Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bemerkungen zur Liturgie und Geschichte der Liturgie
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 13)
- Language
- German
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116 4. Und führe zurück Israel in seine Wohnstätte and deine Regierung und die Regierung des Hauses Davids setze in ihren Platz wieder ein1. 5. ,,Wie David gesagt hat (I Ghr 2325): Der Ewige, der Gott Israels, hat seinem Volke Ruhe gegeben und wohnt nun für immer in Jerusalem und heißt es: Daselbst will ich David ein Horn sprossen lassen, eine Leuchte errichten meinem Gesalbten (Ps 13217), dann wirst Du allein über uns König sein.“2 6. Weniger deutlich, aber noch genug erkennbar ist der Zu־ sammenhang Regierung Gottes Königtum Davids in folgendem liturgischen Stücke ausgesprochen: ,,Unser Gott im Himmel, schaffe die Einheit deines Namens, halte Deine Herrschaft aufrecht stets und regiere über uns in alle Ewigkeit. Mögen unsere Augen sehen, möge unser Herz sich freuen und jubeln unsere Seele bei Deiner Errettung in Wahrheit, wenn man zu Zion spricht: dein Gott ist König, Gott ist König, Gott war König und Gott wird als König walten in aller Ewigkeit. Denn das Königtum ist dein und in alle Ewigkeit wirst Du in Herrlichkeit als König walten.“3 Also: Wahre Errettung, wenn Zion zugerufen wird, dein Gott ist König. Auf Grund dieser Tatsache, daß in so vielen liturgischen Texten und auch in der hochoffiziellen Amida zu Neujahr und Sühnetag Regierung Gottes und Königtum Davids untrennbar nebeneinander erwähnt werden, ist man berechtigt anzunehmen, daß in solchen liturgischen Texten, in denen dem Wortlaut nach bloß von der ,,Regierung Gottes“ die Rede ist, innerlich auch das Königtum Davids erwähnt wird, so nämlich, daß unter ,,Regierung Gottes“ beides zu verstehen ist: Regierung Gottes im eigentlichen Sinne und Königtum Davids. Ich denke besonders an die Keduscha am Sabbat morgen. 7. Von deiner Stätte aus, erscheine unser König und sei König über uns, denn wir harren auf dich. Wann wirst du König sein in Zion? Bald in unseren Tagen mögest du dort für alle Ewigkeit wohnen. Möchtest du verherrlicht und geheiligt werden, in deiner Stadt Jerusalem für kommende Geschlechter, für ewige Zeiten. O, daß unsere Augen dein Königtum sehen mögen, gemäß der Verheißung, die gesagt wurde in den Liedern deines Ruhmes durch David, deinen gerechten Messias. Der Ewige wird immer König sein, dein Gott, 0 Zion, für Geschlecht und Geschlecht.“4 Dieser Text ist geradezu unverständlich. Wie? Gott soll über uns König sein, und: wann wirst du König sein? Ist denn nicht schon jetzt seit Uranfang Gott unser König? Heißt es doch 1 והשב ישראל לנוד,ו ומלכותך ומלכות בית דור משיחך תחזירנה למקרמה. Dritte Benediktion des Tischgebetes im Ritus Romania bei Finkeistein a. a. O. S. 257. Zum Gedanken vgl. w. u. und Nr. 9. 2 כי אמר דוד הכית יי אלהי ישראל לעמו וישכון בירושלים עד עולם ונאמר שם אצמיח קרן לדויד ערכתי בר למשיחי ותמלוך עלינו אתה לבדך. Einschaltung in das Sabbattischgebet (רצה) bei Mann a. a. O. 3 אלהינו שבשמים יחד שמך וקיים מלכותך תמיד ומלוך עלינו לעולם ועד יראו עיניגו וישמח לבנו ותגל נפשנו בישועתך באמת באמר לציון מלך אלהיך יי מלך יי מלך יי ימלוך לעולם ועד כי המלבות שלך היא ולעולמי עד תמלוך בכבוד. Schluß der dritten Benediktion nach dem Schema am Abend. ממקומך מלכנו תופיע ותמלוך עלינו מהרה לעולם ועד כי מחכים אנחנו לך מתי 4 תמלוך בציון בקרוב בימינו לעולם ועד תשכון תתגדל ותתקדש בתוך ירושלים עירך לדוד .ודוד ולנצח נצחים ועינינו תראינה מלכותך כדבר האמור בשירי עזיך על ידי דוד משיח צדקך