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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
Aus der neuen und neuesten Literatur zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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93 Judenfriedhofes in Wien” ־and die ״Eisenstädter Grabsteine” rühmliehst bekannten Bernhard Wachstem. Dieser Name bürgt dafür, daß der Versuch, ,,den Alltag einer verflossenen Zeit in seinem eigenen Gewände nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten so vorzuführen, daß wir ihn geschichtlich noch einmal erleben“, gelungen ist. Es handelt sich um die Juden in Eisenstadt (in der Nähe von Wien), der jetzigen Hauptstadt des Burgenlandes und noch um sechs andere jüdische Gemeinden auf dem Territorium der mächtigen Magnaten aus dem Hause Esterhazy. Hier herrschte seit ca. 1690 ein reges jüdisches Leben, hier war der Sitz des ungarischen Landrabbiners — 1693 wird der Hoffaktor Simson Wertheimer als solcher berufen —, in der Blütezeit der Gemeinde, von 1707—1744, war Maharam Asch daselbst Ortsrabbiner, 1851 wurde Asriel Hildesheimer zum Rabbiner gewählt. Dieses pulsierende Leben, wie es sich in den Gemeindebüchern vor allem dem sogenannten ,,Schwarzen Buch” und den Urkunden uns darstellt, wird von Wachstein in ansprechender Weise beschrieben und der Stoff nach folgenden Gesichtspunkten behandelt: ,,Das Heimatsrecht. Satzungen und Normen. Gemeindegebarung. Straferkenntnisse. Gemeindefunktionäre. Die Siebengemeinden. Die Fünf gemeinden.‘' Den hebräischen Quellen ist ein deutsches Regest vorausgeschickt. Gute Abbildungen und ein Wörterverzeichnis (von Dr. A. Landau) erhöhen den Wert des stattliehen Bandes, der den Beweis erbringt, daß ,,nicht das Pathos allein, sondern auch das Trivialgewordene von der Lebenskraft einer Idee zeugt“. Aus der Literatur zur Geschichte der Juden in Holland sei erwähnt: ,,De Joden •in Overijsel van hunne vestiging tot 1814” (Amsterdam 1926). Es handelt sich um eine nachgelassene Dissertation der frühverstorbenen Helena Poppers. Verfasserin behandelt die Geschichte der Juden in Overijsel, die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts u. a. in den großen Städten Deventer, Kämpen und Zwolle nachweisbar sind, spricht von ihrer rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lage, widmet den Juden in Zwolle ein besonderes Kapitel, geht dann zur Geschichte der holländischen Juden in der französischen Zeit über, schildert die bürgerliche Gleichstellung der Juden in Overijsel, ihre Organisation unter Ludwig Napoleon und ihre wirtschaftlichen, religiösen und sonstigen Verhältnisse bis 1814 — alles auf Grund tüchtiger archivalischer Studien. Der gediegenen Arbeit hat 8. Seeligmann-Amsterdam ein warmherziges Vorwort vorausgeschickt. In diesem Zusammenhange sei noch auf zwei interessante und ausgezeichnete Abhandlungen dieses Forschers verwiesen: ,,Het Marranen — Probleem uit oekonomisch oopgunt”. Overdruk uit Bijdragen en Mededeelingen van het Genootschap voor de Joodsche Wetenschap in Nederland. III. Amsterdam— 1925 und ,,Bibliographie en Historie. Bijdrage tot de Geschiedenis der eerste Sephardim in Amsterdam” (Amsterdam 1927), die die Niederlassung der Marranen in Holland vom wirtschaftspolitischen Gesichtspunkt aus betrachten. Die Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, die sich in der ,,Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Jüdisch- Theologischen Seminars Fraenckelscher Stiftung” II. Band (1929)

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