Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bemerkungen zur Liturgie und Geschichte der Liturgie
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 14)
- Language
- German
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117 in der zweiten Benediktion nach dem Schema am Morgen: Wahr ist es, daß du Ewiger, unser Gott bist und der Gott unserer Vorfahren, unser König und der König unserer Vorfahren? Versteht man aber Regierung Gottes Königtum Davids, so hat der Keduschatext einen guten Sinn. Wann wirst du das Königtum Davids wiederherstellen? 7a. Dasselbe gilt von der Bitte in der Mussafamida für die Festtage: ״Vater! König! Offenbare über uns die Herrlichkeit deiner Regierung, erscheine und erhebe dich vor den Augen aller Lebendigen und sammle unser zerstreutes Volk aus den Völkern, vereinige unsere Verjagten aus allen Winkeln der Erde und bringe uns nach Zion, deiner Stadt, in Jubel und nach Jerusalem, der Stätte deines Heiligtums, mit ewiger Freude/'1 8. Dasselbe gilt von der Benediktion bei der Begrüßung des Neumondes2. Der Schluß dieser Benediktion lautet: ,,Eine Krone der Herrlichkeit für die vom Mutterleibe aus Getragenen, die dereinst, ebenso wie der Mond, werden erneuert werden und ihren Schöpfer preisen wegen der Herrlichkeit seiner Regierung/'3 Also die Verherrlichung Gottes wegen der Herrlichkeit seiner Regierung ist von der Erneuerung Israels abhängig. Nun aber wird die Regierung Gottes von jedem Israeliten tagtäglich gepriesen: im Gebete, bei der Ausübung der Gebote, vor jedem Genuß von Speise, Trank und Geruch wird Gott als ,,König der Welt" angerufen. Also die Preisung der Regierung Gottes ist auch vor der Erneuerung vorhanden. Folglich kann die ,,Regierung Gottes", derentwegen Gott erst nach der Erneuerung und Wiederherstellung Israels wird gepriesen werden können, nur das Königtum Davids sein. In der Tat ist der Mond als Symbol des Königtums Davids in der Agada häufig4. Und daher war der Satz ,,David, der König Israels lebt und besteht" das Zeichen für die Einsetzung des Neumondes5. 9. Die Identität6 von ,,Regierung Gottes" und ,,Königtum Davids" ist aus dem Gedanken erwachsen, daß die Regierung Gottes 1 אביכו מלכנו גלה כבוד מלכותך עלינו מהרה והופע והנשא עלינו לסייד כל חי וקרב פזורינו מבין הגויה ונפוצותינו כנם מירכתי הארץ והביאיכו לציון עירך ברכת ולירושלים בית מקדשך בשמחת עולם. Derselbe Text auch im palästinischen Ritus: siehe die Fragmente bei Elbogen, MS 1911, S. 434, 435, 437, 438, 439, 441, 442, 444, 445, 587. 2 Synhed. 52a, Sopherim 20, 1. 3 עטרת תפארת לעמוסי בטן שהם עתידים להתחדש כמותה ולפאר ליוצרם על שם כבוד מלכותו. Manche Texte bloß על כבוד מלכותו. Vgl. Rabbinovicz z. st. So Sopherim. 4 Vgl. Pes. ed. Buber 53a; Pes. r. kap. 15, ed. Friedmann 76b f.; Ex. r. XVI Ende. 5 R. Haschana 25a. Vgl. Raschi z. St. 6 Herr Prof. Heinemann findet den Ausdruck Identität bedenklich, weil er das sachliche Verhältnis zwischen ,,Regierung Gottes“ und ״Königtum Davids“ nicht genau trifft. Ich möchte aber auf diesen Ausdruck seiner Kürze und Prägnanz wegen nicht verzichten. Natürlich ist nicht Identität im philo-