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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
Zum Machsor Jannai
Date
1930-01-01
Page
Seite 102 (sequence 9)
Language
German
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102 Ez 2136, Ps 105 und des verwandten Hi 3139 und des neuhebr. פחי נפש oder מפח נפש. Wem das zu gewagt erscheint, muß entweder die Vokale ändern: also etwa pajjetanisch פחה statt נפחה (Haggai 19) oder wenn er die Vokalisation ursprünglich glaubt, einen Konsonanten zufügen, etwa פחמה wie Cant. r. zu 42 מפחם פניה. In Uebersetzung: Sie sprechen Worte des Abfalls, sie bemühen sich (Eccl 113) eine Hinterlist zu verüben, (aber) die Helferschaft der trügerischen Sache auf den Grund zerstört ward ihr Tun. Strafe (Jes 657) schnaubte zornig in ihr Antlitz, (noch ehe) sie den Mund auftaten, teiltest du sie, Gott! 14. vii, 1 (S. 20): אימרת1ד] אין לאחר, ב...ך אין לבלות, נורתך אין לגדוע. Ich ergänze nach B VII, 8, wo dieselben drei Hanpt- Worte Vorkommen : בריתך. 15. Als letztes sei auf eine sehr charakteristische Stelle in einem messianischen Gedicht Jannais hingewiesen, in dessen Deutung Kober bewußt oder unbewußt die Frage von der Zeit und Heimat Jannais berührt. Es ist C III, 2: נתוש נא מאדמה מלכות דומה ותיפול רומה על כל אומד, In K.s Uebersetzung: ,,Rotte doch aus von der Erde das Königreich Duma, und es falle Roma zu allem Volke“, wozu er anmerkt: ,,Zu allen Völkern, die bereits gestürzt sind; höchstwahrscheinlich denkt der Dichter bei allem Volk an d i e vier Königreiche, die Israel beherrschten: Babel, Medien (Persien), Griechenland (und die Diadochen- Staaten), Rom (Byzanz), vgl. Gen. R. 44, 17. Der Dichter wünscht Rom das Schicksal seiner Vorgänger.“ Kober scheint also Jannai nachbyzantinisch zu glauben? ihn also etwa nach Italien zu versetzen? Denn Palästina ist doch im nachbyzantinischen Zeitalter islamisch. Zeitlich spricht nichts gegen eine solche Annahme. Jannais Zeit wird jetzt allgemein spätestens um 700 angesetzt auf Grund der von Harkavy1 zuerst veröffentlichten Stelle aus Kirkisani, daß Jannai dem Stifter der karäischen Sekte als Quelle gedient hätte. Aber Kirkisani bezeugt das gar nicht. Er erzählt bloß, daß der Gaon Hai und sein Vater in Anans Schriften alle Einzelheiten der Halacha aus rabbinischen Quellen belegen konnten — bis auf zwei, bei denen sie nicht wußten, woher er sie hätte, schließlich aber auch diese rabbinisch bezeugen konnten, nämlich in den Liturgien Jannais. Die sachliche Absurdität der Stelle hat Ginzberg2 dargetan. Auf jeden Fall darf sie bloß besagen, daß der Gaon Hai (ben Nachschon oder ben David, beide) um das Jahr 900, in zwei Punkten der Halacha keine andere Quelle für Anan anzugeben vermochte als die Gedichte Jannais, was aber noch lange nicht bedeutet, daß sie Anan wirklich aus dem Machsor Jannai entnommen hat. Ein Beispiel aus der modernen Jannaiforschung mag dies verdeutlichen: Ginzberg hat in seinen sehr gelehrten Anmerkungen zum Machsor Jannai3 keine andere Quelle für eine Stelle in Jannais 1 זכדון לראשונים, s. 108. 2 Geonica I (1909), S. 158.. Ginzberg deutet die Stelle auf Hai ben Nachschon (ib. S. 161), Harkavy und andere auf Hai ben David. 3 Mahzor Yannai, S. 47, Än*n. 16׳

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