Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zum Machsor Jannai
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 6)
- Language
- German
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- Yanai 2× ep/1033832
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99 veröffentlichte1 und jetzt die neuen Jannaitexte, die nur einmal eine dreiteilige (E Ia), sonst aber immer vierteilige Schlußstrophen zeigen. So ist es also nicht mehr richtig, den vierten Reim der Keroba אוני פטרי zu beanstanden2 oder aus der viergliedrigen Struktur des מסוד חכמים ונבונים seine nachjannaische Abfassung zu vermuten3. 7. VII, 2a (S. 15): בנועם אשד להם נצרתה. Kober übersetzt doch im Grunde richtig ,,durch die Lieblichkeit, die du ihnen gehütet hast“, bemerkt aber in Bescheidenheit: ״diese Stelle verstehe ich nicht“ (S. 31, A. 7). . Es ist hier, wie er selbst weiterhin bemerkt, vom ״Schutz Gottes während der Sintflut“ und von seiner Liebe nach der Sintflut zu den Uebriggebliebenen die Rede. Der Vers ist also zu übersetzen: durch die Huld (Ps 90i7), die du ihnen gewähret (Ex 347) hast. 8. Keroba C, II 3b: ציממתם מושבותם. Kober übersetzt: ,,es beengte sie ihr Wohnsitz“, gibt aber selber zu, daß ,,die Bedeutung von צמם schwierig ist: ,verhüllen' gibt keinen Sinn, eher beengen oder verfangen“, was er sehr unangebracht mit קלע ,,flechten, dann auch verstricken“ im nächsten Verse zu stützen glaubt. Aber קלע bedeutet bei Jannai immer nur ,,schleudern“ (vgl. C V, 8; VI, 19) und kann nie ,,verstricken“ heißen. ,,Dem Korrektor — sagt K. — war möglicherweise die Bedeutung ,beengen' für צמם unbekannt“ und er las משובתם: ,,dann kann צמם nur ,verfangen', ,verleiten' bedeuten.“ Aber der letztere las auch das zweite Wort anders, er verzeichnete ,,oberhalb zwischen ת und ת : ם, unklar wie der Korrektor lesen wollte“. Nun, der Korrektor scheint gute hebräische Sprachkenntnis gehabt zu haben, wie auch seine anderen Korrekturen beweisen, wovon noch später. Er las mit einfachen!, sicheren Griff: צמתתם משובתם ,,ihre Abtrünnigkeit vernichtete sie“ (vgl. Ps 119139), was ausgezeichneten Sinn und den authentischen Text abgibt. 9. V, 9 (S. 18): טעמו עשות למו שם שפייה ונותשו ונעשו שמה ושאייה wozu K. bemerkt: ,,das sicher korrumpierte שצייה ist nicht zu erklären“ und vermutet als ursprünglichen Text!שצרודד, wofür er Hos 610 heranzieht, ,,wo gleichfalls vom Götzendienst die Rede ist“. Aber erstens gibt das keinen Reim, schon nicht zu sprechen von der offenkundig beabsichtigten Alliteration שם שעייה und שמה ושאייה. Zweitens gibt שערורה keinen guten Sinn. K. übersetzt ״sie wollten sich machen einen nichtswürdigen Namen“, — wer hätte dies wollen können? Drittens ist eine lectio difficilior, wenn auch nicht immer vorzuziehen, so doch ernstlich zu erwägen. Ein Vergleich mit Davidsons Machsor Jannai überzeugt, daß auch dort derselbe Reim vorkommt (S. 11, Vers 4b): , נטמאתם בה תהי לשא־יד. נטהרתם בה תהי לשעייה Die obige Stelle ist also nicht korrumpiert und folgendermaßen •zu 1 z. B. S. 17. 2 Mahzor Yannai, S. 33, Anm. ל und XXVII, Anm. 50. 3 Ib.‘XXVI. Anm. 49. 7*