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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 484

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 484 (sequence 7)
Language
German
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484 Beschuldigung, die zurückgewiesen wird? Daß Davids Fehler, besonders sein Ehebruch und sein Blutvergießen inrersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung Gegenstand der schärfsten Kritik waren, kann leicht gezeigt werden. Die clementinischen Schriften zeigen eine ausgesprochene Abneigung gegen David. Diodor von Tarsus erhebt Fragen und Angriffe, die mit vielen Agadoth übereinstimmen. Hilgenfeld in seiner Ketzergeschichte bringt mehrere Stellen, die meine Auffassung bekräftigen und bestätigen. Aber auch die rabbinischen Quellen sind beredt genug in diesem Punkte. Die Agada des dritten Jahrhunderts verteidigte David gegen Spötter und Verleumder, die nicht im hasmönäischen Jerusalem lebten, sondern in Syphoris und Tiberias, Lud und Caesarea in ihrer Zeit. 12. Verfasser tadelt mein Zitat aus Sifre Deut. § 306, weil von dieser und anderen Agadoth in seinem Buche keine Spur vorhanden ist. Ich habe das gar nicht behauptet. Ich meinte nur, daß nach seiner Methode auch in diese Stelle eine überhaupt nicht vorhandene Parteipolitik hineingelesen, und in ihr ein Ueberrest derselben in der rabbinischen Literatur hineininterpretiert werden könnte. 13. Die von mir gegebene Erklärung für die Verteidigung Aharons als Verfertiger des goldenen Kalbes hat Herr Aptowitzer nicht erwähnt, weil sie eben seine ganze Theorie umstürzt. Ja, dann erscheint die ganze Debatte zwischen Hasmonäern und Antihasmonäern (S. 155) und jene mit dem Zwischenruf I und II, mit dem Spottvogel auf S. 150 lächerlich. Man höre nur und staune! Der dem Tanhuma entlehnte Text wird als ein Bruchstück eines in einem politischen Klub — wenn nicht gar im Synhedrion selbst — stattgefundenen Wortgefechtes zwischen Hasmonäern und ihren Gegnern hingestellt. Und das soll man ohne Kritik gutheißen. ,,So liegt in diesem Tanhuma-Text ebenfalls ein Bruchstück aus einer basmonäisch-antihasmonäischen Debatte vor.“ Woher der Redakteur des gewiß nach dem Abschluß des Jeruschalmi redigierten Tanhuma im 5. oder 6. Jahrhundert diese Debatten entdeckt haben soll, um sie zur Erbauung des von Hasmonäern nicht ahnenden Volkes vorzutragen, darüber macht sich Herr Aptowitzer keine Sorgen. Jedes Kind mußte sich bei der Lektüre der Geschichte des Kalbes fragen: Wie konnte ein frommer Mann wie Aharon ein Kalb für das Volk aufrichten? (Vgl. den von mir S. 247 zitierten Artikel in der neuen Encyclop. Judaica I s. v. Aharon). Herr Aptowitzer hat dieses übersehen. Warum die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen Parteiinteresse der Hasmonäer und nicht eines jeden bibelgläubigen Juden gewesen sein soll, kann auch Herr Aptowitzer nicht erklären. Da man auch die Stimmen, die aus dem christlichen und dem gnostischen Lager in die Synagogen gedrungen sind, hörte, mußte man dem Probleme des goldenen Kalbes besondere Beachtung in der Agada widmen. Da wir Aharons Namen neben dem Davids finden, so kann darüber kein Zweifel sein, daß er als einer der unwürdigen Günstlinge des Demiurgos galt. Ich soll ferner übersehen haben, daß sich neben den in der Diatribe enthaltenen und in seinem Buche behandelten Angriffen auf biblische Heroen kein einziges Wort der Bestreitung findet. Das ist auch falsch! Die Bestreitung ist vorhanden. In der oben zitierten Agada des R. Samuel b. Ammi wdrd ausdrücklich die Annahme des Doeg bestritten, daß David keine Hoffnung bei Gott habe. Herr Aptowitzer hat die Apologie übersehen, wie er überhaupt die Agada mißverstanden hat. Die Gegner behaupten, daß für David infolge seiner Vergehen bei Gott keine Hilfe sei. Der Agadist liest aus dem Psalmenvers, daß für ihn ja Hilfe sei. Was hat das mit Hasmonäerpolitik zu tun? Die Angriffe sind biblisch begründet. In der Agada über Salomos Anteil an der künftigen Welt hat Herr Aptowitzer ebenfalls die Bestreitung übersehen. In der Predigt Rabas (S. 23) ist auch eine Widerlegung, obwohl David den Ehebruch nicht ableugnen konnte. Nachweise für Vorwürfe der Gnostiker gegen David und Salomo, soweitsie biblisch begründetsind, findet Herr Aptowitzer in der zu Punkt 11 erwähnten Abhandlung. Ich sehe ferner in der langen Reihe von gleichlautenden Sätzen, die b. Sabb. 55 f. von R. Samuel b. Nahmani im Namen des R. Jonathan ben Elieser tradiert werden, und mit כל האומד ♦ ♦ « חטא אינו אלא טועה Widerlegung gnostischer Angriffe gegen Reuben. Elis und Sa1p.uels Söhne, David, Salomon und Joseph. R. Jonathan tritt auch sonst als Apologet gegen die Gnosis auf. Für Nadah und Abihu verweise ich hier nur auf R. Eleazar of Modi ein, dessen Satz Herr Aptowitzer S. 165 zitiert. (Die Stelle ist recht interessant. Herr Aptowitzer kann nicht

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