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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 485 (sequence 8)
Language
German
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485 mit Sicherheit behaupten, daß schon die Hasmonäer selbst diese Antwort gegeben, da nichts gegen den r e i n agadischen Ursprung spricht. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht aber doch für den hasm. Ursprung!) Der Satz lautet: בא וראה כמה מיתתן של בכי אהרן יקרת לפני הקב״ה שכל מקום מזכיר מיתתן מזכיר סורחכם כ״כ למה להודיעך שלא! יהא פתתון פה לבאי עולם לומר מעשים מקולקלים היו בידם בסתר שעי״ב מתו♦. Wer können die כאי עולם gewesen sein, die behaupten konnten, daß Nadab und Abihu infolge sündhafter Taten gestorben sind? Waren es die Antihasmonäer? R. Eleazar aus Modiin bekämpft auch sonst Gnostiker. Ist es nicht einleuchtender, auch hier an ähnliche Elemente zu denken? 15. Daß das rabbinische Schrifttum Traditionsliteratur ist und daß die Tannaim und Amoraim keine Tehillimsager und Gesundbeter waren, sondern auch für historische Fragen Interesse hatten, ist auch mir einigermaßen bekannt. Gerade deshalb verdamme ich Herrn Aptowitzers Buch. Ich kann in diesen Schimpfreden, Parteidebatten, Parteihymnen, Zwischenrufen, Kluborakeln, Spottvögelwitzeleien weder Material für eine Traditionsliteratur noch Befriedigung des historischen Wissensdranges erkennen. Aber, angenommen ich irre mich — warum haben diese Lehrer nicht ein- oder zweimal, bei ihrem großen historischen Interesse für hasmonäische Politik, verraten, daß es sich ja hier um diese Streitfrage zwischen Hasmonäern und Antihasmonäern handelt. Der Agadist, der behauptete, daß Nadab und Abihu gestorben sind, weil sie ,,dem rötlich schäumenden Naß nicht abhold waren“ (S. 78), nämlich R. Levi, hätte doch belehrt werden sollen: ,,Das ist antihasmonäische Erfindung“. Ich will Herrn Aptowitzers in Aussicht gestellte Abhandlung über Tradition und Geschichtsinteresse der Rabbinen ruhig abwarten; einiges mit Bezug auf seine Erwiderung darf jedoch schon hier hervorgehoben werden: Wie stellt sich Verfasser die Traditionsgeschichte der von R. Eleazar b. Pedath über den Versuch der diensttuenden Engel Pinchas zu verstoßen, b. Sanh. 44a, 82a vor? Antihasmonäische oder hasmonäische Tradition? Die Engel gegen, Gott für Pinehas! Wie hat sich diese Legende, pardon Tradition, erhalten, bis sie zu R. Eleazar ben Pedath gelangt ist? Warum wußte kein älterer Agadist von ihr? Haben die Hasmonäer an Engel geglaubt? Ich zweifle, ob Strack uns viel helfen kann, die Frage zu entscheiden: Ist R. Abba b. Kahanas Erklärung von II Sam 1613 Tradition oder originelle Exegese? S. 28 liest man, daß die gemäßigten Antihasmonäer meinten: Pinchas* Beweggründe י konnten nicht absolute Ideale gewesen sein. Woher wTeiß der Verfasser, was die gemäßigten Antihasmonäer gedacht haben? Die Quelle ist pal. Joma 3'8d. ר' יוסי כד הוה בעי מקנטרה לד" אלעזר בי* ר* יוסי הוד. אמר ליה לפנים עמו לפנים עמו בימי זמרי מיחד, בימי פלגש בגבעה לא מיחה. Hier ist doch von einer ganz speziellen Gelegenheit die Rede. R. Jose wollte den R. Eleazar ärgern und da rief er ihm Pinchas Verhalten in den Tagen Zimris und das Ereignis mit der Pilegesh in Gibea in Erinnerung, das im Bibeltext angedeutet sein soll. Zitiert hier R. Jose eine alte antihasmonäische Tradition? Ja, wozu basiert er den Tadel auf den Text לפגים יי עמו. Einst, aber nicht jetzt. Es wäre ratsamer für die Exegese dieser Stelle, erst die Biographie des R. Eleazar b. Jose zu studieren, vielleicht gibt diese Aufklärung über den Sinn des Satzes, und nicht politische Traditionen zu fabrizieren. Noch eine Stelle über Tradition und Geschichtsforschung. S. 48 wird ein Satz des R. Simon b. Eleazar aus Midrasch Tannaim S. 8 zitiert, wo es heißt אין לך כל ישיבה וישיבה שאין ממכה לגיהנם אבל ישיבה האחרונה כולה לגיהנם שנא" כי יראה. Nach Herrn Aptowitzers Deutung sollen sich die ersten Sitzungen auf Synhedrialversammlungen beziehen, in denen Sadduzäer gemischt mit Pharisäern saßen, die letzte, deren alle Teilnehmer Sadduzäer waren. Wenn R. Simon b. Eleazar wirklich daran gedacht hätte, was Herr Aptowitzer ihm aufbürdet, hätte er nicht deutlicher und klarer sagen können, was er wollte. Wie kommt dieser Satz in jenen Zusammenhang hinein? R. Simon ben Gamaliel spricht doch ganz deutlich von den Gelehrtenverhältnissen seiner eigenen Zeit, so muß auch der folgende Satz damit in Verbindung stehen und nicht mit Hasmonäerpolitik. Vielleicht wußte aber R. Simon b. Eleazar von Herrn Aptowitzers Theorie über zwei Synhedrialsitzungen, von denen die erste die Illegitimität Davids beschließen wollte, die zweite es auch zustande gebracht hat. Wo steht das in den rabbinischen Quellen? R. Jochanan b. Nappacha, der weder Tehillimsager,

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