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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 142

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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142 sehen Teil. Der erste enthält 5 Kapitel: 1. Zur Entstehung der Karäersekte. 2. Die Gemeinde der Karäer in Palästina. ■3. Zur Geschichte der Karäer in Galizien. 4. Der Karäische Friedhof in Halicz. 5. Die jüdischen Aufklärer in ihrem Verhältnis zu den Gelehrten der Karäer. Diese Kapitel sind nicht gleichwertig. Von besonderem Wert sind das 3. und 4. Kapitel, in denen Fahn mehr oder weniger selbständige Forschungen und Ergebnisse verwendet, während die anderen Kapitel mehr kompilatorischen Charakter haben. Die Kapitel stellen Aufsätze dar, die F. vor 20 Jahren in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht hat. In mancher Hinsicht zeigt sich eine flüchtige Behandlung des Gegenstandes. Viele Quellen und Darstellungen werden nicht angegeben, die nicht nur wegen der bibliographischen Vollständigkeit wichtig, sondern überhaupt für die Materie von wesentlicher Bedeutung sind. Unberücksichtigt blieben z. B.: Steinschneider, Catalogus Godicum hebraeorum . - . Lugduno- Batavae; Steinschneider, Arabische Literatur der Juden; Posnanski, Karaite opponens of Saadia Gaon, ferner die Artikel von Marmorstein in ״Hazofe lechochmat Jisrael“, von Bornstein in ״Hatekufa“ und von Markon in ״Jeschurun“ 1926—1927 und im Korrespondenzblatt der Akademie für die Wissenschaft d. Judentums 1927, und endlich Harkavys Ausgabe des 1. Teiles des ״Kitäbal-Anwär we-al-Murakiba“, die in den Schriften der Archäologischen Gesellschaft zu Petersburg erschienen ist. Wenn F. Harkavys Veröffentlichung wegen Unkenntnis der russischen oder der arabischen Sprache unzugänglich ist, so könnte er den Artikel von Markon in ״ Jeschurun“ 1926—27 benutzen, wo die gesamte Literatur herangeführt wird. Zu Seite 16. F. spricht von der Zionsliebe der Karäer und bringt sie mit der Messiasidee und dem Abele Zion-Gedanken in Zusammenhang. Zum Schluß sagt er: ,,Es ist fast eine gesetzliche Pflicht eines jeden Karäers geworden, mindestens ein Mal in seinem Leben nach Palästina zu wallfahren. Deshalb findet sich häufig in den karäischen Schriften der Name , JeruschalmP als Bei- und Ehrenname für solche, die diese Wallfahrt unternommen hatten.“ Diese Tatsache steht aber nicht im Zusammenhang mit der Zionsliebe und der ,,Abele Zion-Idee“ des Mittelalters, sondern bildet vielmehr eine Parallele zu der Tatsache, daß die Mohammedaner ihre Pilger, die nach Mekkawallfahren,, ,Chadji “ nennen. So nennen auch die unter den Mohammedanern lebenden Juden, die Karäer ebenso wie die Rabbaniten in der Krim (Krimtschaken), jeden Wallfahrer nach Palästina einen ״ Jerusch almi“. In der alten karäischen Literatur heißt ,, Jeruschalmi“ nicht ein Wallfahrer nach Palästina, sondern derjenige, der dort gelebt nat. Zu Seite 21. F. nennt den Karäer Jeschuba ben Jehuda als Autor des ם' הישר und des העריות 'D, wobei er sogar genaue Lebensdaten 1050—1125 angibt, die nicht feststehen. Das ם1 הישר und ס, העריות sind jedoch identisch. Das Werk wurde von Markon in seinen ,מקורות לקורות דיני נשים ועריות אצל הקראים, Petersburg 1908, herausgegeben. Es ist in arabischer Sprache verfaßt und von einem Schüler des Autors ins Hebräische übersetzt worden. Es scheint, daß F. verschiedene Quellen benutzt hat, denn während er die Lebenszeit Jeschua ben Jehudas an einer Stelle genau angibt, nimmt er später ,,ca. 1070“ an. F. erwähnt die Schüler Jeschua ben Jehudas, nämlich Tobia ben Mosche ha-Obed und Jacob ben Samuel, welch letzterer die Werke seines Lehrers ins Hebräische übersetzt habe. Dieser hieß jedoch nicht Jacob ben Samuel, sondern Jacob ben Schimon. Nicht erwähnt wird noch einer der wichtigsten Schüler Jeschuas, nämlich ibn־Altaras aus Spanien, der früher Rabbanit, unter dem Einfluß von Jeschua ben Jehuda sich zur karäischen Lehre wandte und diese nach seiner Rückkehr nach Spanien dort verbreitete. Er war dort ein Hauptführer der Karäischen Bewegung, ־welche Rolle nach seinem Tode von seiner Witwe übernommen wurde. Ibn-Altaras wird auch im Sefer ha- Qabbala von Abraham ibn Daud erwähnt. Das Werk von Levi ben Jefet ist das ״Sefer ha-Mizwot“, ein umfangreiches Werk, das sich in hebräischer Ueber- Setzung in Handschriften in Petersburg und Leyden befindet. Zu Seite 70. Ueber die Aeußerung des Natronai Gaon über Anan, die sich im Siddur des Rab Amram Gaon findet, siehe den Aufsatz von Markon, ״Wer war der Karäer Daniel, der bei Natronai Gaon erwähnt ist“ (in ״Schaeffer- Festschrift“, Berlin 1927). Zu Seite 104. Mit großem Respekt von Fürst, Geschichte des Karäertums, zu sprechen, empfiehlt sich nicht, nachdem durch Steinschneider undv. a. nachgewiesen ist, daß das Werk keinen großen wissenschaftlichen Wert besitzt.

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