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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 481

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 481 (sequence 4)
Language
German
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481 (S. 6) gelesen. Welche Belege gibt es dafür, daß die Assidäer so dachten, und, im Jafalle, daß sie auch nur den geringsten Erfolg hatten, oder Einfluß ausübten? 9. Weil ein Gerücht erst Jahre nach einem stattgefundenen Ereignis allgemeine Verbreitung findet, deshalb muß es noch nicht unwahr sein, und weil es von der pharisäischen oder alt-sadduzäischen (?) Partei verbreitet worden ist, muß es noch nicht erlogen sein. Das ist. was ich gegen Herrn Aptowitzer, S. 15, einzuwenden hatte. Mit Josephus und Babli hat hier meine Kritik nichts zu tun. Daß ich statt Altsadduzäer Pharisäer geschrieben habe, ist wirklich ein Verbrechen. Allein die von Herrn Aptowitzer erfundenen ,,Altsadduzäer“ und ,,Jungsadduzäer“, die zu sehr an Alt- und Jungezechen der altösterreichischen Zeit erinnern, wollen mir nicht ganz geläufig werden. 10. Auch Herr Aptowitzer muß anerkennen, daß er für einen leiblichen Rivalen der Hasmonäer aus dem Hause Davids keinen Anhaltspunkt finden kann. Um meine Kritik zu schwächen, fügt er aber hinzu: ״Ich stelle fest, daß n meinem Buche keine Silbe davon vorkommt, daß die Davididen zu jener Zeit wirklich das Königtum für sich in Anspruch nehmen wollten.“ Damit verurteilt Herr Aptowitzer seine Theorie schärfer als der schärfste Kritiker es irgendwie tun könnte. Das zeigt doch klar und deutlich, daß die ganze angebliche hasmonäische und antihasmonäische Parteipolitik aus der Luft gegriffen und nicht ernst genommen werden kann. Was war der Zweck der antihasmonäischen Partei? Doch, die Hasmonäer zu stürzen? Und dann? Herodianer und' Römer? Wozu Juda, David etc. in den Staub zu ziehen? Man kämpft doch nicht im Synhedrion, u. z. zweimal, um die Illegitimität einer Dynastie, die überhaupt nicht mehr in Betracht kommt? eines seit Jahrhunderten verstorbenen Königs? Das heißt gegen Windmühlen kämpfen. Wozu der ganze Streit über die Vorzüge Levis und Judas? Ob der Messias ein Abkömmling Davids oder Aharons ist? ob man Elijahu in liturgischen Kompositionen als Unecht oder Erlöser anführt? Das hat doch alles keinen praktischen Wext. Kein Mensch denkt daran, einen davidischen Prinzen aus Babylonien zu bestellen und ihn auf den Thron Davids zu setzen. Wozu dann gegen die Hasmonäer kämpfen? Damit fällt Herrn Aptowitzers Luftgebäude zusammen, wie auch sein aus der rabbinischen Literatur mit Zwang herbeigeholtes Material es nicht halten kann. Denn darin ist von einem Kampfe gegen die davidisehe Dynastie keine Rede. Nun zur zweiten Beschuldigung gegen mich! Hier gibt Herr Aptowitzer wieder kleinlaut zu, daß meine Kritik berechtigt ist, obzwar er es für gut befindet, seiner Unlust darüber im Satze Ausdruck zu geben: Dies alles hat Herr Marmorstein übersehen, daher kann er nicht einsehen. Tatsächlich haben weder Graetz, Jawitz, Ps. Philo noch Herr Aptowitzer für die andauernde Unlust oder ursprüngliche Antipathie gegen das hasmonäische Königshaus einen Beweis liefern können. Die Gesandtschaft der Juden an Pompejus hebt mit Recht die Unzufriedenheit mit den Prinzen hervor, die auch in der rabbinischen Legende zum Ausdruck kommt. Bleibt nur der Verfasser der Psalmen Salomos, den aber Herr Aptowitzer mißverstanden hat. Der träumt von keiner Antihasmonäerpolitik, sondern vom himmlischen Königreich. Kein König, einerlei ob Davide oder Aharonide, ist ihm gut genug. 11. Herr Aptowitzer versucht zu beweisen, daß Paulus seine Lehren aus antihasmonäischen, politischen Quellen schöpfte. Ich habe diese Behauptung mit einem kurzen Sätzchen erledigt. Auf Herrn Aptowitzers ausdrücklichen Wunsch betrachte ich auch diese Anschauung näher. Nur muß ich mich auf die Prüfung seines rabbinischen Materials beschränken; denn über seine Benützung und Behandlung der apokryphen und pseudoepigraphischen Literatur will ich mich lieber nicht äußern. Wenn ein Verfasser das Jubiläenbuch oder die Testamente als schlechtweg hasmonäisch, sadduzäisch hinstellt, und was ihm nicht hineinpaßt als pharisäisch oder antihasmonäisch interpoliert darstellt, so ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht gut möglich. Herr Aptowitzer stellt als die Theorie der radikalen Antihasmonäer hin, daß der Messias aus dem Hause Davids zugleich Hoherpriester sein wird. Die Theorie wird R. Simon ben Gamaliel zugeschrieben, der davon nichts wußte, denn sein Satz 'עתידה פרשת זר שתיעקר וכו bezieht sich nur auf Num 1085b. Der Redakteur des Aboth de R. Nathan I c 34 ed Scheehter, S. 99 f. fügt noch andere Stellen hinzu, so auch eine

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