Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 3)
- Language
- German
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480 Aber in der Mischna ist kein Wort darüber zu finden, daß in dem von R. Eleazar b. Zadok berichteten Falle ein sadduzäischer Gerichtshof gemeint sei. Dort heißt es לפי שלא היה בית דין של אותה שעה בקי, das kann ebensogut ein pharisäischer, wie auchsadduzäischer Gerichtshof gewesen sein (s. auch Büchler, S. 559, Anm.). 3. Ich lasse Herrn Aptowitzer gar nicht sagen, daß die dritte Benediktion der Haftara hasmonäisches Produkt sei, sondern finde es widersinnig, daß man in einem antihasmonäischen Gebet den Priestermessias an die erste Stelle als Protest gegen ihn selbst stellen soll. 4. Was immer auch die Testamente, Psalmen Salomos und das Jubiläenbuch über die Geschichte Reubens, Jiida und Tamar, Levi denken, ist kein Beweggrund, in den rabbinischen Quellen über denselben Gegenstand Hasmonäerpolitik zu suchen. In den letzteren werden beide מעשה ראובן und מעשה יהודה gleichwertig behandelt, vgl. Sifre Num. § 12 und dazu jer. Sota 16d, B. Sota 7b, J.Q. R. V 400 und Zunz-Jubelschrift S. 116. Halachisch war Judas Tat einwandfrei, lehrt uns Herr Aptowitzer. Doch wird man es dem nichthalachischen, gewöhnlichen Leser nicht verübeln dürfen, wenn er in der langen Geschichte über Juda wenig Erbauliches und Rühmliches finden wird. Der Fall Reubens hat wenigstens den Vorzug der Kürze für sich. Wir sahen oben, daß auch andere biblische Personen von den Agadisten einer Kritik unterzogen wurden, die kein Nachldang irgendeiner Hasmonäerpolitik sein kann. Ferne: ist zu vergleichen der Segen Jakobs, Gen 496-7, und der Segen Mosis, Dt 33g״־. Im Ersteren wird Levi verflucht, im Letzteren gesegnet. Diese Stellen sind doch gewiß vormakkabäisch. Ist die Theorie Aptowitzers auch auf diesen Fall anwendbar? Gewiß nicht. Dasselbe ist in den Agadoth über Levi etc. der Fall! 5. Herr Aptowitzer wiederholt den Inhalt seines siebenten Kapitels und meine Frage: ,,Die Priesterpartei erwartet doch den Messias aus dem Stamme Levi und Aharons?“ Die Frage ist aus dem Zusammenhang gerissen, und bezieht sich auf die sogen, zadokitischen Fragmente, S. 19, Z. 10. בבוא משיח. אהרן וישראל und S. 20, Z. 1. עמוד משיח מאהרן ומישראל, d. h. aus dem Stamme Levi, nämlich Aharon und von Israel. Meine Frage geht dahin, warum verschweigen die zad. Fragmente den Priestermessias Elijahu und nennen ihn nicht bei seinem Namen? 6. Meine Frage richtet sich gegen den S. 122 auf gestellten Satz: ,,Dieser Eifer, den man sonst in keiner pharisäischen Schrift — weder in den Apokryphen noch im rabbinischen Schrifttum — begegnet, ist verdächtig.“ Darauf bemerke ich, und ich glaube mit vollem Recht, daß auch Rabbinen, die von der Hasmonäerpolitik unberührt waren, ebenso emphatisch die ewige Gültigkeit der Lehre und des Gesetzes betonen. Was habe ich da übersehen? 7. Ich überlasse es gern dem Josephus forscher zu beurteilen, ob Herr Aptowitzer der ersten Forderung für eine wissenschaftliche Untersuchung, nämlich derjenigen einer kritischen Prüfung der Quellen in seiner Behandlung des Josephus genügte. Was ihm nicht paßt, wird einfach bestritten, z. B. daß Judas das Plohenpriestertum inne hatte (S. 9); wo es ihm hingegen paßt, wird Josephus als Zeuge gegen den rein agadischen Ursprung der Agada angeführt (S. 93). Ueber die kritische Methode des Verfassers ließe sich noch vieles sagen, wie z. B., daß der Opferdienst der Erstgeborenen (S. 142) ein Schlag wort der Antihasmonäer gewesen sei. So? Ex 245 sind die Darbringer der Opfer keine כהגים, sondern נערי בני ישראל, vgl. ferner Num 340. Ferner zur Gerichtsbarkeit der Priester (S. 131) dürften auch die anderen Bücher wie Ezech 4424, Chron 198 zu Rate gezogen werden. 8. Ich verlange ldare Beweise dafür, daß Kriegshelden nicht gerne beim Altar gesehen wurden, wie Herr Aptowitzer es behauptet. Diesen Beweis hat er nicht geführt. Daß die in der ersten Mischna des Traktates Joma angeführte Verordnung mit dieser Antipathie in Verbindung stehe, hat Herr Aptowitzer bisher nicht beweisen können, nur behaupten. Herr Aptowitzer beschuldigt mich, ich hätte S. 5 f. übersehen. Auf derselben Seite sagte er doch klar und deutlich, daß den Frommen der Gedanke unerträglich gewesen wäre, Männer, die das Leben auf dem Schlachtfelde verbringen, das höchste religiöse Amt bekleiden zu sehen, was ich eben bestreite. Was habe ich übersehen? Gewiß nicht Herrn Aptowitzers Widerspruch. Ich soll ferner I Chr 229-10 vergessen haben. Ich habe die Stelle in bester Erjnnerung gehabt, sogar Herrn Aptowitzers angeblich assidäischen קל;וחומר