeben, daß Firkowitsch viele Fälschungen begangen hat. Chwolson drückt sich ungefähr so aus: ,,Daß er sich gleichsam in dem Hause eines Diebes befand, wo erst nachgewiesen werden muß, daß sich dort auch nicht gestohlenes Gut findet. Ebenso war alles, was Firkowitsch angefaßt hatte, der Fälschung verdächtig.“ Für Chwolson war jedenfalls das Problem Rabbaniten-Karaiten eine rein wissenschaftliche Frage. Zu Beite 138/139. Die Charakteristik von Kasas ist nicht ganz zutreffend. K. war der erste Karäer zu seiner Zeit, der eine höhere Bildung genossen hat. Es hat die orientalistische Fakultät der Petersburger Universität absolviert und war unter den Karäern wegen seiner Bildung sehr geachtet. Sie haben ihm aber übelgenommen, daß er die religiösen Pflichten nicht beachtete. Aus diesem Grunde hatte Kasas auch kein Interesse für die religiöse Literatur der Karäer, sondern befaßte sich vor allem mit den profanen Wissenschäften. Er war Lehrer der alten Sprachen im Gymnasium zu Simpheropöl und später Direktor der Schule für Ausbildung karäischer Geistlicher in Eupatoria. Zu den Veröffentlichungen von Firkowitsch hat Kasas keine Stellung genommen, da er vermutlich als wissenschaftlicher und wahrheitsliebender Mensch einerseits ihm nicht recht geben konnte, andererseits aber nicht gegen ihn unternehmen wollte, weil die Karäer die Erfindungen Firkowitschs zu einer nationalen Frage gemacht hatten. (S. Reschumot, Jahrg. I.) Mit der Theorie, daß die Karäer keine Juden sind, sondern ein türkischer Stamm, der zum

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