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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 479

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Zu Aptowitzers "Parteipolitik der Hasmonäerzeit" [Nachricht]
Date
1929-01-01
Page
Seite 479 (sequence 2)
Language
German
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479 nover 1924, S. 108 ff. aufgezählt findet, wo auch über die Quellen mehrere richtige Beobachtungen zu lesen sind. — Wir haben diese — von den allgemeinen Spuren der Verehrung für die Patriarchen seltsam abstechenden — Stellen hier nicht zu erläutern; jedenfalls beweisen sie, daß Kritik an biblischen Personen im Midrasch weder ungewöhnlich ist, noch notwendig eine politische Erklärung fordert. Herr Aptowitzer hat daher mit keinem stichhaltigen Beweise seine Theorie begründet, daß die Ag׳adoth über Aharon und.seine Söhne, David, Salomo etc. etc. aus den Parteilagern der Hasmonäerzeit stammen. Noch mehr, er hat nicht einmal Bausteine für eine wissenschaftliche Hypothese geliefert, die seine Theorie auch nur plausibel machen könnten. Er gibt selbst zu, daß er die Tannaiten und Amoräer nicht als Vertreter der sogenannten Politik der Hasmonäerzeit ansehen wollte. Wozu haben sie diese ganze unglückliche, kleinliche, unreine, nichtssagende Zänkerei aufgefrischt? Waren sie sich dessen bewußt, daß sie in den Lehrhäusern politische Lieder und Klubreden der Hasmonäer oder Antihasmonäer ihren nach dem Gotteswort lechzenden Zuhörern zum besten geben? Ich habe Herrn Aptowitzers Grundgedanken wohl erkannt; wer kann ihn mißverstehen, wenn er so deutlich wie möglich schreibt, z. B. S. 20: ,,Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß dieser Dialog zwischen Gott und Moses keine reine agadische Dichtung ist, sondern ein politisches Lied der Hasmonäer“. Die Agada kennt 100 Dialoge zwischen Gott und biblischen Personen, die noch viel schwerer zu begreifen sind, als dieser. Wird jemand dieser Gattung der Agada einen politischen Charakter zuerkennen wollen? Wo haben sich solche politische Li e der erhalten? Wie sind sie in die Studierstube des R. Jehuda b. Hai nach Uscha gekommen? S. 23 gruppiert Herr Aptowitzer Homilien von babylonischen und palästinischen Amoräern über David, die hasmonäischen Sägern und antihasmonäische Beschimpfungen, dem Gehirn eines P a r t eipolitikers entsprungen, enthalten sollen. Die Agadisten waren an diesem fremden Produkt überhaupt nicht beteiligt, sie vertreten den Standpunkt weder dieser noch jener Partei, die diese Verunglimpfungen hervorgebracht haben soll, wozu die Wiederholung derselben? Welche Aktu־ alität oder Beziehung hatten diese Agadoth in einem Zeitalter, in dem, wie Herr Aptowitzer selbst zugestehen muß, kein Mensch mehr für eine abgestorbene und niemals mehT lebendige Hasmonäerpolitik irgendwie Interesse bekunden, konnte, um Verunglimpfungen und Beschimpfungen anzuhören? Herr Aptowitzer ist ferner den Beweis schuldig gebLieben, daß diese Parteilieder oder politischen Reden jemals existierten; sie werden erst aus Agadoth einfach gedichtet. Dieses Schweigen verurteilt einerseits seine wissenschaftliche Methode, andererseits den Grundgedanken seines Buches. Prinzipiell muß daran festgehalten werden, daß ein Satz, der im Namen eines chronologisch gut fixierbaren Lehrers gelenrt oder vorgetragen wird, ni cht ohne z w i n - gende Gründe 0 d e t kritische Hilfsmittel einer früheren Periode zuerkannt werden darf als dem Zeitalter des betreffenden Lehrers. Es liegen hier keine Gründe vor, auch nur eine der erwähnten Agadoth in der Hasmonäerzeit entstehen zu lassen. Die Theorie Aptowitzers ist aber auch für die anonyme Agada nicht annehmbar, denn keines dieser Stücke stammt aus der Hasmonäerzeit, keines ist eine politische Dichtung oder dergleichen. Meine Kritik in diesem Punkte ist daher voll begründet. 2. Herr Aptowitzer wirft mir vor, ich hätte den ganzen Inhalt, seines Buches entstellt. Meine Frage S. 248 bezieht sich auf seine Behauptung, daß ein sadduzäischer Gerichtshof (S. 25) Salomons Anteil an der künftigen Welt bestreiten wollte. S. 15 sagt Herr Aptowitzer, und er wiederholt seine Behauptung in Nr. 9 seiner Erwiderung, daß es ,,Altsadduzäer“ gegeben hätte, die gegen die Hasmonäer wühlten. Nun erlaubte ich mir die Frage: Waren die auch gegen Salomon? Es war nur meine unberechtigte Neugierde. Denn die ganze Sache fällt ja in nichts zusammen. Der ,,sadduzäische Gerichtshof“ ist aus der Luft gegriffen und hat niemals existiert, Herr AptowitzeT beruft sich (S. 26) auf die Nachricht, ,,der Gerichtshof seiner Zeit בית דק של אותה שעד., wollte festsetzen, daß vier Könige keinen Anteil an der künftigen Welt haben. Wir finden aber einmal in der Mischna, daß einsadduz äi scher Gerichtshof als Gerichtshof seiner Zeit בית דק של איחה שעד« bezeichnet wird (b, Synh. 52 B, vgl. dazu Büchler, MGWJ. 1906, S. 557}“*

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