Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus der neuen und neuesten Literatur zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 11)
- Language
- German
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נ9 hinweisen. Das Menschheitsrecht wird in der mysteriösen Denk schritt in die Wagschale geworfen, die ca. 1707/08 an den Gesandten des schwedischen Königs gerichtet wurde. Danach ist der Verfasser in der Beurteilung des Prager Privilegs vielleicht zu weit gegangen. Jedenfalls aber führt ein gradliniger Weg vom Zülzer Privileg zum Toleranzedikt 1713 und der Kampf der Zülzer Juden wurde für die weitere Entwicklung der schlesischen Judenschaft von höchster Tragweite. — Daneben hat Rabin noch in populärer Form in der Festgabe zur 700־Jahrfeier der Stadt Zülz O.-S. einen mit Bilderbeigaben geschmückten Ueberblick über die Geschichte der Juden in Ziilz geschrieben (als Sonderdruck: ,,D ie Juden in Zül z“, 1926 erschienen). Schließlich erwähne ich von ihm den Aufsatz ,, J onas Fraencke 1“, Sonderdruck aus dem III. Bande: Schlesische Lebensbilder (1929). Die Persönlichkeit eines Jonas Fraenckel, die für die Stadt Breslau wie für das Judentum, durch die großzügigen Fraenckel’sehen Stiftungen bis in die Gegenwart außerordentliche soziale und geistige Bedeutung hat, verdient es in der Tat, daß in weiten Kreisen ihr Wirken bekannt wird. In seiner Breslauer Dissertation ,,Die J u d e n i n Militsch. Ein Kapitel aus der Geschichte der Niederlassung von Juden in Schlesien“ (1926) geht P. Bloch von der Wanderbewegung der Juden aus, die ihren Höhepunkt im 15. und 16. Jahrhundert erreicht hat. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts beginnt die schon erwähnte Auswanderung einer größeren Anzahl von Juden aus Polen in westlicher und südwestlicher Richtung, u. a. in die benachbarten Teile von Schlesien. Nachdem Bloch diese jüdische Einwanderung in Schlesien geschildert hat, behandelt er die Flüchtlingsgemeinde zu Militsch von der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart nach den in Betracht kommenden Gesichtspunkten. Interessant ist die Tatsache, daß während in den meisten Fällen um das Jahr 1800 sich wenig Juden in den kleinen Orten befinden, ihre Zahl in Militsch in den Jahren 1811—1864 von 41 auf 197 Seelen steigt. Die Arbeit, die auch Urkundenbeilagen aufweist und unter anderen Quellen das Totenbuch von Krotoschin eifrig benutzt hat, bedeutet einen guten Anfang, zumal sie die bescheidenen Verhältnisse, die sie behandelt, in die großen Zusammenhänge hineingestellt hat. Von * Louis Lewin haben wir eine ansprechend geschriebene Geschichte der 1726 gegründeten Israelitischen Kranken verpflegungs-Anstalt zu Breslau anläßlich des 200 jährigen Jubiläums erhalten. Darin wird auch die Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Breslau gestreift. Nachdem Brann die Geschichte der ältesten jüdischen Grabsteine bereits geschrieben hatte und neuerdings wiederum Funde auf diesem Gebiete gemacht worden sind (vergl. Rabin im Breslauer Jüdischen Gemeindeblatt, 3. Jahrg., Nr. 9, S. 126 ff.), veröffentlicht Alfred Grotte in den Monographien zu Denkmalpflege und Heimatschutz eine Abhandlung: ,,Alte schlesische Judenfriedhöfe (Breslau und Dyherrnfurth)“ 1927. Im historischen Teil stützt er sich vor allem auf Brann und Rabin. Der Wert der Veröffentlichung besteht in den kunsthistorischen Ausführungen. Der Dyherrnfurther