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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 441

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Hellenistica [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 441 (sequence 17)
Language
German
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441 ständig benutzt und in den bearbeiteten Artikeln nie eine störende Unvollständigkeit, sehr selten einen Druckfehler gefunden (89 a 16 ist IV statt VI zu lesen); es steht dem einzigen brauchbaren Index zu einem jüdischen Schriftsteller, den wir z. Z. besitzen, demjenigen Bäumkers zur lateinischen Uebersetzung des Fons vitae, würdig zur Seite und läßt das Fehlen ähnlicher Hilfsmittel zu anderen Schriftsteilem, so sehr es durch das Zusammentreffen wissenschaftlicher und geldlicher Schwierigkeiten entschuldigt werden mag, doch empfindlich bedauern. — Wir hoffen, über Fortschritt und Abschluß des Werkes bald berichten zu können. — Von meinen Aufsätzen über die Lehre vom ungeschriebenen Gesetz im jüdischen Schrifttum (Hebrew Union College Annual IV 149 ff. gehen uns hier die beiden ersten an. In dem ersten führe ich den Nachweis, daß der äypa<poq vn/uo<; bei Philon nicht das geringste mit der תורה שבעל פה zu tun hat, vielmehr mit der griechischen Lehre von dem Rechte, das mit uns geboren ist, zusammenfällt. In dem zweiten prüfe ich die Anschauung, daß gewisse Stellen in den Midraschim, nach welchen die Patriarchen die Thora ,,von selbst", also ohne ausdrückliche Offenbarung, gehalten haben, von Philon abhängig seien: diese Annahme erschien mir in hohem. Grade unglaubhaft, dagegen die unmittelbare Einwirkung des griechischen Begriffs , ,möglich und wahrscheinlich" (S. •165). Ich würde heute noch etwas mehr Gewicht darauf legen, daß sich die einzige Stelle, an welcher die Lehre von der spontanen Gesetzesbeobachtung der Patriarchen sicher nachweisbar ist, im Tanna debe Elijahu S. 35 f. findet und in Lev. r. 2, 10 nur aus ihm übernommen ist. Denn so wenig ich mit Friedmann an die frühe Abfassung des Tanna debe Elijahu glauben kann, so sicher ist mir, daß manches vorchristliche Gut sich in ihm noch ziemlich gut erhalten hat; ich glaube, an einer benachbarten, gleichfalls in Lev. r. übernommenen Stelle1 mit dem Einfluß der griechischen Popularphilosophie rechnen zu sollen, deren Wirkung auf das Bild der Apokryphen und des Midrasch von der Frühzeit noch nicht genügend erforscht ist2. 1 Vgl. über Tanna debe Elijahu S. 36 mein Buch Pliilons griechische und jüdische Bildung S. 69, 6. Uebrigens macht mich Herr Dr. Albeck freundliehst darauf aufmerksam, daß Lev. r. 2812־ zweifellos späte Interpolationen sind; meine Vermutung über den quellenkr.itischen Zusammenhang zwischen § 10 und 12 erfährt dadurch eine Stütze; dagegen bedarf die a. a. O. S. 76 vorgetragene Vermutung, daß bereits der echte Lev. r. von hellenistisch gefärbten Midraschim abhängig sei, erneuter Nachprüfung. 2 Nur scheinbar hierher; gehören einige Midraschsteilen, auf die mich gleichfalls Herr Dr. Albeck aufmerksam machte. Ihren Kern bildet ein Ausspruch des R. Simon ben Jochai, der in der ältesten Ueberlieferung (Aboth de R. Nathan I 33 Ueberlieferung A) lautet: ,,Gott gab dem Abraham seine beiden Nieren bei gleich zwei Weisen; sie belehrten und berieten ihn und unterwiesen ihn in der Weisheit die ganze Nacht; denn es heißt: ich danke Gott, der mich beraten hat; selbst nachts unterweisen mich meine Nieren.“ Der Ansspruch besagt nur, daß in Abraham das Gewissen lebendig war, und hat daher mit der Auffassung, daß er die ganze Thora gehalten habe, nichts zu tun; er ist aber in mehreren Midraschim zur Lösung der Frage, woher Abraham ohne Lehrer die Thora kannte, benutzt worden, und hat sich dabei manche recht bezeichnende Aenderung gefallen lassen müssen. Am besten ist er im Midrasch Thehillim I § 13 erhalten, wo nur die Beziehung zur genannten Frage hergesteilt und die Nieren statt mit Weisen mit Krügen ver- Monatsschrift, 73. Jahrgang. 20

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