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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 482

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 482 (sequence 5)
Language
German
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482 Schwierigkeit mit Bezug auf Zach 4M, wo aber nur gesagt ist, daß der Messias größer sein wird als der Kohen Zedek. Angenommen aber, Herr Aptowitzer hätte in allen Fällen recht, dann hätte R. Simon b. Gamaliel vielleicht sein Material oder seine Idee als der Jüngere vom Aeltern, aus dem Hebräerevangelium schöpfen können. In den Parallelen, wie Sifra 18§ צו, ed. Warschau 1866, S. 40, im Namen des R. Jehudai b. Hai (vgl. meine Besprechung oben S. 244!); Sifre Zutta, ed. Horovitz, S. 258, Num. r. 1S15 ist keine Spur davon zu entdecken, daß David größer sei als Aharon, oder umgekehrt. Ist zu diesen Lehrern, die doch Zeitgenossen des R. Simon ben Gamaliel gewesen sind, keine Spur von der radikal antihasmonäischen Politik gelangt, die den Priestermessias aus Trutzpolitik gegen die Hasmonäer erfunden hat? Zweitens: Aus dem Schlußsatz ist doch wirklich nicht abzulesen (הוי יודע שמלך המשיח חביב יותר מכהן צדק), daß der Messias gleichzeitig Priester sein wird. Der Targumist wollte die Aptowitzersche Theorie bestreiten, indem er statt אתה כהן לעולם, du wirst als ein Fürst eingesetzt etc. übersetzt. Allerdings R. Simon ben Gamaliel, oder richtiger der Glossator, sollen nach Herrn Aptowitzer nicht eine wirkliche, ernste Ansicht wiedergeben wollen, sondern eine politische Theorie, die nicht Selbstzweck ist, vielmehr dazu bestimmt war, den politischen Gegner zu bekämpfen. Kann und darf man R. Simon ben Gamaliel, der übrigens lange nach Paulus gelebt hat, die Lehre vom Priestermessias unterschieben? Dabei wußte er gar nicht um welche politische Theorie es sich handelt. Aus dieser und völlig mißdeuteten Stellen der Apokryphen wird nun dogmatisch festgestellt: Die politische Theorie der Iiasmonäergegner hat der Verfasser des Hebräerbriefes zum theologischen Dogma "erhoben und zum Grundstein seiner Christologie und seines Antinomismus gemacht (S. 87). Schlimmer ist es noch bestellt mit dem parteipolitischen Ursprung der Lehren über die Geltung der Thora in der messianischen Zeit, die Abrogierung und die Ewigkeit des Gesetzes in der künftigen Welt, die mit Hasmonäern, oder mit Parteipolitik durch keinen Faden verbunden wird. Sechs Stellen werden angeführt für die Geltung der Thora in der messianischen Zeit, die jünger sind als Paulus. Nehmen wir z. B. das Gebet um Wiedereinrichtung der Opfer. Stammt dessen Inhalt oder Wortlaut aus der Hasmonäerperiode, also vor der Zer- Störung des Tempels? Wir werden auf b. Meg. 18a verwiesen, dort wird aber nur der Zusammenhang, oder die Reihenfolge der Benediktionen gelehrt, oder begründet. Was hat das mit Hasmonäern oder Paulus zu tun? Vgl. übrigens zur Geschichte dieses Benediktion Graetz, MGWJ 38, 1886, 156. Elbogen, Gesch. des Achtzehngebetes, Br. 1903, 59 und Der jüd. Gottesdienst, S. 55 ff, und meine Bemerkung ZAW. 29, 1909, 289 f. Warum gibt es in diesen Lehrsätzen keine Spur, warum verraten sie mit keiner Silbe, daß diese Vorstellungen mit den verschiedenen Deutungen der hasm. oder antihasm. Messianologie auch nur die leiseste Verbindung haben? Haben jene Lehrer, die über die Vermehrung der Asylstädte in der mess. Zeit lehrten, Herrn Aptowitzers Grundgedanken gekannt, oder übersehen? Haben die Juden in Galiläa im 2. bis 4. Jahrhundert nicht ebenso gut originelle messianische Vorstellungen und Lehren hervorbringen können, die von hasmonäischen Gedanken vollkommen unabhängig waren? Daß es in dieser Zeit mehrere messi anische Bewegungen gegeben hat, steht fest. Der Zeitgenosse Julians, R. Acha, hatte gewiß nicht notwendig, hasm. Schlagwörter zu wiederholen. Hier hatte Herr Aptowitzer die beste Gelegenheit, eine Agada zeitgeschichtlich zu interpretieren, wie Bacher es getan hat. Aber nein, mit nichtssagenden Einwendungen wird das Ricntige verworfen und Falsches gelehrt. Warum ist die zeitgeschichtliche Deutung falsch? Weil R. Achas Gedanke schon im הביניבו Gebet vorkommt. Gut! Wie ist der Wortlaut und der Inhalt dieses Gebetes! War auch hier hasm. Politik die Grundlage? Aus diesen Gründen habe ich es nicht für der Mühe wert gefunden, diesem ,,Problem“ mehr als sechs Worte zu widmen. Herr Aptowitzer wirft mir aber vor, daß ich sein Buch überhaupt nicht gelesen hätte und mein Urteil ohne nähere Prüfung seiner Belege niedergeschrieben habe. Ich muß daher hier, gegen meinen Willen, meinen Standpunkt nochmals klarlegen. Sechs Belege, darunter auch Kimchi, werden angeführt für die Lehre, d'aß die Thora in der eschatologischen Welt ganz oder teilweise aufhören wird. Ich könnte die Zahl dieser Belege leicht vermehren, aber was würde dabei herauskommen? Die Verbindung mit der

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